Wegen Gesundheit falsche Eitelkeit entwickeln?
Meine Nachbarin hat Probleme mit einer Entzündung am Zeh, verursacht durch einen eingewachsenen Zehennagel. Sie hat schon einige Hausmittelchen und Salben ausprobiert und hat seit einiger Zeit ein Antibiotikum vom Arzt verschrieben bekommen, das sie in Form einer Salbe zweimal täglich auftragen muss. Die Salbe ist wohl gelb und hat eine Verfärbung des Zehennagels verursacht, was ihr ziemlich missfällt.
Sie beschwert sich die ganze Zeit, dass sie so ja gar nicht auf die Straße gehen könnte und selbst wenn ihr Zeh verheilt wäre, wäre der Nagel ja immer noch gelblich und sie befürchtet, dass sie dadurch für ungepflegt und "asozial" gehalten werden könnte. Daher meinte sie, dass sie sich den ganzen Sommer über nur in geschlossenen Schuhen auf die Straße trauen könnte, egal welche Temperaturen da herrschen.
Sie scheint sich im Moment wirklich viel mehr Sorgen um die Verfärbung zu machen als um die Entzündung an sich. Also meine Prioritäten würden da eher auf meiner Gesundheit liegen und solche eitlen Kleinigkeiten wären mir sowas von egal, solange ich eben gesund werde. Ich finde ihre Einstellung ziemlich unvernünftig und auch oberflächlich.
Wenn mir zu heiß wäre, würde ich barfuß oder in Flip Flops herumlaufen, egal ob der Nagel jetzt gelb, grün oder von mir aus blau (ohne Nagellack) ist. Könnt ihr verstehen, wie man in so einer Situation falsche Eitelkeiten entwickeln kann? Sollte die Gesundheit hier nicht das wichtigste sein?
Das erscheint mir auch zu pingelig. Es ist doch nicht schlimm, wenn man im Sommer keine Sandalen trägt. Was macht das schon? Und wenn sie unbedingt offene Schuhe tragen will, dann kann sie die Nägel lackieren und gut. Das ist echt eine übertriebene Pingeligkeit, die sie da an den Tag legt.
Ich kann so ein Verhalten auch nicht verstehen, aber ich erlebe es bei meiner Arbeit auch oft, dass dem Menschen manchmal ihre Eitelkeit wichtiger ist, als ihre Gesundheit. Das ist leider gar nicht so selten der Fall. Ich finde es wichtig, dass eine Entzündung behandelt wird und wenn die Salbe dann den Nagel verfärbt, dann ist das eben so. Sicher ist das nicht schön, aber es gibt doch wahrlich schlimmeres.
Ich würde aus dem Grund auch nicht darauf verzichten, Sandalen zu tragen, aber wenn sie wegen des verfärbten Nagels keine Sandalen tragen möchte, dann ist das doch auch in Ordnung. Aber dann soll sie es doch einfach so machen, wie sie es richtig findet und nicht darüber jammern. Wenn die Entzündung gut behandelt wird, dann ist das doch auch ein Grund, sich zu freuen.
Ich frage mich eher, wer ein so egozentrisches Weltbild sein Eigen nennt, zu glauben, dass irgendein Außenstehender tatsächlich einen einzelnen Zehennagel wahrnimmt, sich darüber ein Urteil bildet und daraus Rückschlüsse auf die soziale Stellung, die Hygienevorstellungen, und wahrscheinlich noch die finanziellen und familiären Hintergründe des Besitzers von besagtem Fußglied zieht.
Ich würde in einer ähnlichen Situation vielleicht nicht gerade zur Pediküre aufbrechen, weil ich niemandem zumuten möchte, in näheren Kontakt mit einem entzündeten, halb verheilten Zehennagel zu kommen, der dafür nicht sehr gut bezahlt wird.
Aber in die Öffentlichkeit würde ich mich natürlich trotzdem wagen, nur vielleicht nicht barfuß, damit sich nicht wieder Keime festsetzen können. Davon abgesehen ist mir nur zu bewusst, dass mir schon ein Augapfel heraushängen müsste, damit sich fremde Menschen für meine Gesundheit oder Eitelkeit interessieren würden.
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