Schüleraustausch ohne Organisation möglich?

vom 02.08.2012, 10:29 Uhr

Ich habe mich mit dem Thema Schüleraustausch bisher nur mal am Rande beschäftigt. Normalerweise ist es ja so, dass die ganzen Dinge über eine Agentur laufen, die dann auch alles organisiert. Dafür fällt aber auch einiges an Geld an, was ja auch verständlich ist. Wie ist es aber, wenn man sich das ganze sparen will, weil man z.B. jemanden aus der Bekanntschaft als Austauschschüler aufnehmen will? Kann man das selbst organisieren?

Bei uns ist es nämlich so, dass ein Mädchen aus der Bekanntschaft gern ein paar Monate oder auch ein Jahr nach Deutschland kommen würde. Sie selbst lebt in Ungarn (also innerhalb der EU) und geht dort ins Gymnasium. Aktuell ist sie 15 Jahre alt. Kann man so einen Austausch auch ohne größere Organisation im Hintergrund hin bekommen? Wenn ja, was muss man alles beachten? Die Anmeldung in der Schule kann ja nicht so schwer sein. Außerdem müsste man wohl was in Sachen Erziehungsrecht klären oder? Hat schon einmal jemand an einem Schüleraustausch teilgenommen oder einen Gastschüler aufgenommen? Was musste im Vorfeld alles geklärt und erledigt werden?

» ChaosXXX » Beiträge: 1877 » Talkpoints: 1,61 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Möglich ist es sicher, das auch ohne Organisation zu machen, wobei ich echt froh war, AFS zu haben. Genau sagen, was für ein Papierkram dabei anfällt, kann ich dir nicht, aber es müssen Sachen mit der Gastschule geklärt werden, wie du schon sagtest Erziehungsrecht, evtl. auch Versicherungen. Die Heimatschule interessiert sich dagegen übrigens meines Wissens nach weniger dafür, ob man mit Orga oder ohne weg war, meine zumindest wollte nur hinterher ein Zertifikat, dass ich überhaupt auf einer Schule war.

Man sollte dabei aber bedenken, dass eine Organisation eben mehr macht, als nur das Kind losschicken. Da ist eine ganze Menge mehr bei. Mit AFS hatte ich vor dem Austauschjahr ein Bewerbungswochenende, bei dem erstmal geschaut wurde, ob man überhaupt geeignet ist. Danach kamen noch zwei Vorbereitungswochenenden, ein allgemeines und eins für Japan und Thailand, wo einem erklärt wurde, worauf man achten muss, woran man als Auslänger oft einfach nicht denkt

Danach während des Austauschjahres hatte ich meine LPs (Liaison Person), die ich bei Problemen hätte ansprechen können. Dazu habe ich Lernbücher bekommen, hatte Kontakt zu anderen Tauschis, und es gab immer mal wieder Treffen mit den ganzen AFSern in meiner Präfektur, bei denen man sich einmal richtig austauschen konnte, bei Problemen nachfragen konnte, etc.

Und als ich wieder zurück war, gab es noch zwei Nachbereitungstreffen. Erfahrungsgemäß wollen viele Leute eben einfach eine kurze Zusammenfassung, bei den Treffen konnte man dagegen wirklich ausgiebig reden, und auch z.B. Reverse Culture Shock wurde angesprochen, der auch recht heftig sein kann.

Diese ganzen Sachen fallen natürlich weg, wenn man ohne Organisation loswill. Wenn die Gastfamilie und der Tauschi sich das zutrauen, so ein Jahr alleine durchzustehen, dann kann man das sicher auch selbst regeln, aber ich bin auch im Nachhinein echt froh, mit einer Organisation gefahren zu sein. Und sei's auch nur, um hinterher Freunde in allen möglichen Ländern zu haben. :mrgreen:

» Kalu-chan » Beiträge: 718 » Talkpoints: 11,85 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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