Unfreiwillig Diagnose von anderen beim Arzt mitbekommen?
Ich war vor kurzem bei meinem Hausarzt. Wenn nicht ganz sicher ist, ob man besonders ansteckend ist oder nicht, kommt man gar nicht oder nur kurz ins Wartezimmer. Man kommt dann aber auch nicht ins normale Behandlungszimmer, sondern in solche Kabinen mit einem Stoffvorhang. Da wird normalerweise Blut abgenommen und so weiter, wobei man aber auch da vom Arzt behandelt werden kann.
Jedenfalls gibt es mehrere Kabinen mit Stoffvorhang, wobei manchmal alle Kabinen belegt sind. Nun war es schon wieder so, dass ich in meiner Kabine saß, während in der Kabine neben mir ein junger Mann war, der vom Arzt behandelt wurde. So bekam ich ausgiebig von seiner Durchfallerkrankung mit und wusste im Endeffekt alles über seinen Stuhlgang. Ehrlich gesagt war mir das so unangenehm, das Ganze hautnah mitanhören zu müssen, dass ich am liebsten im Erdboden versunken wäre.
Mir ist es schon oft passiert, dass ich so schon unfreiwillig von Krankheiten anderer Menschen erfahren habe. So ein Stoffvorhang verdeckt zwar die anderen Personen, aber natürlich muss man zwangsläufig alles mitanhören. Irgendwie fühle ich mich da auch nicht so wohl, wenn ich weiß, dass es umgekehrt genauso ist. Hört ihr manchmal beim Arzt unfreiwillig die Diagnose anderer Menschen mit an?
Es kann schon mal sein, dass man in einer Schlange bei der Anmeldung steht und dann eine Person sehr laut schon mal sagt, was sie hat, aber sonst habe ich das noch nie mitbekommen was ein anderer Mensch hat. Immerhin sind bei meinem Arzt auch verschiedene Räume vorhanden, in denen die Patienten dann warten und da wird eben auch die Tür geschlossen und der Arzt bespricht es dann auch mit geschlossener Tür. Ich würde mich auch nicht wohl fühlen, wenn es anders wäre.
Das erinnert mich an einen Bericht aus den Nachrichten, den ich gestern oder vorgestern mitbekommen habe. Da hieß es, dass Mitarbeiter der Stiftung Warentest herausgefunden hätten, dass Arztpraxen es mit dem Datenschutz nicht ganz so genau nehmen. So hätten die Mitarbeiter in vielen Stichproben mitbekommen, wie Arzthelferinnen über Patienten und deren Diagnosen lästerten oder wie lauthals Rezepte für bestimmte Medikamente ausgestellt wurde, wobei dann auch laut gesagt wurde, für was das Rezept ist. Das finde ich persönlich schon bedenklich, wenn es wirklich so schlecht um den Datenschutz stehen sollte, aber so wirklich was unternehmen kann man als Patient ja auch nichts.
So etwas habe ich zum Glück noch nicht mitbekommen und das wäre mir auch total unangenehm, eben weil es ja klar ist, dass andere Patienten dann auch meine Diagnose mithören können, wenn es umgekehrt ja genauso ist. So etwas wäre für mich ehrlich gesagt schon ein Grund, einen Arzt nicht zu wählen oder nicht erneut hinzugehen, wenn ich so etwas mitbekäme, dass es da Räume gibt, die nur mit einem Vorhang verhangen, aber nicht verschlossen sind.
Das habe ich schon einmal mitbekommen, ich war wegen Durchfall beim Arzt gewesen. Ich wartete neben der Tür und habe das Gespräch zwischen Ärztin und Patientin mithören können. Die Dame litt auch an Durchfall, da bei uns anscheinend ein Virus umher ging. Wirklich schlimm fand ich das nicht, eigentlich hätte ich auch nicht hinhören müssen. Andere Diagnosen wären für mich aber nicht besonders schön gewesen.
Ich erlebe es bei bestimmten Ärzten auch durchaus, dass dort durch die halbe Praxis gebrüllt wird, was bei Patient XY gemacht werden muss und welche Diagnose gestellt wurde. Ich finde das auch sehr unangebracht und eher beschämend je nach Erkrankung. Es kann ja immer etwas dabei sein, was einem eher unangenehm ist.
In einer Praxis ist es so, dass der Arzt immer noch vorne zur Anmeldung muss und dort den Arzthelferinnen dann Anweisungen gibt. Aber direkt dort ist auch das Wartezimmer und so bekommt man auch alles als wartender Patient mit, ob man will oder nicht.
Es ist nicht schwer die Diagnosen der anderen Patienten bei einem Arzt herauszufinden oder gar direkt zu hören. Manche Praxen sind so hellhörig, da hört man selbst mit geschlossener Tür alles. Bei den Kabinen mit den Stoffvorhängen ebenfalls.
Ansonsten werden auch gerne die Akten auf dem Tresen liegen gelassen und jeder weitere kann diese einfach lesen, wenn er sich mit seiner Karte dort selbst anmeldet. Ganz abgesehen von dem "Frau X braucht dieses und jenes gegen ihre Erkrankung Y" oder "Herr Z hat Diabetes macht einen Hba1c Wert" was über den Gang gebrüllt wird.
Mich stört es nicht mehr sonderlich, was gehen mich auch die anderen Menschen an? Ich höre dort eigentlich schon gar nicht mehr zu und finde es auch nicht unangenehm oder ekelig mir die Durchfallgeschichte eines andere Patienten mit anzuhören.
Dafür bin ich durch meinen alten Job wohl auch zu abgebrüht worden aber auch dort ist es üblich die Diagnose über den Gang im Krankenhaus zu brüllen wenn man direkt ein freies Behandlungszimmer will und darauf keine 10 Minuten warten kann.
Da geht es dann auch schon einmal "Infarkt brauchen sofort Platz". Erst aufwendig eine Schwester suchen die sich der Sache annimmt, ihr System anstarrt und dann einen Patienten nach draußen auf den Flur schiebt ist von der Zeit her dann nicht drinnen und es muss ein wenig zackiger gehen. Das erreicht man nur auf diese Weise, so bedauerlich es ist.
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