Nicht essen gehen, wenn man Schwiegereltern treffen könnte?
Meine Freundin hat seit längerem noch Gutscheine für ein Frühstück bei einem Bäcker herum liegen. Sie wollte immer mal an einem Sonntag mit ihrem Partner dorthin fahren und den Gutschein einlösen. Allerdings ist es wohl so, dass auch ihre Schwiegereltern öfter mal bei dem Bäcker frühstücken gehen.
Es ist nun so, das die Schwiegereltern wohl in der Nähe meiner Freundin und ihres Partners wohnen und sie öfter mal aufeinander treffen. Meine Freundin würde aber gern ein gemütliches Frühstück alleine mit ihrem Partner verbringen. Wenn die Schwiegereltern dann aber auch bei dem Bäcker sind, wäre es blöd ihnen zu sagen, dass sie alleine sein wollen. Auch würden diese es ihnen dann übelnehmen, wenn sich meine Freundin und ihr Partner nicht zu ihnen setzen würden.
Wie würdet ihr euch in so einer Situation verhalten? Doch nicht frühstücken gehen und die Gutscheine verfallen lassen? Oder einfach hoffen, dass die Schwiegereltern an dem Wochenende etwas anderes vor haben? Ansprechen möchte meine Freundin das nicht, da sie ihren Schwiegereltern nicht vor den Kopf stoßen möchte.
Die Schwiegereltern wohnen in der Nahe. Man trifft sie immer mal wieder und sieht sie ziemlich oft. Wo liegt da dann bitte das Problem? Sollten sie zufällig auch da sein, begrüßt man sie nett und teilt ihnen mit, dass man die gleiche Idee hatte wie sie: ein nettes, gemütliches Sonntagsfrühstück als Paar.
Dann wünscht man ihnen einen schönen Sonntag und möchte auch nicht länger stören und dann ab an einen eigenen Tisch. Das ist verständlich und stößt keinen normal bemittelten Menschen vor den Kopf. Wenn doch, haben die Schwiegereltern eben Pech gehabt. Es gibt auch innerhalb der Familie Grenzen, die sie respektieren müssen.
Ja, es wäre schön, wenn das so laufen würde, wie Cooper75 es beschreibt. Schön normal. Leider ist es in der Realität oft anders. Ich würde dieser Situation auch auf jeden Fall aus dem Weg gehen.
Meine Schwiegermutter wäre beleidigt, würde das aber nicht offen sagen, sondern mich hier und da spüren lassen. Würde ich sie darauf ansprechen, dass ich glaube, dass sie wegen dem Frühstück beleidigt ist, würde sie das einfach abstreiten. Tja und dann? Aussage gegen Aussage, irgendjemand muss nachgeben und das wäre sicher nicht sie. Als Jüngere wird man ja dann gerne mal als empfindlich oder sogar hysterisch dargestellt und einfach nicht ernst genommen.
Auf diese Weise könnte jede noch so kleine Angelegenheit zu einem riesigen Familienstreit anwachsen. Da lasse ich doch lieber einen Gutschein verfallen. Sicherlich könnte man das nun Katzbuckeln nennen und dass ich mir da zu viel gefallen lassen. Aber die Beziehung von meinem Mann zu seiner Mutter verträgt so etwas nun mal nicht, sie ist nicht stabil genug.
Seit Jahren gehen sie höflich miteinander um, plaudern mal ein bisschen, er hilft ihr ab und zu handwerklich und geht ihr ansonsten so gut es geht aus dem Weg. Für mich gilt das gleiche. Für so ein gemeinsames Frühstück gäbe es gar nicht genug Gesprächsstoff. Aber so wie es ist, kann es noch Jahre lang weitergehen, ohne dass es in Ärger und Kontaktabbruch ausartet.
Und da es immerhin die Mutter ist, finde ich, sollte der Kontakt nicht abbrechen. Denn Gravierendes ist nicht vorgefallen. Das Verhältnis ist einfach nur nicht herzlich, wir sind alle schnell genervt voneinander, weil wir nicht zusammenpassen. Also für Kontaktabbruch nicht ausreichend, aber ein gemeinsames Frühstück klingt absolut uninteressant. Daher kann ich das voll verstehen, dass man den Gutschein lieber verfallen lässt.
Mit der anzustrebenden Theorie und der Realität ist das ja wirklich immer so eine Sache. Ich hätte mir bei meinen Eltern so etwas vermutlich erlauben können, auch wenn sie in der Situation vielleicht etwas überrascht gewesen wären, wenn wir sie zufällig getroffen hätten, um dann einfach weiterzuziehen. Vermutlich hätte ich auch ein wenig ein schlechtes Gewissen gehabt und würde mir komisch vorkommen, wenn ich dort sitze und meine Eltern drei Tische weiter in meinem Rücken. Eine in meinen Augen für mich komische Situation.
Ich würde dann wohl versuchen, einen Kompromiss zu finden und erstmal mit meinem Partner frühstücken und mich nach einiger Zeit eben zu meinen Eltern setzen. Aber dass man sich da, je nach Verhältnis zu den Eltern bzw. Schwiegereltern unwohl fühlt, kann ich schon nachvollziehen. Meine Schwiegermutter würde sich vermutlich auch zurückgesetzt und irritiert sehen, auch wenn sie es nicht sagen würde.
Lange Rede, ich denke, ich würde der ganzen Situation auch um des lieben Frieden willens aus dem Weg gehen. Oder ich würde meinen Freund instruieren, dass er mal um die Ecke bei seinen Eltern versucht herauszufinden, was so ihre Pläne für die nächsten Sonntage ist, um dann eben zum Bäcker zu gehen, wenn sie anderes vorhaben. Manchmal kommt man mit Direktheit einfach nicht weiter und muss taktieren, nicht jeder kann mit allem so locker umgehen.
Ja, Theorie und Praxis sind zwei Paar Schuhe. Aber ich schleiche ganz bestimmt nicht über Jahrzehnte auf Zehenspitzen um meine Schwiegereltern herum und beiße regelmäßig im Stillen in die Tischkante, nur damit die Herrschaften sich wohl fühlen dürfen. Es gibt auch ein Leben als Paar und da müssen die dann eben durch.
Ich sehe das eher mit gemischten Gefühlen. Einerseits gebe ich cooper schon Recht und bin der Ansicht, dass man doch als Erwachsene darüber offen sprechen können sollte ohne dass jemand direkt beleidigt ist. Ich würde es so zumindest versuchen und mal schauen, inwiefern diese Strategie von Erfolg gekrönt ist. Aber je nach Charakter und Persönlichkeit, kann man das nicht bei allen Schwiegereltern so machen.
Grundsätzlich ist es bei uns so, dass jeder sich um seine Eltern kümmert. So kritisiere ich meine Eltern und spreche mit ihnen auch mal, wenn mich Dinge stören und wir zum Beispiel als Paar mehr Freiraum brauchen und mein Partner klärt solche Sachen mit seinen Eltern. Wir wollen einfach vermeiden, dass die Eltern das in den falschen Hals kriegen könnten und seinem Kind verzeiht man ja in der Hinsicht viel eher, weil man es besser kennt und auch weiß, wie gewisse Worte gemeint sind. Man überinterpretiert sie nicht.
In der von cooper geschilderten Situation hätte ich es (bei meinen Schwiegereltern) meinem Partner überlassen eben klarzustellen, dass er gerne Zeit zu zweit hätten und wir uns seinen Eltern zu einem späteren Zeitpunkt widmen. Wenn er das sagen würde, würden die das nicht so persönlich nehmen wie als wenn ich das in dem Moment sagen würde.
Ich denke nicht, dass man das angenehm miteinander besprechen kann, wenn man aufeinander stößt. Leider sind nämlich nicht alle Schwiegereltern so, dass sie es merken, dass das Paar alleine sein will und wenn man es anspricht, dann kann das gerne mal im Streit enden, der dann auch gerne mal endlos fortgeführt werden kann.
Ich würde schon auch so hingehen, aber im Zweifelsfall würde ich dann eben meine Schwiegereltern neben mir Platz nehmen lassen. Es mag ja in der Theorie ganz nett sein, wenn man dann darüber spricht, aber man stößt denen dann auch ziemlich vor den Kopf, immerhin ist es kein Restaurant, sondern ein Bäcker. Ich finde, dass das bei einem Bäcker einfach nicht sein muss.
Wenn ich befürchten würde, meine Eltern bei so einem Frühstück zu treffen, fände ich das nicht schlimm. Ich könnte meinen Eltern da schon offen sagen, dass wir lieber als Paar allein sitzen wollen, was sie auf jeden Fall auch verstehen würden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass meine Eltern beleidigt wären. Ich denke, dass sie es auch nicht unbedingt erwarten würden, dass wir uns zu ihnen setzen.
Anders wäre es dann aber tatsächlich bei meinen Schwiegereltern. Ich denke, dass sie es schon erwarten würden, dass wir uns dann zu ihnen setzen würden. Ich denke, dass mein Freund da auch nicht den Mut hätte, ihnen zu sagen, dass wir allein sein wollen. Von daher wäre ein gemeinsames Frühstück dann wohl unvermeidbar. Ob ich das unbedingt wollen würde, glaube ich allerdings nicht - erst recht nicht, wenn man sich als Paar darauf gefreut hat, Zeit zu zweit zu haben.
Wenn die Schwiegereltern wirklich sehr oft am Sonntag da frühstücken, dann könnte ich es mir schon vorstellen, darauf zu verzichten und den Gutschein verfallen zu lassen. Ansonsten würde ich aber wahrscheinlich eher schauen, ob es nicht möglich ist, an einem anderen Tag frühstücken zu gehen, an dem die Schwiegereltern sicher nicht dort sind. Sonst kann man ja auch mal fragen, ob man den Gutschein vielleicht nicht gegen eine Frühstückstüte zum Mitnehmen eintauschbar sind.
Ich kann dieses Dilemma sehr gut verstehen. Da ich sehr gerne zum Chinesen gehe, habe ich ein Lieblingsrestaurant. Nun ging meine Beziehung in die Brüche und es war leider nicht so, dass wir im Guten auseinander gegangen sind. Zu allem Überfluss wohnt nun mein Exfreund bei seinem Kollegen direkt über meinem Lieblingsrestaurant, was auch bedeutet, dass er sehr oft dort zu Besuch ist. Ich habe ihn beim Vorbeilaufen schon öfters darin gesehen.
Da ich ihm nicht zwangsläufig begegnen möchte, und schon gar nicht in einem Raum, also in einem Restaurant mit ihm sein möchte, meide ich dieses Lokal nun, obwohl ich es sehr schade finde. Ich kann also verstehen, dass man nicht immer jedem über den Weg laufen möchte und vor allem dann auch nicht zwangsläufig zusammen sitzen möchte.
Mich würde das nicht davon abhalten, dass ich die Gutscheine verfallen lasse nur weil man die Schwiegereltern treffen könnte. Dann sieht man diese halt vielleicht na und? Muss man nicht direkt zu sich an den Tisch bitten nur weil man sie sieht und sich auch nicht zu ihnen setzen, nur weil sie bereits da sind. Man kann durchaus auch etwas ohne die Schwiegereltern machen und das auch offen ansprechen, dass man das gerne zu zweit machen würde und nicht in der großen Runde. Wenn sie sich dann vor den Kopf gestoßen fühlen ist ihre Sache, immerhin war es kein abgesprochenes Treffen sondern ein zufällig und man muss nicht erwarten, dass man dann immer mit offenen Armen empfangen wird und direkt sich anderen anschließen kann.
Ich habe auch eine Lieblingspizzaria gehabt, bei der einer meiner Ex Partner um die Ecke gewohnt hat. Dennoch hat es mich nicht abgehalten, dass ich dort ebenfalls mit Freunden, Bekannten und Verwandten essen gegangen bin. Man hat sich ab und an gesehen, nett gegrüßt und sich dann aus dem Weg gegangen. Auch ich habe ihn mit seiner neuen Freundin dort schon Essen gesehen und musste mich dennoch nicht aufdrängen, eine einfache Begrüßung und dann einen anderen Tisch aufgesucht und mich wieder meinen Begleitern gewidmet und ihn ausgeblendet. Sich den Besuch von solchen Dingen vermiesen zu lassen und das gar zu meiden, finde ich einfach nur albern und zeugt nicht gerade für das Verhalten eines Erwachsenen Menschen.
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