Hohe Kosten für Kassen, dafür Soforthilfe für Kranke

vom 17.07.2014, 22:32 Uhr

Das höchste, in Deutschland ansässige Gremium des Gesundheitswesens hat eine wichtige Grundsatzentscheidung gefällt. Ein neues, sehr teures Medikament gegen Hepatitis C hat gegenüber älteren Präparaten einen deutlichen Mehrwert.

Vertreter von Ärzten, Patienten und Krankenhäusern setzten sich gegen die Krankenkassen durch bei der Abstimmung. Grundsatzfragen waren: fehlende Langzeiterfahrung, geringer Wissensstand, aber geringere Nebenwirkungen, ist es möglich, den Krankenkassen so hohe Kosten aufzubürden (120.000 Euro für eine 24-wöchige Therapie?) Durch Hepatitis C entwickelt sich später eine Leberzirrhose. Noch später kann es in Leberzellkrebs ausarten. Die Heilungschance soll durch das neue Medikament stark ansteigen.

Den Krankenkassen geht es jetzt darum, mit dem Hersteller über den Erstattungspreis zu verhandeln, der von den Krankenkassen für das Mittel bezahlt werden muss. Natürlich ist jetzt die Streitfrage noch nicht geklärt, wie wichtig bei der Arzneibewertung eine umfassende Studienlage ist. Aber an erster Stelle finde ich es wichtig, dass den an Hepatitis C Erkrankten geholfen werden kann. Welche Meinung habt ihr dazu, erst noch umfassende Studien abwarten oder Soforthilfe für Erkrankte? Quelle

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Da in meiner unmittelbaren Familie jemand nach einer Infektion im Krankenhaus der Hepatitis C bzw. dem durch sie verursachen Karzinom zum Opfer fiel, stellt sich für mich diese Frage gar nicht. Für den Betreffenden ist es natürlich jetzt zu spät, aber für alle anderen Beteiligten kann man nur hoffen, dass sie weiterhin von dem neuen Mittel profitieren können.

Ich kenne auch noch andere Personen mit dieser Form der Hepatitis, die sich der bis 2014 gängigen Interferon-Therapie unterzogen haben. Zum einen erfolglos, zum anderen unter ziemlich vielen Beschwerden, letztlich ist Interferon nichts anderes als eine Chemotherapie Das neue, hier erwähnte Medikament kann eine sehr viel höhere Rate von Heilungen bei deutlich weniger Nebenwirkungen aufweisen, von daher war die Zulassung ein Segen.

Am Ende hatten die Ärzte, die sich für dieses Medikament eingesetzt haben, Recht und da sind die Kosten für mich zweitrangig. Diese ständigen Grabenkämpfe zwischen den Kassen und der Pharmaindustrie sind wirklich zermürbend, ich kenne es bei der Beurteilung anderer, medizinisch erfolgreicher Medikationen auch, wo immer die finanziellen Aspekte ganz oben stehen.

» Verbena » Beiträge: 4996 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


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