Tastatur-Klappern für Arbeitskollegin zu laut bzw. störend?
Da mir dies an meinem aktuellen Arbeitsplatz bereits schon einige Male widerfahren ist, wollte ich mal in die allgemeine Runde fragen, ob andere vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder ich mich nicht grundlos wundere. In einem Büro sollte es wohl üblich sein, dass man auch hin und wieder auf der Tastatur herum zu klimpern hat, von daher sollte man sich auf diesen Geräuschfaktor einstellen (können).
Nun ist es so, dass es bereits mehrfach der Fall war, dass meine Kollegin in unserem Zwei-Mann-Büro während eines Telefonats, welches sie führte mich mit einem bösen Blick bedacht hat und mir ein Zeichen gegeben, dass ich aufhören sollte zu tippen, da sie sonst die Person am anderen Ende scheinbar nur schwer verstehen könnte. Manche klärenden Gespräche können schon eine Viertelstunde in Anspruch nehmen und ich finde es ist schon eine Zumutung, dass ich einfach mal die Hände still halten soll und abwarten, bis sie fertig ist oder das nächste Telefonat eingeläutet wird?!
Ich gehöre noch nicht einmal zu den zehn-Finger-Schreibern, welche richtig "Radau" auf der Tastatur machen, wenn sie erst einmal in Fahrt gekommen sind, sondern ich würde mich eher im mittleren Feld sehen bei der Tippgeschwindigkeit und der dazu gehörenden "Lärmbelästigung". Mein Vorgesetzter würde mich sicherlich fragen, was ich denn gerade zu tun gedenke, wenn ich gespannt auf meinen Bildschirm starren würde, während sich die Arbeit links und recht von mir stapelt. Er würde die Erklärung dafür sicherlich lächerlich finden, aber bislang war er in solchen Momenten meist außer Haus.
Wenn ich jedoch Telefonate führe, dann kann es durchaus mal vorkommen, dass werte Kollegin der Meinung ist in lautes Gelächter verfallen zu müssen oder sich weiterhin lauthals mit Kollegen, die kurzfristig im Raum sind, unterhalten zu müssen ohne den Schein geringster Rücksicht zu bieten. Mit allgemeinen Bürogeräuschen und auch normalen Unterhaltungen im Hintergrund habe ich persönlich keine Probleme, Telefonate zu führen. Aber mir meine Arbeit zu verbitten aufgrund dessen, dass sie sich scheinbar schlecht konzentrieren kann oder allgemein schlecht hört, finde ich schon leicht übertrieben.
Wie findet ihr das? Kennt ihr solche Situationen oder fühlt ihr euch vielleicht selbst von der Tastatur eures Kollegen gestört? Oder seid ihr die vermeintlichen Lärmverursacher? Ist solches Verhalten überspitzt oder legitim? Sollte man nicht dann wenigstens Gleichberechtigung erwarten, dass man selbst dann auch versucht weniger Krach zu verursachen, wenn das Gegenüber am telefonieren ist?
Ich denke, dass manche wirklich sehr laut tippen und richtig auf die Tasten hauen. Man kann Tasten leise drücken oder die beinahe erschlagen. Vielleicht übst Du Dich darin, leiser zu tippen, die Tasten sanfter zu drücken, nicht bis zum Anschlag reinzudrücken, dann ist es auch nicht mehr so laut.
Ich habe in meinem Büro eine Tastatur mit sehr hochgestellten Tasten, diese sind grundsätzlich lauter und klappern intensiver beim Tippen, als flache. Somit ist ein prinzipieller Geräuschpegel unvermeidlich. Ich weiß sehr, dass ich, wenn ich wütend bin, so stark in die Tasten hauen könnte, dass es wirklich dauerhaft eine unzumutbare Lärmbelästigung bewirken würde. Jedoch tippe ich, wenn ich auf Arbeit bin ganz normal.
Ich beherrsche leider nicht das zehn-Finger-Tippsystem, wobei dieses, wenn es flüssig angewandt wird, mit der geräuschintensivsten Tastatur, zu einem dauernden Rattern mutieren kann. Auch verwende ich nicht das berüchtigte "zwei-Finger-Adler-Suchsystem", was sicherlich weniger "Krach" verursachen könnte. Ich tippe in der Regel mit sechs bis acht Fingern und bin dabei vergleichsweise fix.
Wenn ich nun versuchen würde die Tasten "sanfter" zu berühren, dann würde ich in extrem langsamer und nicht effektiver Geschwindigkeit arbeiten. Und wie in meinem Ausgangspost erwähnt, geht es nicht darum, dass ich leiser sein möchte, sondern, dass ich der Meinung bin, dass sie in diesem Punkt übertreibt und zeitgleich keine Rücksicht auf mich nimmt, wenn ich mal ein Telefonat führe, sondern in vollster Lautstärke und sogar oft mit lautem Gelächter begleitet Gespräche mit Kollegen im Raum führt. Damit wäre selbst die lauteste Tastatur übertönt.
Ich habe festgestellt dass sehr viel von der Tastatur abhängt. Denn die hohen Tastaturen sind immer lauter wie du schon gesagt hast. Vielleicht ist dein Chef einverstanden, dass du eine niedrigere Tastatur bekommst.
Na ja, aber musst du denn jede Minute deiner Arbeit mir effektiver Geschwindigkeit arbeiten? Wäre es wirklich schlimm, mal für ein paar Minuten am Tag nicht super effektiv zu sein? Ich habe bei dir eher den Eindruck, dass du es aus irgendeinem Grund nicht aushältst, mal langsamer zu arbeiten und einen Gang zurückzuschalten.
Zitronengras hat geschrieben:Na ja, aber musst du denn jede Minute deiner Arbeit mir effektiver Geschwindigkeit arbeiten? Wäre es wirklich schlimm, mal für ein paar Minuten am Tag nicht super effektiv zu sein? Ich habe bei dir eher den Eindruck, dass du es aus irgendeinem Grund nicht aushältst, mal langsamer zu arbeiten und einen Gang zurückzuschalten.
Es geht hier doch gar nicht, um meine Arbeitsweise? Aber frag das mal einen Vorgesetzten, ob er es okay fände, wenn man "mal weniger effektiv arbeitet" - ich fürchte kaum einer wird dazu Ja und Amen sagen. Es geht mir hier nach, wie vor um Gleichberechtigung und darum, wie andere das Problem mit dem Klappern bewerten und nicht dass meine Arbeitsweise in Frage gestellt werden soll. Ich verstehe nicht, wieso du das Augenmerk auf einen anderen Aspekt richtest, Zitronengras?
Ich richte das Augenmerk deshalb auf einen anderen Aspekt, weil du damit wirklich ein Problem zu haben scheinst, wenn du mal einen Gang zurückfahren sollst. Wenn jemand so in die Tasten hämmert, dass andere ihre Gespräche nicht mehr verstehen und du bereits das Lachen deiner Kollegin als "sie ist gerade nicht produktiv genug" bewertest, dann ist das doch auffällig oder?
Dir geht es darum, zu betonen, wie schlimm es ist, dass deine Kollegin sich von deinem Geklimper gestört fühlt. Du sagst im Prinzip, dass es nicht legitim ist, jemanden mal um etwas Rücksicht zu bitten, wenn man telefoniert, weil es ja ganz schlimm sei, wenn man nicht tippen darf, so als wäre das nun dramatisch, mal kurz etwas langsamer zu tippen.
Das ist schon irgendwie "unnormal". Deinem Chef wäre es sicherlich am liebsten, wenn du 24 Stunden am Tag arbeitest, ohne Schlaf auskommst und dir noch zwei Extra Hände zum Tippen annähen würdest. Normalerweise hat niemand ein Problem damit, wenn er mal kurz nichts machen soll, außer man braucht ständige Effektivität als Teil seines Selbstbildes. Für mich wäre es absolut gerechtfertigt, dass man nicht laut tippt, wenn andere telefonieren, für dich scheint das eine beinahe unmenschliche Anstrengung zu sein.
Zitronengras hat geschrieben:Ich richte das Augenmerk deshalb auf einen anderen Aspekt, weil du damit wirklich ein Problem zu haben scheinst, wenn du mal einen Gang zurückfahren sollst. Wenn jemand so in die Tasten hämmert, dass andere ihre Gespräche nicht mehr verstehen und du bereits das Lachen deiner Kollegin als "sie ist gerade nicht produktiv genug" bewertest, dann ist das doch auffällig oder?
Ich habe nirgends erwähnt, dass ich ihr Lachen als unproduktiv erachte! Ich hatte lediglich zum Vergleich angemerkt, dass lautes Gelächter mehr Dezibel beträgt, als das Klappern meiner Tastatur. Prinzipiell stört mich das nicht, wenn man neben der Arbeit noch Zeit für einen Plausch hat. Aber aktuell habe ich ein Problem damit, dass die Thematik des Ursprungsthreads in eine komplett andere Richtung gelenkt wird.
Zitronengras hat geschrieben:Dir geht es darum, zu betonen, wie schlimm es ist, dass deine Kollegin sich von deinem Geklimper gestört fühlt. Du sagst im Prinzip, dass es nicht legitim ist, jemanden mal um etwas Rücksicht zu bitten, wenn man telefoniert, weil es ja ganz schlimm sei, wenn man nicht tippen darf, so als wäre das nun dramatisch, mal kurz etwas langsamer zu tippen.
Ich wollte es nicht so darstellen, als wenn es grundsätzlich nicht legitim wäre, irgend jemanden um Rücksicht zu bitten. Eher wollte ich auf die Gleichberechtigung hinaus, dass jemand der um Rücksicht bittet, auch selbst Rücksicht nehmen sollte, wenn der andere auch mal ein Telefonat führt. Schließlich würde dies nahe liegen.
Zitronengras hat geschrieben:Normalerweise hat niemand ein Problem damit, wenn er mal kurz nichts machen soll, außer man braucht ständige Effektivität als Teil seines Selbstbildes. Für mich wäre es absolut gerechtfertigt, dass man nicht laut tippt, wenn andere telefonieren, für dich scheint das eine beinahe unmenschliche Anstrengung zu sein.
Grundsätzlich stört es mich nicht, während meiner Tätigkeit mal kurz eine Verschnaufpause einzulegen. Ein Glück stehe ich nicht permanent unter derartigen Leistungs- sowie Zeitdruck, dass ich vergleichsweise entspannt mein Pensum erfüllen kann. Aber ich hatte vielleicht vergessen zu erwähnen, dass ausgerechnet in den Fällen, in denen ich darauf hingewiesen wurde, aufzuhören zu tippen, sehr viel um die Ohren hatte und diverse Abgabefristen (nach Uhrzeit) einzuhalten hatte.
Da ist jede Minute kostbar. Sonst hätte mich das nicht womöglich auch nicht so gestört, aber, wenn mir mein Chef im Nacken sitzt, dann kann ich ja unmöglich dumm herum sitzen und abwarten? Beziehungsweise einen giftigen Blick kassieren, dafür, dass ich auch nur meinen Job mache?
Wenn dir danach ist, kannst du gerne ein neues Thema starten, Zitronengras. Aber ich würde es bevorzugen, das Hauptthema hier zu behandeln und nicht eine eigene subjektive Meinung zum Hauptthema zu deklarieren.
Ich finde solche Situationen immer schwierig zu beurteilen. Bei meiner Arbeit kommt es auch schon mal vor, dass jemand telefoniert, während ein anderer gerade am Computer arbeitet. Das ist aber kein Problem und ich fühle mich auch mehr von lauter Unterhaltung oder lautem Lachen gestört. Ich sehe es außerdem so, dass das Klappern von Tastaturen in einem Büro einfach dazu gehört und man lernen sollte, darüber hinweg zu hören.
Außerdem stimme ich dir zu, dass Rücksichtnahme von beiden Seiten erfolgen sollte. Ich finde es auch komisch, dass sie Rücksichtnahme von dir erwartet, wenn sie telefoniert und gleichzeitig aber laut redet und lacht, wenn du mal telefonieren musst. Das kann es irgendwie nicht sein. Hast du denn mal mit ihr darüber geredet? Das würde ich in einer ruhigen Minute mal machen und vielleicht findet ihr ja gemeinsam eine Lösung.
Genau, so sehe ich das auch: man sollte in einem Büro mit allgemeinen Geräuschen, wie Tastaturgeklapper und Telefonklingeln rechnen und damit umzugehen wissen.
Ihre Rücksichtnahme lässt leider des Öfteren zu wünschen übrig - neulich erst war unser Vorgesetzter aus einer Besprechung im Nebenbüro heraus gegangen, da er einen Anruf auf sein Handy bekam: Die ersten paar Minuten konnte er das Gespräch auch ohne weitere Schwierigkeiten in unserem Büro (Durchgangszimmer) führen. Jedoch musste meine Kollegin zwischendurch eine andere Mitarbeiterin via Telefon kontaktieren. Dabei hatte sie sehr laut in ihren Apparat geredet, um nicht schon geschrien zu schreiben, worauf der telefonierende Vorgesetzte versuchte sich etwas weiter von ihrem Schreibtisch zu entfernen und in eine Ecke gequetscht nur gequält sein Telefonat fortsetzen konnte.
Wenn es nun so wäre, dass meine Kollegin allgemein ein lautes Sprachorgan hätte, dann würde ich es ja so hinnehmen, aber es gibt durchaus auch Gespräche, bei denen Sie in normaler bis leiser Lautstärke telefoniert. Hätte Sie jemanden auf seinem Handy angerufen, würde ich es auch noch irgendwie nachvollziehen können, dass man bei schlechter Verbindung automatisch dazu neigt lauter zu werden. Aber in diesem Falle - vor allem, da sie ja das Telefonat erst im Nachhinein begonnen hatte - fand ich es schon ziemlich respektlos von ihr dermaßen herum zu brüllen.
Unser Vorgesetzter hatte bisher nichts weiter dazu gesagt, da er wieder zurück in die Besprechung gegangen ist, als sie noch am Telefonieren war und anschließend nur noch auf Achse war. Ich selbst hatte leider auch noch keinen Moment gefunden mit ihr darüber zu reden. Bislang hat sie mir nicht mehr das Tippen verboten, sodass es aus dem Zusammenhang gerissen wäre, wenn ich sie jetzt erst darauf ansprechen würde. Prinzipiell ist sie an sich ein schwieriger Mensch, der gerne Recht behält und sich nichts sagen lassen will. Sofern es aber wieder zu ähnlichen Vorkommnissen kommen sollte, sehe ich mich gezwungen sie damit zu konfrontieren, damit es mal geklärt wird.
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