Mehr Syphilis-Kranke in Deutschland, trotz vieler Aufklärung
Wie ist das möglich. Dass in Deutschland seit 2010 die Syphilis wieder auf dem Vormarsch ist? Diese Krankheit galt schon fast als besiegt. Allein 2014 zählte das Robert Koch Institut 5722 neue Fälle. 14% mehr als 2013. Dieser Trend hielt auch 2015 an.
Die meisten Erkrankungen wurden bei Männern registriert, die mit ihresgleichen Sex hatten. In Berlin erkrankten mehr Menschen, als im Bundesdurchschnitt und zwar viermal so viele.
Es ist doch wahrlich genug Aufklärung betrieben worden von der Bundesregierung. Was kann man denn noch machen? Oder ist so vielen Menschen mittlerweile total egal, ob sie krank werden? Ist Syphilis völlig egal, dass das Kondom keine Rolle mehr spielt?
Mir ist neu, dass die Regierung in letzter Zeit gesteigert Aufklärungskampagnen in Bezug auf Geschlechtskrankheiten in die Welt gesetzt hat. Ich kenne eigentlich nur die guten alten "Gib Aids keine Chance"-Plakate (die mit dem Gemüse), aber ich habe in den letzten Jahren, ja fast schon Jahrzehnten, nicht mehr wahrgenommen, dass irgend jemand besonders medienwirksam gegen sexuell übertragbare Krankheiten Sturm läuft. Immerhin macht man jetzt allmählich wieder darauf aufmerksam, dass es noch andere hässliche Sachen außer Aids gibt, die man sich ohne Kondom wegholen kann.
Von der Syphilis habe ich in diesem Zusammenhang ehrlich noch nie gehört, und wusste auch gar nicht, dass diese Krankheit in Deutschland wieder auf dem Vormarsch ist. Ich muss aber auch zugeben, dass ich mich darüber nicht auf dem Laufenden halte, was man sich beim Sex ohne Kondom mit Fremden einfangen kann, weil ich in dieser Hinsicht nicht betroffen bin.
Vielleicht liegt es ja daran, dass die Syphilis anders als Aids glücklicherweise heilbar ist und die Leute dieses Leiden deswegen nicht besonders ernst nehmen. Dankenswerterweise lässt sich der Erreger der Syphilis ja auch noch nach 60 Jahren mit den gleichen Medikamenten behandeln. Resistenzen sind wohl nicht seine Stärke. Da kann ich mir schon vorstellen, dass sich die Damen und Herren einfach denken: Eine Runde Antibiotika, und weiter geht's!
Du hast natürlich Recht. Ich meinte die Aufklärung die man in großem Maße mit Aids betrieben hat. Allerdings war es für mich selbstverständlich, dass ein Kondom auch gegen andere Geschlechtskrankheiten schützen kann und jeder das weiß, wie zum Beispiel gegen Syphilis. Trotz dieses ernsten Problemes musste ich über deinen letzten Satz schmunzeln. Aber wahrscheinlich stimmt deine Annahme.
Ich kann beide Seiten verstehen. Zum einen habe ich die Aufklärungskampagne über Aids natürlich mitbekommen. Derartige Plakate begegnen mir nahezu tagtäglich in der Stadt, sei es an Bushaltestellen oder man fährt mit dem Auto daran vorbei oder sie sind auf Fußwegen angebracht. Unsere Stadt ist wirklich voll davon und sie sind wirklich schwer zu ignorieren oder zu übersehen.
Ich kenne mich nicht so wirklich mit den Übertragungswegen von Syphilis aus, also ob diese Krankheit theoretisch auch über Blutkontakt wie HIV übertragen werden könnte oder ausschließlich über ungeschützten Verkehr. Wenn letzteres der Fall sein sollte, hätte die Infektionsrate doch abnehmen müssen, sofern die Aids-Kampagne gefruchtet haben sollte. Denn wenn man sich vor Aids schützen möchte, dann schützt man sich vor den anderen Krankheiten ja gleich mit, wenn man sich schützt.
Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, wie die Infektionsrate bei HIV aussieht. Wenn die Menschen zu demotiviert sind, sich zu schützen müsste ja theoretisch ein Anstieg aller Geschlechtskrankheiten und HIV zu verzeichnen sein und nicht nur bei Syphilis.
Im Prinzip bleibt die Zahl der Neuinfektionen bei HIV seit Jahren konstant. Es sind immer etwa 3.200 pro Jahr. Aber es gibt eine Verschiebung, denn während die Infektionen bei Homosexuellen abnehmen, erkranken mehr Heterosexuelle.
Generell nehmen Geschlechtskrankheiten zu. Denn HIV wird nicht mehr als tödlich eingeschätzt, den Rest regeln schon irgendwie Antibiotika. Wir haben ein riesiges Rotlichtmileu und seit Jahren grassiert Tripper in der Stadt.
Die meisten Mitarbeiterinnen bieten ihren Service ohne Aufpreis ohne Schutz an. Wenn in so einem Umfeld, wo wechselnde Geschlechtspartner naturgemäß dazugehören, schon verzichtet wird, kann man sich das ganze bei Beziehungen oder privaten Kontakten erst recht lebhaft vorstellen.
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