Von Krankheiten hören und Symptome bekommen
In unserer Verwandtschaft ist eine Frau, mit der man über keine Krankheit sprechen darf. Sie bekommt dann gleich diese Symptome und man denkt dann wirklich, dass sie leidet. Sie geht auch regelmäßig in die Apotheke und holt sich diese Zeitungen dort und dann jammert sie meiner Mutter am Telefon die Ohren voll, was ihr alles weh tut und wie sie leidet.
Wie kann es passieren, dass ein Mensch die Symptome bekommt, die sie hört oder liest? Ich habe von einer Kollegin schon ähnliche Geschichten gehört. Sie hat eine Tante, der es an Aufmerksamkeit in der Verwandtschaft ebenso wenig mangelt wie meiner Verwandten und dennoch hat sie alle Symptome von Krankheiten, die sie aber nicht hat. Kennt ihr so was?
Das betrifft doch nicht nur das Hörensagen, sondern auch die Packungsbeilage. Bei meiner Schwester ist es auch so, dass sie die Packungsbeilage mit den Nebenwirkungen nicht lesen darf, weil sie sonst alle Symptome bekommt, die darauf zu lesen sind. Manche Menschen haben eben eine blühende Phantasie und können sich selbst die verschiedensten Sachen überzeugend einreden.
Gerade von den Zeitungen in der Apotheke kenne ich es auch, dass es Menschen gibt, die diese Berichte lesen und dann plötzlich die Symptome bei sich entdecken, über die da geschrieben wurde. Darum gibt es auch einige Kunden, die von sich selber sagen, dass sie die Zeitschrift nicht lesen dürfen, weil sie sonst das Gefühl bekommen, krank zu sein. Aber wenn man das selber gar nicht merkt, dann finde ich das schon echt schlimm.
Hypochondrie ist eine relativ weit verbreitete psychische Störung, von der meiner Erfahrung nach schon viele Menschen zumindest leicht und vorübergehend betroffen sind oder waren. Ich bekomme beispielsweise immer Zahnweh, wenn ein Prophylaxe-Termin beim Zahnarzt ansteht. Auch Packungsbeilagen überfliege ich nur, da ich ebenfalls dazu neige, gerade die "häufigen" Nebenwirkungen sofort an mir zu bemerken.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass sich viele Menschen schon beim Lesen der Beschreibung von Symptomen als krank diagnostizieren, weil in Apothekenblättchen oder Frauenzeitschriften die Symptome, die man bemerken kann, oft sehr vage und leicht verständlich gehalten sind, da sich die Artikel ja nicht an ein Fachpublikum wenden.
Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafprobleme oder ähnliches sind ja Allerwelts-Zipperlein, die jeder kennt, sodass man auch schneller geneigt ist, gleich etwas Schlimmeres dahinter zu vermuten. Es würde den Lesern dieser Blättchen ja nicht viel sagen, wenn beispielsweise Lungenhochdruck oder ein niedriger Bilirubinspiegel im Blut als Anzeichen für was auch immer genannt werden.
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