Welche Bescheinigungen darf ein Vermieter einsehen?

vom 19.03.2012, 08:40 Uhr

Als wir damals auf der Suche nach einer Wohnung waren, sind wir auch auf eine Wohnung gestoßen, die ebenfalls privat vermietet wurde. Der Vermieter ist leider Opfer von Mietnomaden geworden und daher auch vorsichtiger geworden. Er hätte von uns nun eine Kaution in Höhe von drei Monatsmieten gewollt, was ja gesetzlich auch vollkommen in Ordnung ist. Dazu wollte er aber die letzten drei Einkommensnachweise haben und auch einen Arbeitsvertrag wollte er sehen, was jetzt auch nicht das Problem wäre. Von Kontoauszügen war nun nicht die Rede, aber durch seine schlechte Vorerfahrung wäre es kein Wunder gewesen, wenn er diese zusätzlich verlangt hätte.

Wie weit darf ein Vermieter gehen? Muss man wirklich drei Einkommensnachweise vorlegen oder genügt nicht einer davon? Man hat an sich nichts zu verbergen, mir geht es nur darum, wie weit der Vermieter in die Privatsphäre dringen kann und in wie weit ein Mieter da mit spielen muss. Es geht hier um keine Rechtsberatung, sondern darum, welche Erfahrungen Ihr selbst machen musstet.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Wie meinst du diese Frage, wie weit der Vermieter gehen darf? Es gibt keine Rechtsgrundlage, nach der der diese Unterlagen einsehen kann. Daher bist du immer frei und kannst selbst entscheiden, ob du ihm eine Gehaltsabrechnung zeigen willst oder drei. Ebenso frei kannst du entscheiden, mit dem potentiellen Vermieter über sexuelle Vorlieben sowie Religionszugehörigkeiten und eigene politische Ansichten zu sprechen.

Natürlich darf der Vermieter fordern was er will. Und du darfst ihm geben was du für richtig hältst. Das einzige Druckmittel ist eben jenes, dass du dann vermutlich nicht den Zuschlag für die Wohnung bekommst, wenn du dich hier "sperrig" gibst. Aber das ist eben der Preis des Widerstands. Eine Frage könnte ja auch sein, ob man bereit wäre, dem Vermieter von Zeit zu Zeit körperlich zur Verfügung zu stehen. Und da ist es dein Recht, empört abzulehnen. Aber auch hier gilt, dass natürlich derjenige eher den Zuschlag bekommt, der auf die "Anfrage" positiv reagiert.

Zusammengefasst: müssen musst du nicht und die Frage, wie weit du bereit bist dich zu verbiegen hängt entscheidend davon ab, wie wichtig dir das in Aussicht gestellte Ziel ist.

» derpunkt » Beiträge: 9898 » Talkpoints: 88,55 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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