Hormon Schuld an großem Süßigkeitenkonsum?

vom 05.05.2017, 12:48 Uhr

Ich habe gehört, dass das Hormon FGF 21 dafür verantwortlich sein soll, wenn man viel und häufig Heißhunger auf Süßigkeiten hat. Ich dachte zuerst, dass sich das mal wieder um eine Ausrede dafür handelt, aber anscheinend haben Wissenschaftler dies nachgewiesen.

Die Menschen, die davon betroffen sind, sollen aber dennoch nicht unbedingt ein höheres Risiko haben, an Diabetes zu erkranken. Allerdings würden sie meistens auch mehr Alkohol konsumieren und rauchen. Es gibt einige Seiten im Internet über diese Studie und das dieses Hormon wohl in der Leber gebildet wird.

Habt ihr schon davon gehört, dass ein Hormon Schuld an größerem Süßigkeitenkonsum sein soll? Meint ihr, dass da wirklich etwas dran sein könnte? Wie kann man testen lassen, ob dieses Hormon bei einem selbst auch Auslöser für häufigen Heißhunger ist?

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Das Hormon ist ja nun kein Unbekannter und tatsächlich ist der Konsum von Süßigkeiten bei Menschen mit der zuckerfreudigen Variante nicht zwangsläufig höher. Nur zwanzig Prozent greifen eher zu Süßkram. Dagegen ernähren sich achtzig Prozent normal. Als Ausrede ist es also nicht wirklich geeignet.

Außerdem geht ein hoher Konsum von Zucker nicht automatisch mit Diabetes verbunden ist. In Deutschland konsumiert statistisch jeder knapp 100 Gramm am Tag, allerdings stehen hier Limonaden im Vordergrund. Nirgendwo sonst in Europa trinkt man so viel davon. Niederländer sind im Vergleich zu uns Schleckermäuler. Dort sind fast 140 Gramm normal.

Jetzt müssten dort die Menschen häufiger an Diabetes Typ 2 leiden, ebenso in Irland. Tun sie aber nicht, die Raten sind gering. Allerdings bewegt man sich dort auch mehr. Natürlich ist Zucker nicht ein Quell der Gesundheit. Aber bei angemessener Balance zwischen der Aufnahme und dem Verbrauch von Energie ist Zucker halt auch kein Drama.

In Deutschland nehmen die Menschen seit Jahren stetig zu. Sie essen aber nicht mehr als vorher. Sie bewegen sich nur weniger. Zu viel Energie macht eben dick und krank. Ob die nun aus Lust auf Süßes gegessen wird oder über herzhafte Speisen kommt, das ist ziemlich egal. Diabetes geht auch ohne Zucker, viel Bauchfett reicht.

» cooper75 » Beiträge: 13412 » Talkpoints: 516,00 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Das Gen existiert eindeutig, aber wie cooper schon sagte, tendiert nur ein geringer Anteil der Gen-Träger tatsächlich zu vermehrten Konsum von Süßigkeiten und dergleichen. Daher halte ich das eher für eine Ausrede für die Menschen, die zu faul sind, ihre Ernährung umzustellen und eine Rechtfertigung für ihr gefräßiges Verhalten in Bezug auf ungesunde Lebensmittel suchen. Es ist ja viel bequemer, sich selbst als "Opfer" seiner Gene darzustellen als selbst aktiv etwas tun zu müssen, die Ernährung umzustellen und dergleichen.

Der Mensch hat bei sämtlichen Handlungen immer die Wahl, was er tut und was er eben nicht tut und das schließt die Nahrungsaufnahme immer mit ein. Daher verstehe ich nicht, wie man alles immer auf die Gene schieben kann, denn coopers Ausführungen haben doch gezeigt, dass die in diesem Fall eine denkbar schlechte Ausrede sind, was scheinbar sogar wissenschaftlich nachgewiesen ist.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -1,02 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



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