Schlangenbissversorgung in Südostasien unzureichend

vom 25.01.2012, 17:24 Uhr

Die Bisse vieler Schlangenarten sind tödlich. Weltweit werden Schätzungen zufolge über 420.000 Menschen vergiftet durch Schlangenbisse. Sterben sollen an den Bissen etwa 20.000 Menschen jährlich. Diese Zahl stimmt jedoch nicht. Wissenschaftler sind der Meinung, dass sie etwa fünffach höher liegt. Denn alleine in Indien sterben jährlich 46.000 Menschen an einem Schlangenbiss. Hier, in Indien, gibt es die meisten Schlangenbisse. In Bangladesch gab es unter 700.000 Bissopfern 6.000 Todesfälle.

Die Todesrate ist deshalb so hoch, weil die geschädigten Menschen es nicht ins Krankenhaus oder zum Arzt schaffen, da der Weg dahin zu weit ist. Außerdem ist oft kein Gegengift vorhanden. Auch in Süd- und Südostasien und südlich der Sahara in Afrika kommen häufige Schlangenbisse vor. Ein Schlangenbiss soll im 21. Jahrhundert unter den tropischen Krankheiten die sein, die am meisten vernachlässigt wurde. Das soll nun durch gezielte Maßnahmen in gefährdeten Gebieten geändert werden.

Von Schweizer Forschern wurde ein Programm entwickelt, das Schlangenbissopfer von Motorradfahrern freiwillig in das nächste Krankenhaus oder eine Anlaufstelle gefahren werden. Die Todesfallrate ging von 10,5% auf 0,5% dadurch zurück.

In Australien, in dem sich viele Schlangenarten heimisch fühlen macht man die Bekanntschaft mit ihnen nicht nur in den Nationalparks, im Outback oder auf den Farmen. Sie kommen auch in die Häuser. Trotz dieser vielen Schlangen gibt es in Australien die geringste Todesrate durch Schlangen. Seid ihr schon einmal von einer Schlange gebissen worden? Auch in Europa gibt es ja Schlangen, zum Beispiel die giftige Kreuzotter.

Könnt ihr euch vorstellen, dass es nicht allen Menschen mit der medizinischen Versorgung so einfach haben wie wir. Werden wir gebissen, gehen wir zum nächsten Arzt. Wird in Asien jemand von einer Giftschlange gebissen, der auf dem Feld arbeitet ohne Schuhe, kann er nicht sofort zum Arzt gehen, weil der zu weit weg praktiziert, zu teuer ist und das Gegengift fehlt. Was meint ihr, mit welchen Gedanken diese Menschen zum Arbeiten auf die Felder gehen? Vertreiben sie die Gedanken um die Gefahr gebissen zu werden?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich bin zum Glück noch nicht von einer Schlange gebissen worden und muss sagen, dass ich vor allem wegen der giftigen Tiere bisher etwas Bammel davor habe, nach Australien zu reisen. Ich denke mal schon, dass diese Menschen, die in den gefährlichen Ländern draußen arbeiten, wo es giftige Schlangen gibt, die Gefahr schon kennen, aber nicht daran denken. Ich denke, dass man nicht ständig an die Gefahr denken kann, dann bekommt man nur große Angst und schafft auch nichts mehr. So wird der Gedanke wohl verdrängt.

» Barbara Ann » Beiträge: 28945 » Talkpoints: 58,57 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich denke auch, dass den Menschen, die ohne Schuhe auf den Feldern arbeiten müssen, wo sich die Schlangen tummeln, die Gefahr wohl bekannt ist, sie aber nichts dagegen tun können, weil einfach das Geld fehlt. Sollte da nicht eine Organisation eingreifen, damit wenigstens Arbeitsschuhe zur Verfügung gestellt werden? Die Arbeit auf den Feldern muss getan werden, sonst verhungern sie, also wäre es wohl dringend notwendig, hier zu helfen. Ich stelle es mir furchtbar vor, morgens zur Arbeit zu gehen mit dem Gedanken an die Schlangen.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich stimme dir vollkommen zu, dass da etwas getan werden sollte. Auch allgemein kann es nicht gesund sein, ohne vernünftiges Schuhwerk zu arbeiten und wenn dann auch noch Schlangen unterwegs sind, dann ist die Gefahr noch einmal größer.

Aber da gibt es eben keine Gewerkschaft, die sich um solche Angelegenheiten kümmert und so tun die Arbeiter eben, was sie tun müssen, um ihre Familien zu versorgen. Die Hilfsorganisationen kümmern sich vielleicht auch primär um andere Dinge, die auch wichtig sind, könnte ich mir vorstellen.

» Barbara Ann » Beiträge: 28945 » Talkpoints: 58,57 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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