Kommen oberflächliche Menschen im Alltag besser zurecht?

vom 16.05.2012, 14:41 Uhr

Es gibt Menschen, die einfach nur oberflächlich sind. Solche Menschen machen sich meiner Meinung nach wenig oder gar keine Gedanken über andere und auch oft nicht mal über sich selber. Solche Menschen müssten ja im Alltag viel besser zurechtkommen als Menschen, die sich wirklich über alles und jeden Gedanken machen. Menschen, die einfach oberflächlich sind haben ja eigentlich nicht zu viel zu denken und Leute, die nur nach vorne und nicht nach rechts und links schauen, müssten ja dann viel besser im Alltag zurecht kommen oder seht ihr das anders?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Auch wenn es den Anschein hat, dass diese Menschen vielleicht weiter im Leben kommen, ist das zu bezweifeln. Sie haben es sowohl im Berufsleben als auch im Privatleben wesentlich schwerer. Solche Menschen werden irgendwann ganz einsam zu Hause sitzen und niemanden haben.

» davinca » Beiträge: 2246 » Talkpoints: 1,09 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich glaube nicht, dass sie besser im Leben zurecht kommen als Menschen, die nicht oberflächlich sind. Ich meine, man ist in seiner Freundeswahl ja enorm eingeschränkt, da nur gewisse Leute, eben die, die das Aussehen besitzen, es in den Freundeskreis schaffen. Dabei merkt man in der Regel recht schnell, wie man mit dem wahren Charakter der jeweiligen Person zurecht kommt. Ich glaube Oberflächlichkeit kann sogar noch viel schwieriger sein und einem viel mehr Probleme bereiten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Charakter in sozialen Beziehungen überhaupt keine Rolle spielt. Auch wenn jemand vielleicht das Aussehen hat, aber in charakterlicher Hinsicht einfach nur stumpf und öde ist, kann man doch nicht einfach darüber hinweg sehen und trotzdem eine oberflächliche Freundschaft führen? Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, auch wenn es zig Beispiele dafür gibt.

Meistens sind oberflächliche Freundschaften auch nur etwas Kurzfristiges und wie davinca schon gesagt hat, irgendwann wird man möglicherweise alleine da stehen. Da hat man es noch schwieriger, neue Freunde zu finden und vielleicht auch mal etwas an sich und seiner Einstellung zu ändern. Ich glaube, irgendwann wird wohl bei jedem die Einsicht kommen, dass Freunde nicht nur nach dem Aussehen ausgesucht werden können. So ist ein gutes Aussehen ja auch kein Garant für einen guten Job. Das Aussehen schafft zwar den ersten Eindruck, aber das, was dahintersteckt, ist meiner Meinung nach tausendmal wichtiger.

» Cookie28 » Beiträge: 432 » Talkpoints: 7,49 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich würde durchaus sagen, dass oberflächliche Menschen mehr Erfolg im Leben haben. Immerhin gehen diese Personen ja über Leichen. Ihnen ist es egal, wie andere über deren Aktionen oder deren meist respektloses Handeln denken oder sogar empfinden.

Zumeist suchen sich außerdem oberflächliche Damen und Herren nur Leute, welche ihres Eigenen nachkommen. Das heißt, dass diese Menschen nur aufs Äußere achten. Daher auch "Oberflächlichkeit". Oftmals haben aber solche respektlosen Personen ein großen Problem damit, Beziehungen oder Freundschaften auf ernster Basis, für einen längeren Zeitraum zu halten.

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» Naviia » Beiträge: 821 » Talkpoints: 27,64 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Für mich zeigt sich schon in den wenigen Kommentaren, dass es wohl grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen von Oberflächlichkeit gibt. Während Diamante im Eingangsposting, davon schrieb, dass oberflächliche Menschen sich über andere kaum und auch über sich selbst wenig Gedanken machen, gehen andere davon aus, dass oberflächliche Personen sehr auf ihre eigenes Äußeres bedacht sind.

Ich musste bei dem Begriff direkt an einen Mann denken, den ich vor Jahren mal kennengelernt habe. Ich würde sagen, er hat einen sehr begrenzten Horizont. Mit dem Aussehen hat das allerdings gar nichts zu tun. Sein Leben funktioniert eher einfacher im Allgemeinen. Man lebt dort, wo man geboren wurde, die Freunde sind die Freunde mit denen man früher zur Schule ging, wo man früher Süßigkeiten kaufte, kauft man heute sein Feierabendbier. Sonntags geht man zur Mutter und danach putzt man seine Wohnung. Als Mann interessiert man sich natürlich für Fußball, aber selbst das ist eher oberflächig, denn es ist wichtiger in welcher Kneipe "Public Viewing" (ich denke nicht, dass man den Begriff fehlerfrei schreiben kann) stattfindet, als irgendwelche Hintergründe.

Nein ich denke nicht, dass das Leben einfacher ist. Es ist anders. Doch Krankheiten, Sorgen, Schicksalsschläge, Probleme, Fragen, Streit, Gefühle und ähnliches, gibt es in jedem Leben. Und "Alltage" können so unterschiedlich sein, das hängt doch von so vielen Faktoren ab und hat meiner Meinung nach nichts mit Oberflächlichkeit oder Tiefgründigkeit zu tun.

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» Trisa » Beiträge: 3203 » Talkpoints: 72,87 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich habe schon manchmal das Gefühl, dass oberflächliche Menschen besser zurecht kommen. Ich sehe es an mir, dass ich mir immer über viel zu viele Sachen Gedanken mache und Freunde von mir, ist das scheiß egal. Manchmal denke ich mir, es wäre schon cool, sich über nichts Gedanken machen zu müssen. Zum Beispiel habe ich eine gute Freundin, mit der ich mich gelegentlich Streite. Oberflächliche Menschen haben das Problem allerdings nicht, weil sie keine beste Freundin haben.

» Sepp123 » Beiträge: 12 » Talkpoints: 2,42 »


Ich denke schon dass oberflächliche Menschen besser durch den Alltag kommen. Wer nicht so in die Tiefe geht und sich über alles Gedanken macht der lebt einfach leichter. Dabei ist es egal ob es sich um private Probleme der Kollegen handelt oder um betriebliche Belange.

Ich selber würde mich auch eher als oberflächlich einschätzen weil mich die ständigen neuen Informationen einfach nicht tangieren. Ich warte lieber erst einmal ab um zu sehen wie sich alles entwickelt. Es ist wirklich interessant zu lesen wie jeder für sich den Begriff oberflächlich definiert. Und ganz ehrlich, ich sehe keinen Sinn darin alles was man so täglich serviert bekommt tiefgründig zu analysieren.

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» hooker » Beiträge: 7217 » Talkpoints: 50,67 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich denke nicht, dass man direkt sagen kann, das oberflächliche Menschen besser durch den Alltag kommen. Sie haben dann vielleicht ein einfacheres Leben, wenn sie sich wenig Gedanken um irgendwas machen, aber das heißt ja nicht, dass nicht-oberflächliche Menschen ein schwereres Leben haben. Ihr Leben kann ja genauso einfach sein. Es kommt ja immer darauf an, über was man sich Gedanken macht. Und auf das Umfeld, was einen ja persönlich noch beeinflusst.

Indirekt haben es oberflächliche Menschen vielleicht nur dann einfacher, weil Naviia ja schon sagte, dass sie über Leichen gehen (bspw. auf der Arbeit). Aber durch dieses "über Leichen gehen" sorgen sie bei anderen ja wieder für Unmut, und diese könnten ihnen ihr Leben dann wieder erschweren (wollen?). Ist so ein kleiner Teufelskreis, denke ich.

» cupcake03 » Beiträge: 1152 » Talkpoints: 29,50 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich würde mich selbst nicht als oberflächlich bezeichnen, da ich schon dazu neige, hinter die Fassade zu schauen, mir eine eigene Meinung über Dinge, Sachverhalte und Personen zu bilden und mit mir auch Diskussionen und Gespräche zu sehr tiefgründigen Themen möglich ist. Ich finde oberflächliche Gespräche sogar eher langweilig und unterfordernd.

Dennoch wurde mir schon oft gesagt, dass ich mit meiner Einstellung zum Leben viel besser im Alltag zurechtkommen würde als andere. Das kann ich so nicht beurteilen, schließlich fehlt mir dazu der direkte Vergleich bei so einem subjektiven Eindruck. Es stimmt aber insofern, dass es mir eben egal ist, was andere Menschen denken.

Ich tue das, was ich für richtig halte und lasse mich in dieser Hinsicht nicht von der Meinung und dem Verhalten anderer Menschen beeinflussen. Das erleichtert zumindest vieles im Leben, wenn man so eine "Scheiß-egal-Einstellung" hat und auch mal fünfe gerade sein lässt.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -1,02 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich mir gar nicht so sicher, ob man das Urteil "oberflächlich" so ohne Weiteres auf seine Mitmenschen anwenden kann. Schließlich hält sich wohl kaum jemand für "oberflächlich", weswegen der Begriff auch so schwer zu definieren ist. Für mich ist ein oberflächlicher Mensch jemand, der nicht gerne nachdenkt und sich lieber mit den "einfachen" Dingen des Lebens befasst wie beispielsweise der eigenen Haarfarbe oder der neuesten Mode. Aber ist das denn immer so verkehrt?

Nicht jeder hat es gelernt, tiefer über Dinge nachzudenken und sich seine eigene Meinung zu bilden. Manchen fehlt es schlicht an geistiger Potenz dafür, anderen fehlt das Bedürfnis, weil sie mit "oberflächlichen" Beschäftigungen wie Nägel lackieren vollauf ausgelastet sind und sie, wie schon erwähnt, sich auch nicht als oberflächlich wahrnehmen.

Das heißt für mich nicht, dass die etwas schlichteren Gemüter gleich "über Leichen gehen" oder wunder was verpassen, weil sie nicht zu den Tiefdenkern und Philosophen der Welt gehören.. Aber ich glaube auch nicht, dass man im Alltag besser zurecht kommt, weil manche Aufgaben nicht leichter werden, wenn man nicht besonders gut nachdenken kann und auch "oberflächliche" Probleme können schwer wiegen und die Betroffenen belasten.

» Gerbera » Beiträge: 11311 » Talkpoints: 47,42 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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