Unter Druck gesetzt fühlen, wenn Freunde Eltern werden?

vom 12.02.2017, 11:39 Uhr

Eine Freundin erzählte mir jetzt, eine Bekannte von ihr schwanger sei. Vor einem Jahr habe sie sich noch mit der Bekannten über Kinder unterhalten und man war sich wohl einig, dass dies noch Zeit hätte. Nun war meine Freundin wohl umso überraschter, als sie eben fuhr, dass besagte Bekannte nun ein Kind erwartet. Die Beiden sind knapp über 30 Jahr alt.

Meine Freundin meinte, dass sie hin- und hergerissen wäre, was die Kinderplanung anginge. Sie denkt, dass sie schon Kinder haben möchte, fühlt sich aber noch nicht bereit dafür. Nun hat sie Bedenken, dass sie irgendwann zu alt dafür sein könnte. Immerhin ist sie in ein paar Jahren schon 35. Auch sagte sie mir, dass sie sich durch die Schwangerschaft der Bekannten nun wieder etwas unter Druck gesetzt fühlt. Sie dachte, dass es eben auch noch andere in ihrem Alter gäbe, die sich Zeit damit ließen.

Könnt ihr verstehen, dass man sich durch die Schwangerschaft von Freunden oder Bekannten selbst unter Druck gesetzt fühlt? Ist das ein eher ungewöhnliches Problem, was meine Freundin hat? Ich wusste auch nicht, was ich ihr da raten oder wie ich sie trösten könnte.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Ich finde über 30 auch schon sehr spät für die erste Schwangerschaft. Dass man da Torschlusspanik bekommt kann ich verstehen, was ich aber nicht verstehen kann ist, dass man sich da so sehr an die Vorgaben von bloßen Bekannten hält.

» Sternenbande » Beiträge: 1860 » Talkpoints: 70,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Jeder muss für sich selbst entscheiden, wann er bereit für die Hochzeit oder das erste Kind ist. Das Alter ist dabei eher zweitrangig. Natürlich stimmt es, dass eine Frau nicht ewig zeugungsfähig bleibt, aber was bringt es einem denn, ein Kind in die Welt zu setzen, wenn man dieser Verantwortung vom Kopf her noch gar nicht gewachsen ist? Dann setzt man sich doch lediglich auf andere Art und Weise unter Druck und macht sich womöglich auch noch unglücklich.

Ich bin jetzt auch langsam in dem Alter, in dem meine Schulfreunde und Kommilitonen heiraten und Kinder bekommen, und ich werde ständig gefragt, wann es denn bei mir so weit sei. Meine Antwort darauf bleibt immer die gleiche: "Dann, wenn ich bereit dafür bin". Aktuell kann ich mir keins von beiden für mich und meine Zukunft vorstellen, und deswegen lasse ich mir auch von niemandem einreden, dass ich mich damit irgendwie beeilen soll. Jetzt stehen für mich erstmal Dinge wie die Selbstverwirklichung und mein Berufsleben im Vordergrund. Mag sein, dass sich meine Prioritäten schneller ändern werden, als ich mir jetzt denke, aber deswegen will ich mich eben auch noch auf nichts konkretes festlegen.

» MaximumEntropy » Beiträge: 8472 » Talkpoints: 838,29 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Wenn man bedenkt, dass man mit 35 und einer ersten Schwangerschaft als Riskoschwangere gilt und die Gefahr einer Behinderung des Kindes sehr groß ist, besonders, wenn es das erste Kind ist, kann ich verstehen, dass man da Torschlusspanik bekommt und sich das durch Schwangerschaften im Freundes- und Bekanntenkreis dann vor Augen führt.

Ich wollte nie zu spät Mama werden. Denn ich weiß auch, was es für ein Kind heißt alte Eltern zu haben. Als ich 14 war, waren meine Eltern schon 50 und ich fand das als Kind nicht gerade prickelnd.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich kann das irgendwo nachvollziehen, denn ich fürchte, dass bei Frauen die innere Uhr einfach immer lauter zu ticken beginnt, wenn man auf die 30 zukommt. Jenseits der 30 muss es wirklich schlimm sein. Dass deine Bekannte sich hin- und hergerissen fühlt, halte ich für normal. Vermutlich fühlt man sich, wenn man zum ersten Mal Mutter wird, nie so richtig bereit für das erste Kind. Wahrscheinlich fühlen sich die meisten Frauen bei der Vorstellung überfordert oder haben Angst. Aber sobald es erstmal da ist, läuft es doch meistens trotzdem.

» Cappuccino » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Mod am 12.02.2017, 15:18, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen

Ich kann gut verstehen, dass man sich unter Druck gesetzt fühlt, wenn alle im Freundeskreis Familien gründen, nur man selbst noch nicht. Man wird ja somit mit einer grundlegenden Fragestellung (ja oder nein zum Kinderbekommen) bezüglich der eigenen Zukunft konfrontiert, die oftmals sehr schwierig zu entscheiden ist - und die nur zu gern aufgeschoben wird.

Meiner Meinung nach gibt es eigentlich keinen wirklich perfekten Zeitpunkt für die Familiengründung, denn man kann nicht alles absichern und vorausplanen. Ich kenne jedoch auch ein paar Fälle aus dem Bekanntenkreis, die sich sozusagen zu lange Zeit ließen bis es dann doch nicht mehr klappte.

» Taurus » Beiträge: 84 » Talkpoints: 22,71 »


Ich kann das ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen. In meinem Freundeskreis gibt es schon mehrere, die verheiratet sind und Kinder haben. Es ist teilweise sogar schon das zweite Kind zur Welt gebracht worden und mittlerweile gibt es 7 Kinder im Freundeskreis. Ich fühle mich dadurch aber dennoch nicht unter Druck gesetzt und wüsste auch gar nicht warum.

Was mich persönlich eher unter Druck setzt ist, wenn sich die Familie da einmischt und da Druck macht. So betont mein Schwiegervater gerne, dass er kurz vor der Rente stünde und gerne noch erleben würde, wie mein Partner und ich Eltern werden. Meine Schwiegermutter macht schon Pläne, dass sie in der Rente auf unser Baby aufpassen könnte, was räumlich betrachtet unmöglich wäre, dafür wohnt sie zu weit weg.

Auch von meinen Eltern kommen gerne mal Anspielungen, wann es bei uns endlich mal soweit ist was Nachwuchs angeht. Von unseren Geschwistern kommen ähnliche Kommentare, aus dem Freundeskreis dagegen überhaupt nicht. Daher fühle ich mich von der Familie deutlich eher unter Druck gesetzt als durch den Freundeskreis. Den Freundeskreis finde ich dagegen noch ziemlich entspannt.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -1,02 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Wenn man einen innerlichen Kinderwunsch hat und über 30 ist, ist das sicherlich schwer wenn im Bekannten- oder Freundeskreis jemand schwanger wird. Das Thema wird dann ja doch mal besprochen und man macht sich so seine Gedanken, ob man so weit ist, den richtigen Partner an seiner Seite hat und so weiter. Die innere Uhr tickt dann sicherlich schon ganz deutlich und natürlich muss man auch bedenken, dass die Schwangerschaft irgendwann auch zum Risiko für Kind und Mama wird.

Wobei man letztendlich immer noch die Entscheidung über das Leben, was in einen heranwächst trifft. Wenn man sich nicht bereit dazu fühlt, sollte man es definitiv noch lassen und wenn es dann körperlich nichts mehr wird hat man vielleicht auch noch andere Wege um sich seinen Wunsch zu erfüllen, aber man sollte die Entscheidung für oder gegen ein Kind immer gut bedenken und nicht von anderen Menschen abhängig machen.

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Ich würde sagen, das kommt auch auf das Umfeld an. Ich kenne einige Leute, wo die Eltern und Großeltern sehr sehnsüchtig auf Enkelkinder warten und damit ohnehin schon nicht hinter dem Berg halten. Wenn aber dann auch noch Freunde oder Bekannte nach und nach mit dem Kinder bekommen anfangen, dann häufen sich die Nachfragen oft und das baut schon Druck auf. Und wenn man vielleicht selbst auch gerne welche will, es aber nicht so richtig klappt und dann alle anderen vorlegen, empfindet man das sicher auch als zusätzliche Belastung und gerät gefühlt noch mehr in Zugzwang.

Wenn man aber nur selbst entscheiden muss, ob man Kinder möchte oder nicht, glaube ich nicht, dass einen das Verhalten von Freunden und Bekannten da besonders unter Druck setzt. Manche Leute möchten Kinder, andere nicht, das ist eben so. Das muss jeder für sich selbst entscheiden und Kinder in die Welt zu setzen, nur weil das gerade alle anderen auch so machen, ist sicher kein guter Beweggrund.

Das Alter finde ich allerdings schon ein Argument. Wie schon erwähnt, steigt mit zunehmendem Alter das Risiko bei einer Schwangerschaft, übrigens nicht nur für das Kind sondern auch für die Mutter. Das ist schon eine größere körperliche Belastung und die steckt man nicht eben leichter weg, wenn man älter wird. Von dem Schlafmangel nach der Geburt ganz zu schweigen. Da kann schon Druck entstehen, wenn man das so durchdenkt. Aber das Fortpflanzungsverhalten der Freunde war für uns nie ein Argument, weder dafür noch dagegen, noch für den Zeitpunkt.

» Sorcya » Beiträge: 2904 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich fühle mich überhaupt nicht davon unter Druck gesetzt, wenn in meinem Freundes- und Bekanntenkreis jemand schwanger ist. Gleichwohl ich mir das eine oder andere Mal schon anhören musste, dass ich doch langsam mal reif sein sollte, weil ich ja nicht jünger werde. Doch mittlerweile glaube ich, dass ich einfach keine Kinder will und brauche. Mir fehlt nichts, ganz im Gegenteil.

Ich mag Kinder nicht sonderlich, sie gehen mir auf den Senkel und mehr. Natürlich nicht nach kurzer Zeit, aber auf die Dauer. Deswegen ist das alles so gut, wie es ist und mein Freund sieht das mittlerweile sehr ähnlich. Es war sicherlich mal ein anderer Gedanke da, aber wir lieben unsere Freiheit, machen zu können, was wir wollen und wann wir wollen. Keine Lust auf derartige Verpflichtungen, sodass mir das sehr gut in den Kram passt.

Ich fühle mich daher davon auch nicht unter Druck gesetzt. Ganz im Gegenteil. Wenn dann mal kommt, kannst du mal für eine bis zwei Stunden auf meine Lütte aufpassen, tue ich das, aber ich sag dann durchaus mal süffisant "siehste, das bleibt mir erspart, weil ich kommen und gehen kann, wie es mir passt".

In meinen Bekanntenkreis gibt es viele mit Kindern. Glücklich sieht anders aus. Die Beziehungen sind kaputt gegangen, weil das Kind ein Hindernis wurde, die Zeit ist mangelhaft vorhanden, Kinder sind oftmals auch fordernd (nicht bewusst und extra - jedenfalls nicht die meisten). Zu 50 Prozent sehe ich, dass die Leute ihre Kinder nicht missen wollen, aber gestresst, genervt und sich eingesperrt fühlen. Selber Schuld.

Ich selber muss das alles nicht haben. Ich will in den Urlaub fliegen, wann immer ich will und mich nicht in Ferienzeiträumen bewegen müssen. Ich möchte mit meinen Freund spontan eine Sauftour veranstalten können ohne, dass ich das Kind bei Oma, Opa oder Tante unterbringen muss. Ich möchte spontan auf Konzerte gehen und vieles mehr. Ich bin offenbar genau dieser Typ Frau und das lerne ich auch zu schätzen. Das war anders, gebe ich zu, aber ich bin so glücklich und brauche keine Kinder.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 6121 » Talkpoints: 1,40 » Auszeichnung für 6000 Beiträge


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