Verhaltensbedingte Therapien - Welche Arten gibt es?

vom 07.01.2012, 21:34 Uhr

Ich habe hier im Forum schon viel darüber gelesen, dass man zu einem Psychologen geraten hat oder dass auch einige User schon bei Psychologen waren. Mich würde hier mal interessieren, welche Arten von verhaltensbedingten Therapien es gibt und wie man therapiert? Ist es wirklich notwendig da auch therapiert zu werden? Kann man das Verhalten auch ohne Therapie ändern? Wann sollte man unbedingt eine verhaltensbedingte Therapie machen?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Wenn du der Meinung bist, eine verhaltensbedingte Therapie zu brauchen, dann gehst du zu einem ersten Beratungsgespräch zum Psychologen. Selbstverständlich kannst du dein Verhalten ohne eine Therapie ändern. Dazu brauchst du einen sehr starken Willen. Wenn du aber meinst, dass eine Therapie gegen was auch immer nicht notwendig ist, was willst du dann bei einem Psychologen?

Die Termine bei Psychologen sind sehr schwer zu bekommen, das liest man immer wieder. Deshalb sollte man denjenigen, die ihn wirklich benötigen, nicht mit Sachen, die man selbst ändern kann, die Termine stehlen.

Wie ein Psychologe therapiert, das kann ich dir nicht sagen, ich war noch nie bei einem und meine für mich, dass ich ihn nicht brauche. Wenn du irgendwelche Probleme hast, ist es auch möglich, erst einmal mit einer Vertrauensperson zu sprechen, die dir vielleicht einen Rat geben kann.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Also wenn man keine Therapie braucht, sollte man auch wirklich keine machen. Wobei die Therapeuten auch nicht jeden nehmen. Da reicht es nicht aus endlich einen der begehrten Termine zum Erstgespräch zu bekommen. Viele Therapeuten verlangen auch eine Diagnose oder ein Schreiben des behandelnden Arztes.

Theoretisch kann man sich natürlich Fachbücher kaufen und versuchen sich selbst zu therapieren. Wenn man aber selbst schon sagt, man hat keine Probleme, kann man an den nicht vorhandenen Problemen auch nicht arbeiten. Man kann sich natürlich aus Symptome anlesen und sich selbst eine Diagnose geben.

Nicht alle Therapeuten arbeiten verhaltenstherapeutisch. Und Verhaltenstherapie ist an sich ein weites Feld. Für manche Diagnosen gibt es noch mal speziellere Formen der Verhaltenstherapie. Die reichen von reinen Gesprächstherapien, in denen man zum Beispiel aktuelle Probleme bespricht, bis hin zu praktischen Übungen.

Bei Borderlinern wird oft zu einer Skillsgruppe geraten, die auch eine Form der Verhaltenstherapie ist. Wobei auch mit Alkoholikern ähnlich gearbeitet wird. Ziel einer Skillsgruppe ist es, destruktives und vor allem selbst schädigendes Verhalten abzulegen. Oder eben in Stresssituation, die oft als Auslöser für destruktives und selbst schädigendes Verhalten gelten, besser mit diesen umgehen zu können.

Dabei geht es nicht nur darum, sich eben durch Skills abzulenken, sondern auch die Auslöser zu erkennen. Sich eventuell auch Hilfe suchen zu können. Skills sind im Endeffekt Verhaltensweisen, die man einsetzt, um die Anspannung runter zu bekommen. Wobei man in der Gruppen eben den Einsatz der Skills kennen lernen kann, wie eben auch das Erkennen und Benennen von Gefühlen und das Einschätzen der eigenen Anspannung. In der Regel ist die Bedingung für die Aufnahme in eine Skillsgruppe aber auch, dass man zeitgleich eine Psychotherapie macht. Im optimalsten Fall arbeiten der Therapeut und die Einrichtung, die Skillsgruppen anbieten, zusammen.

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



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