LIDL goes Veggie - sollten andere Händler nachziehen?
Einer der wohl bekanntesten Discounter mit dem Namen LIDL hat sich offenbar zum Ziel gesetzt, das Fleischangebot über die nächsten Jahre zu reduzieren. Grund dafür ist, dass LIDL offenbar zum Umweltschutz gelangt ist und somit darauf aufmerksam machen möchte, dass wir nur eine Erde haben, die wir pflegen müssen.
Bis 2025 soll laut Medienberichten also LIDL vorhaben, die Palette an Veggie-Produkte zu erhöhen sowie pflanzliche Proteine im Allgemeinen mehr zu stärken. Das bedeutet eben auch, dass in den Regalen andere Produkte weichen müssen, um die pflanzlichen Produkte auf Veggie-Basis anrichten zu können.
Natürlich verfolgt LIDL damit nicht nur das Ziel des Umweltschutzes, weil dazu bedarf es mehr als jene Aktion. Für mich ist diese Aktion eher Werbung und auf einen bestimmten Zug aufspringen, weil der Veggie-Trend derzeit so gehyped wird.
Dennoch frage ich mich, ob nun andere Händler und Supermärkte sowie Ketten nachziehen sollten? Kann es dadurch wirklich einen verbesserten Effekt auf unsere Umwelt geben oder glaubt Ihr gar, dass es nur eine reine Werbemaßnahme ist, ohne nennenswerte Effekte auf kurz oder lang?
Ich bin da ja eher skeptisch was den Effekt auf die Umwelt betrifft. Denn es ist ja nicht so, dass da ein Schnitzel durch einen Blumenkohl vom Biobauer um die Ecke ersetzt wird. Das Schnitzel wird durch ein hoch verarbeitetes Produkt mit zig künstlichen Zutaten, mindestens einer Lage Plastik als Verpackung und einem oft langen Transportweg ersetzt. Dafür schmeckt es dann aber irgendwie vage nach Schnitzel.
Aber der Markt für solche Produkte wächst, also ist es natürlich vernünftig das Sortiment entsprechend anzupassen. Angebot, Nachfrage und so weiter. Und je nachdem wie sich der Markt weiter entwickelt werden da sicher auch andere Discounter und Supermärkte nachziehen.
Hier geht es doch gar nicht um die "Umwelt", sondern ganz klassisch um Angebot und Nachfrage. Gerade wenn der Kundschaft auch im Lebensmittelgeschäft das Geld nicht mehr so locker sitzt, ist es eine kapitalistisch kluge Herangehensweise, sich auf dem Markt entsprechend zu positionieren, um die Zielgruppe besser zu binden und am Ende noch zu erweitern. Beispielsweise um die Leute, die sich das teure in Jute verpackte regionale Bio-Zeug aus dem privaten kleinen Laden ums Eck nicht mehr leisten können. Die steigen dann im Idealfall auf Fleischersatz vom Discounter um.
Ob das Zeug dann wirklich "gesünder" oder gar besser für die Umwelt ist, ob mehr oder weniger Transportkosten anfallen und was mit dem ganzen Plastik drum rum passiert, ist in dem Zusammenhang völlig egal. Lidl geht nicht Veggie um des Planeten willen, sondern damit es Lidl gut geht.
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