Was beinhaltet eine SK-Therapie bei Alkoholikern?

vom 18.10.2013, 13:48 Uhr

Ein Bekannter von einem Bekannten macht zur Zeit eine strategische Kurzeittherapie gegen Alkoholmissbrauch mit (SKT). Viel konnte mir mein Bekannter allerdings sozusagen aus dritter Hand auch nicht davon berichten.

Ist eine solche Therapie, die ja dem Wort nach anscheinend nicht so lange dauert, überhaupt effizient? Was genau wird dort mit einem Alkoholiker gemacht? Kennt ihr jemanden, der diese Therapieform gewählt hat? Warum war eine Langzeittherapie nicht möglich?

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Warum für diesen Patienten speziell eben jene Therapieform gewählt wurde, kann mehrere Ursachen haben: Eigener Wunsch des Patienten, eine Empfehlung des Therapeuten und manchmal ganz profan keine zur Verfügung stehenden sonstigen Therapieplätze. Das Thema ist ja reichlich komplex, um es in einen Beitrag zu posten, daher ist das Folgende nur ein Abriss der Therapieform.

Als erstes sollte einleitend eine Phase der Stabilisierung des Patienten erfolgen. An vorderster Stelle steht dabei die Rückfall-Prophylaxe und ihre Durchführbarkeit. Der Patient soll die zum Trinken auslösenden Situationen wie das Aufsuchen gewisser Örtlichkeiten detektieren und meiden. Ferner bekommt er an die Hand, wie er im Fall eines Rückfalls damit umgehen kann und wie er den Sucht-Druck anderweitig kanalisieren kann.

Dem steht als weiteres therapeutisches Mittel die Erarbeitung und Mobilisierung von Ressourcen zur Verfügung: Welche Wünsche sind überhaupt noch da, was für gesunde Anteile gibt es, was hat man früher praktisch gemacht, wenn man nicht getrunken hat. Ein weiterer Punkt sind die Arbeit an der Motivation zur Abstinenz und zur Therapie, sowie der Umgang mit Gefühlen. Wie können unangenehme Gefühle, die sonst im Alkohol erstickt wurden, auf anderen Wegen bewältigt werden.

Selbstwirksamkeit ist auch ein großes Thema: Wie kann man selber das Gefühl bekommen, über manche Situationen und einzelne Aspekte seines Leben, die Kontrolle zu erlangen? Nach 6 bis 8 Wochen und einer erfolgreichen Phase der Stabilisierung erfolgt die Aufarbeitung länger und tiefer zurückliegender innerer Themen und Traumata.

Im Mittelpunkt hierfür steht die sogenannte "Überlebens-Regel", die es vorher herauszuarbeiten gilt. Die Überlebens-Regel ist eine Art innerer Grundsatz, den der Patient irgendwann in seinem Leben mal gelernt hat und der damals wichtig war, es heute aber nicht mehr sein muss bzw. sogar schädlich wirken kann. Jeder Mensch hat aus seiner Kindheit solche Überzeugungen, aber bei manchen sind diese sehr destruktiv.

» Verbena » Beiträge: 4996 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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