Inwiefern ist Schulunfähigkeit mit Schulpflicht vereinbar?
In einem anderen Beitrag habe ich bereits über Schulunfähigkeit geschrieben und wollte eben wissen, wie so eine Untersuchung überhaupt aussieht und wie eine Schulunfähigkeit überhaupt festgestellt wird, nachdem ich in den Medien über einen Mann gelesen hatte, der mit 13 Jahren nach einer Untersuchung als schulunfähig eingestuft worden ist.
In Deutschland haben wir ja die allgemeine Schulpflicht und ich verstehe nicht so ganz, wie man so eine Schulunfähigkeit mit der allgemeinen Schulpflicht in diesem Land vereinbaren kann. Das passt für mich nicht wirklich zusammen. Es gibt doch mittlerweile so viele Fördermöglichkeiten und auch Schulen für Inklusion und dergleichen, sodass theoretisch jeder sich bilden lassen kann, wenn er das denn möchte. Was meint ihr dazu? Passen Schulpflicht und Schulunfähigkeit überhaupt zusammen?
Ausnahmen bestätigen die Regel, wie man so schön sagt. Normal müssen ja auch alle Schüler eine Abschlussprüfung machen und auch da gibt es Ausnahmen, wenn ärztlich bescheinigt ist, dass ein Schüler unter extremer Prüfungsangst leidet. So eben auch mit der Schulunfähigkeit. Dazu müssen Eltern immer zustimmen, wenn das Kinder auf einer Sonder- oder Förderschule unterrichtet werden soll.
Dazu muss man sehen, dass hier die Schulunfähigkeit im Jahr 1986 bescheinigt wurde. Ich weiß nicht, wie damals das Schulgesetz in Bayern aussah, welche Förderschulen überhaupt vorhanden waren und wie der Werdegang des Mannes wirklich gewesen ist, während der Schulzeit. Aber insgesamt gehe ich davon aus, dass man über eine Bescheinigung der Schulunfähigkeit auch die Schulpflicht aushebeln kann.
Eigentlich hast du dir die Antwort doch selbst gegeben. "Inzwischen" ist das Stichwort. 1986 gab es das mit Inklusion in diesem Maße noch gar nicht. Da gab es die Förderschule für Lernschwache, etwas für schwer erziehbare und die Behinderten mit körperlichen Einschränkungen. Danach wurde sortiert in diese vier Kategorien und am Ende gab es zwei Schulformen, die Förderschule wo alles "nicht normale" rein gesteckt wurde und die normalen. Eine Lehrkraft für eine Klassenstärke von 30-35 Schüler keine Seltenheit, auch an den Förderschulen. Das dort nicht auf einzelne eingegangen werden konnte war klar.
In Bayern reichte 1992 schon etwas kleines aus, damit man das bescheinigt bekommen hat. So war das auch in meinem Jahrgang, ein Heuschnupfen machte es unmöglich die Schule zu besuchen, eine verkrüppelte Hand ebenfalls. Einfach weil die Förderklassen der einzigen Schule im Umkreis von 80 Kilometern voll waren, da ließ man die Kinder lieber Zuhause. Kein Elternteil hätte auch zugestimmt, dass das Kind jeden morgen 200 Kilometer weit durch ganz Bayern gefahren wird damit es zur Schule kommt und auch wieder abgeholt werden muss. Einen Umzug kann man nicht vorschreiben, wer gebunden war mit Haus gebaut und festem Job, der hat das auch nur selten in Kauf genommen.
Fernschule? Nette Idee, gibt es hier nicht. Zuhause unterrichten? Teuer, wenn man sich einen Lehrer anstellt für jedes Fach, das Geld muss auch von den Eltern erst einmal verdient werden. Selbst Bücher kaufen und Selbststudium? Mach das mal bei einem Kind, Erwachsene tun sich damit schon schwer den inneren Schweinehund zu überwinden, aber ein Kind hat andere Interessen als den ganzen Tag vor dem Buch zu sitzen. Zudem das auch Kontrolle erfordert, sprich ein Elternteil müsste Zuhause sitzen und das überwachen, dass auch gelernt wird.
Die Möglichkeiten sind ganz anders heute, was auch eine Menge Geld kostet. Aber auch heute sind die Klassen mit Inklusion nicht das wahre wie man sich das vorstellt. Manche sind Musterbeispiele, da läuft es aber im großen und ganzen geht auch dort noch vieles schief und gehört schon lange verbessert, vor allem im Bezug auf die Klassenstärke und das eingesetzte Personal was immer noch zu wenig ist.
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