Bei Erkältung mehrere Medikamente oder eines gegen alles?

vom 15.05.2016, 13:53 Uhr

Wenn man erkältet ist oder eine Grippe hat, hat man in der Regel mehrere Symptome die man bekämpfen muss. Es kommen beispielsweise Husten, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und eine laufende Nase hinzu und bei manchen Menschen noch mehr. Dafür gibt es von vielen Pharmaherstellern inzwischen Präparate, die gegen alle Symptome gleichzeitig helfen sollen.

In einer Zeitschrift habe ich aber neulich gelesen, dass man solche Präparate lieber meiden sollte und stattdessen einfach gegen jedes Symptom ein anderes Medikament einnehmen soll. Mir ist aber nicht klar, warum die Kombipräparate schädlicher sein sollen. Wenn man mehrere Medikamente einnimmt, nimmt man mehr Chemie auf, hat mehr Nebenwirkungen und möglicherweise auch mehr Wechselwirkungen.

Ist es da nicht besser nur ein einziges Präparat zu nehmen? Immerhin können die meisten Medikamente die Symptome eh nur mildern und nicht beseitigen. Was spricht gegen die Einnahme von sogenannten Kombipräparaten, die gegen mehrere Symptome gleichzeitig wirken sollen?

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich nehme eigentlich meistens bei Erkältungen nur etwas gegen Schnupfen. Da ich schnell Nebenhöhlenentzündung bekomme, hole ich mir dann Sinpret Tabletten aus der Apotheke. In den ersten Nächten benutze ich dann auch schon mal Nasenspray, aber dann auch wirklich ausschließlich nachts, damit ich eben etwas schlafen kann. Wenn ich starke Kopf - oder Gliederschmerzen habe dann nehme ich schon mal Paracetamol. Und bei Husten eben Hustensaft, den bekomme ich aber eher selten und brauche dann auch selten mal Hustensaft.

Ich vertrage die meisten Grippemittel nicht und denke auch immer, was da so alles drin ist, was ich vielleicht doch gar nicht brauche. Daher würde ich dann nur gezielt etwas für meine Beschwerden einnehmen. Aber ich nehme da auch so wenig wie möglich.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Dagegen spricht so einiges. Zuerst einmal ist die Zusammensetzung der Präparate oft ziemlich fragwürdig. Außerdem muss man dann immer gleich alles einnehmen, obwohl ein Teil der Beschwerden noch bestens im Griff ist. Damit nimmt man von manchen Dingen unnötig viel. Oder man kann keine effektive Dosis von einem Wirkstoff erreichen, weil einer der anderen an seiner Höchstdosierung angekommen ist.

Nehmen wir ein der beliebstesten Produkte und gucken einmal genauer hin: Grippostad C enthält zuerst einmal Chlorphenanim. Das ist ein Anitallergikum erster Generation, das wegen seiner Nebenwirkungen allein kaum noch angewendet wird. Es unterstützt das Ausbrechen von Alzheimer und macht tierisch müde.

Es gibt bessere Medikamente gegen geschwollene Schleimhäute und Reizhusten. Weil das so schön müde macht, was nicht sinnvoll ist, wenn man sowieso schon abgeschlagen ist, ist Coffein in den Kapseln. Das könnte man auch weglassen, denn es hebt nur die Nebenwirkung auf, es macht nicht wacher.

Dann haben wir Paracetamol. Toll, das senkt Fieber, wirkt gegen Kopfschmerzen und kann die Gliederschmerzen verbessern. Wenn aber gar kein Fieber da ist, die Kopfschmerzen weg sind, weil die Nebenhöhlen frei geworden sind und Gliederschmerzen hat auch nicht jeder. Zumal es gegen letzteres passendere Schmerzmittel gibt, die weniger die Leber belasten. Trotzdem nimmt man beim Kombi-Präparat aber immer alles.

Konkurrent Wick hat Day-Med im Programm. Wieder Paracetamol als Wirkstoff, den man nicht automatisch braucht. Dazu ein Hustenstiller, der bei Reizhusten sinnvoll sein kann, bei produktivem Husten dagegen ist das zeug kontraproduktiv. Dazu ein Mittel, das die Schleimhäute abschwellen lässt und den Appetit hemmt. In der Schweiz ist der Stoff nur zur Behandlung von inkontinenten Hunden zugelassen, weil die Nebenwirkungen zu übel sind.

Dann nehme ich doch lieber etwas, das gezielt da hilft, wo ich in diesem Moment Hilfe benötige. Denn die Kombi-Präparate wirken normalerweise auch gegen Beschwerden, die ich gar nicht habe. Damit nehme ich mehr ein als nötig und verzichte auf die gezielte Behandlung der Symptome.

» cooper75 » Beiträge: 13432 » Talkpoints: 519,92 » Auszeichnung für 13000 Beiträge



Diese Kombi-Präparate nehme ich gar nicht, weil ich einfach selten alles brauche, was darin enthalten ist und es ist einfach besser für den Körper, wenn man ihn nicht unnötig belastet, sondern nur das nimmt, was man gerade wirklich braucht. Ich nehme bei Erkältungen meistens nur etwas zum Schleim lösen und bei Bedarf Nasenspray. Sollten Schmerzen und Fieber dabei sein, was ja bei weitem nicht bei jeder Erkältungen der Fall ist, nehme ich eben auch noch ein Schmerzmittel dazu.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich muss sagen, dass cooper75 die Sache schon sehr gut zusammengefasst hat und das sind für mich auch die Argumente, die gegen solche Kombinationspräparate sprechen. Ich brauche in den seltensten Fällen genau diese Kombination an Wirkstoffen, die in den Präparaten vertreten sind. Und so finde ich es viel sinnvoller, die Symptome mit Einzelpräparaten zu bekämpfen, die ich habe. Bei mehreren Medikamenten nimmt man ja auch nicht mehr Chemie auf, weil für mich meist weniger Wirkstoffe nötig sind als in so einem Kombinationspräparat enthalten sind.

» Barbara Ann » Beiträge: 28945 » Talkpoints: 58,57 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


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