Während ambulanter OP zuschauen und Fotos machen?

vom 23.05.2016, 04:24 Uhr

Ein Kumpel von mir ist ziemlich verrückt, wenn ich das mal so sagen darf. Er hatte vor einigen Monaten Probleme mit einem eingewachsenen Zehennagel, hat diverse Mittel ausprobiert von Fußbädern mit Kernseife oder Kamille in Kombination mit Zugsalbe aus der Apotheke. Leider hat so gar nichts geholfen dauerhaft, sodass er dann doch beim Arzt war und ihm zu einer Operation geraten wurde.

Er ist so lässig, was Operationen angeht, dass er während dem Eingriff sogar zugeschaut hat und sogar Fotos gemacht hat von dem, was der Arzt da gemacht hat. Er sagt selbst, dass das anwesende OP-Team nicht besonders begeistert war.

Ich hatte so eine Operation noch nie, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich da so genau hinschauen würde und sogar Fotos machen würde zur Erinnerung quasi. Wer will sich solche Erinnerungsbilder Jahre später denn bitte ansehen? Ich glaube ich wäre froh, wenn ich danach nie wieder damit konfrontiert wäre, aber ich muss auch dazu sagen, dass ich nicht ganz unbefleckt bin. Ich kann nämlich kein Blut sehen, daher wäre es glaube ich nicht so gut, wenn ich bei einer ambulanten Operation zu genau hinschaue, denn unblutig wird es ja wohl kaum dort zugehen.

Würdet ihr bei einer ambulanten Operation so weit gehen und Fotos von dem Eingriff machen? Oder ist euch das zu verrückt und unpassend?

Benutzeravatar

» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -1,02 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich frage mich, warum man davon Bilder braucht. Will man die dann umher zeigen und damit angeben? Man stelle sich mal ein schönes Kaffee trinken vor und jemanden, der dann mit solchen Bildern ankommt um damit anzugeben. Ich finde es durchaus spannend, wenn man sich die Operation selber mit anschauen kann, aber ich würde davon keine Bilder machen, weil ich letztendlich damit einfach auch abschließen will. Solche Bilder braucht ja auch kein Mensch.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Ich kann mir das gerade technisch nicht so recht vorstellen. Natürlich wird man bei so einem kleinen Eingriff nicht in den großen Operationssaal geschoben, aber man liegt doch trotzdem auf einem Tisch in der Mitte eines Raumes und muss still halten. Wie kommt man da an eine Kamera oder ein Handy um Bilder zu machen?

Bei der Operation zuschauen finde ich aber schon interessant, vor allem wenn man nebenbei auch noch die Anatomie am lebenden Objekt erklärt bekommt. Ich würde das immer einem Eingriff vorziehen, bei dem ich nicht mitbekomme, was an mir gemacht wird. Aber ein Erinnerungsfoto brauche ich davon nun wirklich nicht.

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Ein Arzt würde normal nicht erlauben, dass ein Patient bei einer kleiner Operation zusieht, die an ihm vorgenommen werden muss. Es kann immerhin doch jeder Zeit passieren, dass der Patient das Gesehene nicht verkraftet und dann umkippt oder vielleicht aus Reflex zuckt, was sicher auch nicht gerade förderlich ist.

Ein Freund von mir wurde mal am Handknochen ambulant und mit örtlicher Betäubung operiert. Er wollte dann auch nur zusehen, wie der Arzt die Wunde vernähte, da es ihn interessierte, wie der Arzt diese akkuraten Knoten hinbekommt. Aber der Arzt lehnt dies auch strikt ab.

Ich würde nicht auf die Idee kommen, bei einem Eingriff egal welche Art zusehen zu wollen, der an mir vorgenommen werden müsste. Ich bin da eh sehr nervös und mich würde es dann wohl umhauen, wenn ich da hinsehen sollte.

Fotos zu machen finde ich völlig daneben und frage mich, wie man ernsthaft auf diese Idee kommen kann. Ich habe mal nachträglich Bilder von Inneren meines Bauches gesehen und fand es schon nicht schön. Da ich eben wusste, dass es sich um mein Innenleben handelte.

Benutzeravatar

» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Nelchen hat geschrieben:Ein Arzt würde normal nicht erlauben, dass ein Patient bei einer kleiner Operation zusieht, die an ihm vorgenommen werden muss. (...) Ein Freund von mir wurde mal am Handknochen ambulant und mit örtlicher Betäubung operiert. Er wollte dann auch nur zusehen, wie der Arzt die Wunde vernähte, da es ihn interessierte, wie der Arzt diese akkuraten Knoten hinbekommt. Aber der Arzt lehnt dies auch strikt ab.

Ich habe schon zugeschaut wie ich operiert wurde. Mein Arzt hat sogar gefragt ob ich zuschauen möchte oder ob sie was aufhängen sollen. Die Idee kam nicht von mir. Ein anderer Arzt meinte dann, dass es Patienten gibt, die auf gar keinen Fall zuschauen wollen und Patienten, die unbedingt alles ganz genau sehen wollen. "Ist mir egal" scheint wohl selten zu sein.

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Ein eingewachsener Zehennagel erfordert nun keine große Operation. Das erledigen Ärzte normalerweise auf einer normalen Behandlungsliege. Mit hoch gestelltem Kopfteil kann man da bequem zusehen und sein Handy nutzen. Schließlich behält man bei solchen Kleinigkeiten seine Sachen bei sich.

Auch ansonsten ist zusehen auch in Krankenhäusern normalerweise kein Problem. Mein Mann hatte bei seinen Gelenkspiegelungen immer einen eigenen Monitor, um den Zustand im Knie und die Behandlung zu verfolgen. Das Verkürzen und Versteifen seines Fingers konnte er nur nicht sehen, weil die Betäubung in mehreren Anläufen nicht funktioniert hat und nur die Vollnarkose blieb.

Ich habe bei einigen meiner Handoperationen auch zugesehen. Das war interessant und überhaupt nicht schlimm. Die Eingriffe fanden immer am blutleeren Gewebe statt, da hatte man eine sehr gute Übersicht. Es gibt genug Menschen, die möchten gerne zusehen.

» cooper75 » Beiträge: 13432 » Talkpoints: 519,92 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^