Kinder in Schule nachimpfen, wenn Impflücken vorhanden?
Ich habe gelesen, dass die skandinavischen Länder Deutschland weit voraus sein sollen, was die Immunisierung durch Impfen anbelangt. So soll es dort viel bessere Erinnerungssysteme geben, die auch noch hervorragend funktionieren. In der Schule sollen Kinder sogar nachgeimpft werden, wenn festgestellt werden sollte, dass Impfungen unvollständig sind und damit fehlen.
Was haltet ihr davon, wenn Kinder einfach nachgeimpft werden, wenn man in der Schule - beispielsweise bei der Schuleingangsuntersuchung - feststellt, dass Impflücken vorhanden sind? Sollte man ein ähnliches Konzept auch in Deutschland einführen? Hier geht es schließlich um die Herdenimmunität und die Gesundheit aller. Oder würden Eltern in Deutschland daraufhin den Staat bzw. den jeweiligen Arzt verklagen, wenn das Kind ohne Einwilligung der Eltern geimpft wird?
Soweit ich weiß, kann man in Deutschland niemanden mal eben so mit einer Nadel stechen. Selbst wenn das Kind sagen würde, es wäre ok, liegt wohl die letzte Entscheidung bei den Eltern. Sonst ist das Körperverletzung. Wahrscheinlich ist das also nur durchsetzbar, wenn das gesetzlich festgetackert wird.
Leider gibt es in Deutschland keine Impfpflicht. Darüber wurde auch schon mehrfach im Forum diskutiert. In anderen Ländern ist das per Gesetz anders verankert und dort dürfen nicht geimpfte Kinder nicht in öffentlichen Schulen gehen. Da aber in Deutschland keine Impfpflicht gibt und auch eine Schulpflicht, kann man das nur dann unter einen Hut bringen, wenn man die Gesetze ändert.
Ich finde es gut, wie es in anderen Ländern gehandhabt wird und so können Masern ausgerottet werden, so wie es hier in Deutschland auch schon mal war und dann kam die Impfmüdigkeit und es kamen auch Impfgegner. Und schon sterben wieder Kinder, besonders kleine Kinder, die noch nicht geimpft werden dürfen, durch Ansteckung an Masern oder haben bleibende Schäden.
Also bei uns in Österreich ist es schon so, dass die Kinder nachgeimpft werden, natürlich mit Einverständnis der Eltern, da es ja auch viele Impfgegner gibt. Ich kann mich noch erinnern, dass ich auch oft in der Schule geimpft wurde, weiß jetzt aber nicht, ob damals schon die Erlaubnis der Eltern eingeholt werden musste.
Von meiner Tochter weiß ich, dass das ein sehr großer bürokratischer Aufwand ist. Man muss mehrere Einverständniserklärungen unterschreiben und das Serum natürlich auch bezahlen, was auch nicht billig ist. Aber ich finde es gut, dass es im Rahmen der Schuluntersuchung angeboten wird. So muss man nicht selber ständig zum Kinderarzt springen.
Denn oft gibt es hier lange Wartezeiten, meistens noch bei schönem Wetter, bei dem man lieber etwas anderes unternehmen würde. Es kommt mir deshalb gut entgegen, dass ein Teil der wichtigen Impfungen mit meinem Einverständnis während der Schulzeit gemacht werden können.
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