Ist Krebs beim Menschen eines Tages ansteckend?

vom 10.07.2016, 14:22 Uhr

Zellen entwickeln sich und unterliegen auch einer Art von Evolution, genauso wie Bakterien und Viren zum Beispiel. Es geht in erster Linie um das Überleben und wie man am Beispiel von Antibiotika und Resistenzen sieht, steht die Zeit nie still und man entwickelt sich weiter, passt sich an und die stärksten überleben.

Ich habe vor kurzem gelesen, dass es einige Krebszellen bei Tieren gibt, die "ansteckend" sind und die auch bei anderen Tieren gefunden werden konnten. So gibt es eine Form von Leukämie bei einer Muschelart, die schon bei anderen Muschelarten gefunden worden ist, die sich untereinander gar nicht fortpflanzen können. Man stellte fest, dass die Übertragung von ansteckenden Krebszellen in der marinen Umgebung weit verbreitet ist. Bisher ist nämlich nur bekannt, dass Krebsarten sich meist auf eine Art beschränken und nicht auf verschiedene Arten übergreifen können.

So weiß man zum Beispiel beim Menschen bisher, dass Krebs nur dann übertragen wurde, wenn zuvor eine Organtransplantation gemacht worden ist oder durch eine Schwangerschaft zum Beispiel. Bei Hunden ist bisher eine ansteckende Krebserkrankung bekannt, beim Tasmanischen Teufel zwei und bei vier Arten von Muscheln sind fünf Krebsarten ansteckend.

Da stelle ich mir die Frage, ob das beim Menschen nicht theoretisch auch irgendwann möglich wäre, dass Krebszellen genauso ansteckend und übertragbar sind wie die Grippe zum Beispiel oder ein Schnupfen. Haltet ihr es für möglich, dass Krebs irgendwann bei uns auch so ansteckend ist, wie bei manchen Tierarten? Wird das noch zu unseren Lebzeiten der Fall sein oder erst lange nach unserem Tod?

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -1,02 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich bin schon lange der Meinung, dass einige Krebsarten ansteckend sind beim Menschen. Wenn du bedenkst, dass jemand Lungenkrebs hat und hustet dich an, schreckst du da nicht automatisch zurück? Man weiß es zwar nicht, dass es kein Erkältungshusten ist, aber der Husten würde sich anders anhören, nicht ganz so trocken und laut.

Auch wäre das schlimme Schleim spucken etwas anders. Ich könnte mir vorstellen, dass Hautkrebs ansteckend ist. Das Melanom bildet schon früh Tochtergeschwülste. Bei 36% der Organempfängern von Krebskranken bildete sich ebenfalls Krebs. Ein Organ-Empfänger starb sechs Monate nach der Verpflanzung durch Krebs. Der Spender war an Schwarzem Hautkrebs erkrankt.

Wenn es so wäre, dass Krebs ansteckend ist, würden die Forscher, die das festgestellt haben, mundtot gemacht durch Geld. Die Pharma-Konzerne können nur Geld verdienen, wenn es genügend kranke Menschen gibt.

Ich bin der Auffassung, dass Einiges an gesundmachender Medizin von den Firmen zurückgehalten wird. Nur wenn voraussichtlich ein Medikament viel Erfolg/Geld verspricht, kommt es auf den Markt. Vielleicht bin ich auch zu argwöhnisch.

Bluttransfusionen sollen zwar sehr sicher sein. Aber wer garantiert dafür, dass es wirklich so ist? Je nach Krebsstadium geht der Krebs in das Blut über. Nachprüfbar dürfte das nicht sein für den Empfänger. Warum sollen die Menschen eigentlich alles das glauben, was ihnen über die Ansteckung erzählt wird? Wir haben keinen Beweis dafür. Das ist wie in der Bibel, alles glauben, aber keine Beweise liefern.

Viren können Krebs auslösen. Viren kann man sich aber auch von einem anderen Menschen holen. Warum sollten sie nicht bei uns den gleichen Krebs auslösen, wie beim anderen Menschen schon?

Wenn ich das von dir lese, dass Hunde eine ansteckende Krebsart haben und das auch in der marinen Umgebung weit verbreitet ist, dann dürfte man theoretisch weder Fisch, Krebs, Muscheln noch sonstige Tierarten aus dem Wasser essen. Ich esse sie auch nicht, aber allgemein werden diese Tiere doch gerne verzehrt. Warum soll sich keiner anstecken können? Oder Hunde, die gerne den Menschen ablecken, können sie dadurch den Menschen anstecken?

Deine Frage nach der Ansteckung, ja, das halte ich für möglich und glaube, dass es teils schon so ist. Nicht erst nach unserem Tode, sondern wir werden es offiziell noch alle erleben.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Cid hat geschrieben:Bei 36% der Organempfängern von Krebskranken bildete sich ebenfalls Krebs. Ein Organ-Empfänger starb sechs Monate nach der Verpflanzung durch Krebs. Der Spender war an Schwarzem Hautkrebs erkrankt.

Aber das hat ja nun nicht wirklich etwas mit Ansteckungsgefahr zu tun. Das liegt ja schlicht weg daran, dass man mehr oder weniger bewusst, einen bisher Krebsgesunden mit Absicht mit Krebs infiziert. Das ist ja nun nicht wie bei einer Erkältung, wo Viren oder auch Bakterien durch Husten übertragen werden, sondern schlicht und einfach dadurch, dass in diesen 36% der Fällen bereits mit Krebszellen infiziertes Gewebe transplantiert wurde. Dazu kommt dann ja noch die notwendige Immunsuppression des Empfängers, damit das Organ nicht abgestoßen wird. Man bietet quasi beste Voraussetzung für das Gedeihen des Tumors.

Wenn es so wäre, dass Krebs ansteckend ist, würden die Forscher, die das festgestellt haben, mundtot gemacht durch Geld. Die Pharma-Konzerne können nur Geld verdienen, wenn es genügend kranke Menschen gibt.

Ein immer wieder gern genommenes Argument. Sicherlich ist es nicht falsch, dass Pharmafirmen froh sind, wenn sie viel Geld verdienen können. Aber wenn es tatsächlich so einfach wäre, Krebs zu heilen und man würde solche Medikamente nur unter Verschluss halten, damit einem nicht die Kundschaft ausgeht, stellt sich doch eine wichtige Frage.

Warum gibt es denn dann Menschen die trotz State-of-the-Art Therapie binnen Wochen oder Monaten sterben? Wäre es dann nicht sinnvoller einfacher jeden Patienten so ein bisschen dahin vegetieren zu lassen und ihn über Jahre oder Jahrzehnte an seinem Krebs leiden zu lassen, damit man ihn solange mit seinen Produkten versorgen kann?

Oder ist es dann nicht doch die wahrscheinlichere Antwort, dass man einfach noch nicht so weit ist in der Forschung? Ich will damit keinesfalls in Abrede stellen, dass es sicherlich genug Pharmaunternehmen gibt, die nicht unbedingt das große Interesse am Wunderheilmittel haben. Aber ich glaube einfach nicht, dass solche Unternehmen, wenn man ihnen schon so eine Böswilligkeit unterstellen will, so blöd wären, sich dann so viele Kunden entgehen zu lassen.

Nur wenn voraussichtlich ein Medikament viel Erfolg/Geld verspricht, kommt es auf den Markt. Vielleicht bin ich auch zu argwöhnisch.

Was aber eben irgendwie Sinn der Sache ist, wenn man Medizin in die Hände von Privatunternehmen legt, die am Ende des Tages ihren Aktionären verpflichtet sind. Das ändert aber erstmal nichts daran, dass solche Forschung dennoch veröffentlicht wird. Aber wenn etwas keinen Gewinn verspricht, dann wird die Forschung nicht weiterbetrieben oder das Medikament nicht vermarktet. Das finde ich genauso blöd wie du, aber dass kann man in einer Marktwirtschaft nicht ändern, wenn man das Gesundheitswesen oder die Forschung nicht in gemeinnützige Hände legt.

Wir haben keinen Beweis dafür. Das ist wie in der Bibel, alles glauben, aber keine Beweise liefern.

Nunja im Gegensatz zur Bibel kann man Medizin aber überprüfen. Medikamente müssen Zulassungsstudien durchlaufen, Studien die veröffentlicht werden samt Studienprotokoll. Das heißt ganz einfach mit ein wenig Aufwand kann man, wenn man will, die Studie, die zu einer Zulassung führt, einfach nachbauen. Theoretisch kann also jeder Depp einfach nachschauen, ob es denn nun wirklich stimmt, was der Hersteller verspricht. Das ist dann doch ein gravierender Unterschied zur Bibel.

Ob Jesus von den Toten wieder auferstanden ist oder ob es einen Gott gibt können wir nicht wirklich überprüfen. Das heißt noch lange nicht, dass man in der Medizin nun schon alles weißt, aber vieles kann man halt nachprüfen. Man muss es nur wollen.

» Klehmchen » Beiträge: 5494 » Talkpoints: 1.015,07 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



@Klehmchen, natürlich hast du recht mit der Ansteckung bei Organverpflanzungen. Das ist nicht gleichzustellen mit der Ansteckung einer Grippe zum Beispiel. Aber da frage ich mich doch, warum wird da bewusst ein Organempfänger, der keinen Krebs hat, mit dieser Krankheit infiziert? Wenn man es vorher oder bei einer Operation nicht feststellen kann, dass das zu verpflanzende Organ bereits mit Krebs infiziert wurde, ist es zu verstehen, dass man in gutem Glauben einem Kranken hilft. Aber warum bewusst einen Kranken noch kränker machen durch infiziertes Gewebe?

Nimmt man das bewusst in Kauf, weil nicht genügend Spenderorgane zur Verfügung stehen und man im Moment der Verpflanzung keine Alternative hat? Oder will man dadurch forschen, wie die Überlebenschance des Empfängers ist bei der notwendigen Immunsuppression? Diese Handhabung wirft viele Fragen auf. Kannst du sagen, warum man so verfährt?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Cid hat geschrieben:Nimmt man das bewusst in Kauf, weil nicht genügend Spenderorgane zur Verfügung stehen und man im Moment der Verpflanzung keine Alternative hat? Oder will man dadurch forschen, wie die Überlebenschance des Empfängers ist bei der notwendigen Immunsuppression? Diese Handhabung wirft viele Fragen auf. Kannst du sagen, warum man so verfährt?

Nun ich habe mich da nochmal etwas belesen, gerade auch was das Risiko für Krebserkrankungen angeht. Zum einen kann ich zumindest für Deutschland sagen, dass hier niemand so ein Risiko bewusst in Kauf nimmt. Besteht eine akute Krebserkrankung ist das bei uns ein Ausschlusskriterium für eine Organspende. Ob das auch in jedem anderen Land so geregelt ist, kann ich dir aber nicht sagen. Insgesamt muss ich da meinen ersten Post etwas relativieren. In dem besagten Fall wird meine Aussage zutreffen, aber nicht für alle Fälle.

Es gibt aber eine Reihe Probleme, die so eine Spende mit sich bringt. So gibt es zum einen viele Krebserkrankungen, die zum Zeitpunkt der Spende schlichtweg noch nicht bekannt und diagnostiziert sind. So kann ja durchaus eine bereits metastasierte Krebserkrankung bestehen, bei der die Tumoren beziehungsweise Metastasen noch so klein sind, dass sie einfach nicht entdeckt werden und so wird unbewusst ein infiziertes Organ verpflanzt.

Viel häufiger besteht aber das Problem einfach darin, dass der Organempfänger selber schon mit Viren infiziert ist oder entartete Zellen hat, die die Immunsuppression nach Organtransplantation dann für das Wachstum und die Metastasierung nutzen. Genauso gibt es durchaus Erkrankungen die zunächst nur für ein Organversagen sorgen im Verlauf aber auch entarten können. So kann es durchaus vorkommen, dass man mit der Transplantation nur ein Symptom behebt, aber eben nicht die zugrunde liegende Erkrankung.

Es gibt durchaus Studien die klar besagen, dass sich durch die Bank das Risiko für eine Tumorerkrankung nach Transplantation erhöht, eigentlich egal welche Tumorart man betrachtet. Aber dabei sieht man teilweise Erkrankungen, die zum Beispiel an Lunge oder Niere merkwürdigerweise das eigentlich gesunde Organ betreffen und nichtmal das transplantierte Organ. Das würde wieder die These stützen, dass das Problem an sich nicht im Transplantat, sondern schon im Empfänger selber schlummert und nur durch die Immunsuppression seine Chance zum Gedeihen erhält.

Alles in allem ist dies aber eben keineswegs mit einer normalen Übertragen von Krankheiten zu vergleichen. Man scheint also nach aktuellem Stand der Forschung jetzt keine Angst haben zu müssen, dass man durch Händeschütteln oder Benutzen der gleichen Toilette oder dergleichen gleich Krebs bekommt.

» Klehmchen » Beiträge: 5494 » Talkpoints: 1.015,07 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Wenn an einem Organ die Metastasen noch nicht festgestellt werden können und es wird einem Kranken eingepflanzt, dann ist es wohl auch nicht möglich, den Kranken vor dem Krebs zu schützen. Denn dafür sorgt die Immunsuppression.

Da in Deutschland aber auch Organe aus dem Ausland verpflanzt werden, kann man da sicher sein, dass diese Organe nicht von einem bereits an Krebs Erkrankten stammen? Werden die Vorschriften für die Prüfung eines Organes, das für eine Transplantation freigegeben wird, genau eingehalten? Man weiß ja nicht, ob nur einwandfreie Organe in der Datenbank landen. Ich wundere mich auch, dass nur ein paar europäische Länder in Eurotransplant sind, das sind fünf West-Europäische und drei Ost-Europäische.

Daran, dass in Organen eines Empfängers schon Krebsanlagen schlummern könnten, die durch die Immunsuppression dann ihre Chance zum Ausbrechen bekommen, habe ich noch nicht gedacht. Es gibt so viele Möglichkeiten, die man nicht kennt.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


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