Warum übernimmt Krankenkasse keine Kosten für Sporttherapie?

vom 15.04.2016, 20:49 Uhr

Ich habe einen sehr interessanten Artikel gelesen über eine Studie zum Thema Tumorwachstum und Adrenalin, ausgeschüttet durch eine Art Sporttherapie. Bei Mäusen hat man zumindest einen positiven Effekt festgestellt und in Deutschland gibt es auch einzelne Institutionen, die eine Krebstherapie mit einer Sporttherapie kombinieren um so für die Patienten den bestmöglichen Effekt zu erzielen.

In dem Artikel steht aber auch geschrieben, dass es zwar wünschenswert wäre, wenn so eine Sporttherapie mehr oder weniger zum Standard werden würde, kaum eine Krankenkasse aber dazu bereit wäre, die Kosten für so eine Sporttherapie zu übernehmen.

Das führt mich zu der Frage, warum die Sporttherapie eigentlich nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Ist eine Sporttherapie so viel teurer als die Medikamente der Pharmaindustrie? Oder fehlen hier einfach die Fakten und "Beweise", dass es Krebspatienten hilft?

» Capri » Beiträge: 658 » Talkpoints: 8,00 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Eine Sporttherapie ersetzt keine konventionelle Therapie, sie ist eine sinnvolle Ergänzung. Nur, es geht um Sport. Den kann man allein machen, es kommt auch nicht auf die Sportart an. Was soll die Kasse dabei genau bezahlen? Die meisten Kassen bezuschussen eine Mitgliedschaft im Sportverein oder im Fitnessstudio.

Und was soll bezuschusst werden. Ich möchte beispielsweise die therapeutisch sinnvollen 1800 Kalorien durch Dressurreiten verbrennen. Soll die Kasse mir 4 Stunden pro Woche ein entsprechend ausgebildetes Pferd plus Trainer bezahlen und dem nächsten den Eintritt ins Stadtbad?

Oder soll jeder genormt Sport machen, der ihm nicht gefällt? Schließlich spielt die Psyche bei Krebs auch eine große Rolle. Bestrahlung oder Chemotherapie und Sport, den der Patient nicht mag, bringt eher wenig.

» cooper75 » Beiträge: 13432 » Talkpoints: 519,92 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Eigentlich bezahlen die Kassen doch Sporttherapie. Zwar nicht alleine Sporttherapie, sondern Sport als Bestandteil bei einer Kur oder Reha, aber Sport ist ja in vielen Programmen, die von Krankenkassen übernommen werden, enthalten.

So gut wie jede Reha hat ja ein Sportprogramm und auch Sportkurse werden bezuschusst, etwa als Präventionskurs. Es gibt Rehasport, Rehanachsorgeprogramme mit Sport usw. Ich finde, so wenig bieten die Krankenkassen da gar nicht. Vielleicht bekommt man nicht immer seinen Wunschsport, aber wer sich bewegen will, der findet was.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Rehasport reicht nicht, wenn Sport bei Krebs etwas bewirken soll. Da wird einfach nicht genug Energie verbrannt, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Dazu muss es auch noch regelmäßig sein. Wer sich schlecht fühlt, unter Krankheit und Behandlung leidet, der hält das nicht durch. Es ist erheblich günstiger, etwas zu tun, das der Patient mag.

» cooper75 » Beiträge: 13432 » Talkpoints: 519,92 » Auszeichnung für 13000 Beiträge



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