Störend wenn wichtige Informationen weggelassen werden?
Ich habe vor einiger Zeit im Radio eine sehr interessante Meldung gehört. Da hieß es, dass die Stadt Köln in diesem Jahr die meisten Staus gehabt hätte und dass die Menschen hier am längsten im Stau stehen würden. Köln hätte für dieses Jahr quasi den Rekord gebrochen und hätte andere Städte wie Berlin und dergleichen überholt. Dabei wurde jedoch konsequent verschwiegen, dass Köln aktuell mehr oder weniger umzingelt von irgendwelchen Baustellen ist. Klick.
Ich weiß das deswegen, weil ich vor einem Monat mit dem Auto an Köln vorbei fahren musste um eine Freundin zu besuchen und da hatte ich eben auch einige Probleme, diese Baustellen zu umfahren, weil die eben sehr zentral gelegen sind. Wenn das nicht aktuell gewesen wäre, hätte ich die Meldung im Radio gar nicht wirklich hinterfragt und das einfach so hingenommen. Aber da ich das eben weiß, rege ich mich so ein bisschen darüber auf, dass von den Medien immer wieder (meiner Ansicht nach) wichtige Informationen gezielt weggelassen werden.
Stört euch das, wenn wichtige Informationen weggelassen werden? Stört euch das mehr bei den Medien oder im privaten Umfeld? Warum machen Menschen das und lassen gezielt Informationen weg? Das kann doch nicht alles ein "Versehen" sein so oft wie das vorkommt oder etwa doch?
Also, prinzipiell muss man natürlich sagen: Natürlich finde ich es störend, wenn wichtige Informationen weggelassen werden. Das ist ja "per definitionem" so: "Wichtig" ist eine Sache ja dann, wenn sie nicht "weggelassen" werden darf. Insofern findet es jeder störend, wenn etwas Wichtiges weggelassen wird.
In dem genannten Beispielfall kann man aber darüber diskutieren, ob tatsächlich etwas Wichtiges weggelassen wurde. Man kann - als Radioreporter - natürlich nicht bei jeder Meldung bei Adam und Eva anfangen. Gewisse Grundkenntnisse (bzw. ein gewisses Hintergrundwissen) werden in der Regel vorausgesetzt (sonst wäre jede Nachrichtenmeldung abendfüllend).
Vielleicht weiß nicht jeder Radiohörer (wie du), dass es in Köln überdurchschnittlich viele Baustellen gibt. Aber jeder Radiohörer weiß, wie Staus normalerweise entstehen: Klar, durch zu enge Straßen. Aber auch (und hauptsächlich) durch Unfälle und Baustellen. Wenn ich - als Durchschnitts-Radiohörer - höre, dass es irgendwo einen krassen Stau gibt, fühle ich mich nicht um eine Information betrogen, wenn mir nicht ausdrücklich gesagt wird, dass die Ursache in einer Baustelle liegt.
Viel problematischer finde ich die mediale Tendenz, Kausal-Beziehungen vorzutäuschen (oder vorauszusetzen), wo nicht unbedingt welche sind. Das passiert z.B. immer, wenn irgendwelche Studien interpretiert werden: Menschen, die täglich einen Riegel Schokolade essen, sind überdurchschnittlich glücklich. Also macht Schokolade glücklich - so lautet die Medienmeldung.
Aber das ist nicht unbedingt gesagt/bewiesen: Es könnte auch sein, dass Glückshormone Hunger auf Schokolade verursachen (dann wäre die Kausalkette andersrum: Glück verursacht Schokoladenkonsum). Oder es könnte sein, dass glückliche Menschen einen überdurchschnittlich hohen Lebensstandard genießen, sodass sie häufiger auf Genussmittel zurückgreifen können als unglückliche Menschen. Und, und, und.
Ich würde also sagen: Die Medien enthalten den Konsumenten nicht unbedingt wichtige Informationen vor. Manches Mal konstruieren die Medien sogar wichtige Informationen, die sich - genau betrachtet - gar nicht unbedingt beweisen lassen.
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