Wie und wonach entscheiden einen Arzt aufzusuchen?

vom 04.07.2016, 07:26 Uhr

Es gibt ja Menschen, die erst zum Arzt gehen, wenn sie quasi den Kopf schon unter dem Arm tragen. Man bekommt diese Menschen einfach nicht zum Arzt und es muss schon wirklich schlimm sein, dass sie sich dann doch untersuchen lassen.Andere gehen gleich wegen jedem Wehwehchen in die Praxis und nehmen gleich das schlimmste an, woran sie leiden könnten.

Ich muss sagen, dass ich meistens schon zum Arzt gehe, wenn ich Beschwerden habe, die einfach keine Besserung zeigen oder die immer wieder auftreten. Ich warte dann oft ein paar Tage ab und wenn dies nicht besser wird, gehe ich doch zum Arzt. Wenn ich natürlich starke Beschwerden habe, gehe ich meistens direkt zum Arzt.

Manchmal habe ich es aber auch, dass ich unsicher bin, ob nun der richtige Zeitpunkt ist, um schon einen Arzt aufzusuchen. Ich finde es ganz schlimm und peinlich, wenn ich in die Praxis gehe und dann nichts gefunden wird oder es eben so harmlos ist, dass es sich auch nach ein oder zwei Tagen von selbst erledigt hätte.

Wie und wonach entscheidet ihr, wann es sinnvoll ist einen Arzt aufzusuchen? Geht ihr lieber einmal zu viel als zu wenig? Oder muss bei euch schon etwas gravierendes sein, damit ihr freiwillig eine Arztpraxis betretet?

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Ich bin kein typischer Arztrenner und sitze entsprechend auch nur wenig in der Praxis. Wenn es mir nicht gut geht, dann behandele ich mich selbst und erst wenn das keinen Erfolg bringt, dann suche ich überhaupt einen Arzt auf. Wenn ich dienstlich unterwegs bin ist es auch einfacher, dort arbeite ich ständig mit Notärzten zusammen die man dazu befragen kann oder auch einen von sich aus direkt mit behandeln.

Aber ich finde es sollte weiterhin jedem selbst überlassen sein, wann er den richtigen Zeitpunkt für sich feststellt. Manche sitzen halt bei jedem Furz in der Praxis und andere gehen gar nicht. Aber es muss jeder selbst wissen auch wenn ich die Arztrennerei für zu viel halte. Aber ich kann das schlecht den Leuten sagen, insbesondere dann nicht wenn ich im Dienst bin, denn wenn doch etwas sein sollte und ich ihnen vom Arztbesuch abgeraten habe, dann kann ich dafür verantwortlich gemacht werden für die Folgen.

Darauf habe ich wenig Lust und entsprechend bekommen meine Patienten auch ein "passt schon", wenn sie mich fragen ob es das richtige war anzurufen oder nicht. Eskalieren tue ich nur bei komplettem Schwachsinn, z.B. seit 4 Tagen Ohrenschmerzen und dann nachts um 2 Uhr den Rettungswagen anrufen, weil man am Tag keine Zeit hat zum Arzt zu gehen. Mit ins Krankenhaus möchte man aber nicht, man erwartet eine Spritze und dann soll ich wieder gehen.

Das ist dann schon reichlich übertrieben die Vorstellung von dem Patienten, aber genau diese Fälle nehmen immer mehr zu, blockieren die Rettungsmittel und verstopfen auch die Kliniken. Lieber einmal vorher den Hintern zum Hausarzt schwingen anstatt einen auf Held zu machen und hinterher wie ein Läppchen bei uns anzurufen mit Kleinigkeiten die eigentlich Sache des Hausarztes sind.

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» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Ich habe in dieser Hinsicht großes Glück und bin auch dankbar für meine robuste Gesundheit. Seit ich selbständig zum Arzt gehen kann, war ich in den allermeisten Fällen weniger wegen einer Krankheit dort, sondern, um mir eine Krankschreibung zu holen. Für die dazugehörige Erkältung oder Grippe war gar keine medizinische Intervention nötig, aber wenn man sich eine Woche lang auskurieren muss, braucht man leider den nervigen gelben Zettel.

Davon abgesehen habe ich ein paar halbherzige Behandlungsversuche an meinem schlechteren Knie hinter mir, die außer einer Überweisung zum Orthopäden auch nicht viel eingebracht haben, sowie natürlich die Jahreshauptuntersuchung beim Frauenarzt, weil der sonst zickig wird und kein Pillenrezept mehr ausstellen will. Irgendwann teile ich dem guten Mann auch noch mal mit, dass ich die Pille auch locker im Internet bestellen könnte und nur aus Pflichtbewusstsein zur Untersuchung antanze. Alle anderen Organe lässt man ja auch in Ruhe, solange sie keine Probleme machen.

Da ich Arztbesuche hasse, gehe ich sonst nur zum Doktor, wenn es mir wirklich dreckig geht, also wenn der Kreislauf spinnt oder ich auszutrocknen drohe. Aber dennoch achte ich darauf, es nicht soweit kommen zu lassen, dass mich der Rettungswagen holen muss. Ich möchte nicht dafür verantwortlich sein, aus purer Dickschädligkeit Zeit und Ressourcen zu verschwenden, die andere Leute dringend brauchen.

» Gerbera » Beiträge: 11335 » Talkpoints: 53,75 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



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