Kursgeschenk als Dank für Dozenten?
Ich mache zur Zeit ein Blockseminar und in unserem Kurs von knapp 10 Studenten kam dann die Idee auf, dass wir doch unserem Dozenten etwas zum Abschied schenken könnten. Normalerweise ist das bei uns an der Uni überhaupt nicht üblich. Ich hatte schon viele Dozenten, darunter auch etliche Professoren und unabhängig vom Titel haben wir eigentlich nie etwas geschenkt. Es gab normalerweise nicht mal ein Dankeschön für den Unterricht, egal in welcher Form. Man hakt das ganze mit der Klausur einfach ab und lebt weiter.
Bei diesem Dozent haben wir uns dann ausnahmsweise dazu entschlossen doch etwas zu schenken und ich fand das auch nicht befremdlich oder so. Man muss dazu sagen, dass dieser Dozent mit 78 Jahren eigentlich schon im Ruhestand ist und auch kein Honorar von der Uni dafür bekommt. Er opfert quasi seine Freizeit dafür auf, dass wir etwas lernen können und er uns so viel wie möglich vermitteln kann. Gerade da finde ich ein kleines Dankeschön dann schon angebracht.
Denn er müsste den Unterricht ja nicht machen, wen er nicht wollte. Nur dann hätten wir Studenten das Pech, dass kein Dozent sonst diese Veranstaltungen anbietet und wir würden ziemlich doof aus der Wäsche gucken. Außerdem sind ja die meisten Dozenten auch angestellt und arbeiten dafür. Sie tun ihren Job, da ist das Gehalt Dank genug wie ich finde.
Wie seht ihr das? Würdet ihr einem Dozenten etwas als Dankeschön schenken? Wann? Wann nicht?
Also beim Lesen der Frage fand ich den Gedanken, einem Dozenten ein Kursgeschenk zu machen, ehrlich gesagt etwas merkwürdig.
Ich meine in der Schule damals war es "üblich" dem Klassenlehrer ein kleines Präsent zu überreichen, der die Klasse einige Jahre ihres Lebens begleitet hat. Ich finde das auch ganz nett, denn man kennt diesen Klassenlehrer wahrscheinlich auch privat, weil man einige Klassenfahrten oder Ausflüge gemeinsam gemacht hat usw. und eben auch in der Regel mehr als zwei Fächer bei diesem Lehrer. Man sieht ihn also fast jeden Tag und hat mit ihm zu tun.
Bei Dozenten ist das anders.Diese hat man nur eine kurze Zeitspanne und wegen der Menge an Studenten ist es auch eher unüblich, dass man den Dozenten "persönlich" mal kennenlernt, also so, wie er privat auch ist.
Unter Berücksichtigung, dass der Dozent, von dem du sprichst, eigentlich schon im Ruhestand ist, jedoch trotzdem ein Blockseminar hält, finde ich es doch ziemlich angemessen, ihm ein kleines Dankeschön zu überreichen.
Auch wenn ich bei der Geschichte verstehen kann, dass hier welche an ein "Dankeschön" denken und es für angebracht halten, würde ich davon absehen. Die Beziehung zu dem Dozenten ist letztlich "professionell" und von Seiten der Studierenden "erzwungen". Man kann sich darüber freuen, dass eine Vorlesung gut gemacht wird. Aber letztlich war es das auch schon. Will man eine persönliche Note einbringen, dann kann man dem Dozenten mitteilen, dass man die Vorlesung gerne besucht hat und für gut hält.
Aber alles andere klingt schon sehr überzogen. Insbesondere wenn es darum geht, jetzt Geld zu sammeln und dann auch noch das passende Geschenk für jemanden zu finden, den man vielleicht in Summe 30 Stunden kennt. Ist man so sehr auf "sozialen Austausch" erpicht, kann man sich überlegen, am Ende des Kurses mit dem ganzen Kurs (wer eben Lust hat) ein Eis essen zu gehen. Aber auch das dürfte keine auf Dauer angelegte Beziehungen entstehen lassen. Daher wäre mein Rat: die Sache mit der notwendigen und gebotenen Distanz angehen und auf Geschenke verzichten.
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