Energiesparmaßnahmen nicht gut für die Umwelt?
Ich sah gestern einen kurzen Bericht über Energiesparmaßnahmen wie beispielsweise die Wärmedämmung bei Häusern, um Energiekosten zu sparen oder die Einführung der Energiesparlampe und der damit verbundenen Verdrängung der Glühbirne, auch weil diese nicht mehr produziert wird. Auch ging es um Autos, die den Sprit sparsamer verbrauchen, alles mit der Begründung, dass das ja so viel besser für die Umwelt sein soll, was auch irgendwie logisch klingt.
Jedoch wurde auch erwähnt, dass die Menschen durch das eingesparte Geld dazu verführt werden, noch mehr Geld auszugeben. Soll heißen: durch die Wärmedämmung spart man Energiekosten, was zur Folge hat, dass die Häuser immer größer werden und die Flächenversiegelung voranschreitet. Energiesparende Autos werden dann dazu genutzt, dass man häufiger und viel weiter damit fährt und Energiesparlampen werden viel länger als nötig brennen gelassen, sodass man schon nicht mehr von Energie sparen sprechen kann.
Was meint ihr? Sind diese ganzen Energiesparmaßnahmen nicht gut für die Umwelt und haben eher zur Folge, dass man noch mehr Geld ausgibt, weil man ja so viel gespart hat und es sich leisten kann? Welche Auswirkungen haben die oben genannten Faktoren auf euer Verhalten?
Das Argument mit der Wärmedämmung ist großer Unfug, wenn sich mal Mietshäuser ansieht. Ok, man spart durch die Wärmedämmung tatsächlich. Aber der Mieter kann dafür eine höhere Miete einfordern. Die hat bei uns die Ersparnis für das Heizen nicht nur aufgefressen, sondern ist für uns ein Minusgeschäft.
Andere Mieter sind deswegen ausgezogen. Also hat man nicht mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung. Im Übrigen halte ich Wärmedämmung wie sie momentan betrieben wird, aufgrund der eingesetzten Materialien für wenig umweltgerecht.
Richtige Energiesparlampen derweil sind eigentlich Betrug am Kunden, denn diese entfalten ihr Sparpotenzial erst, wenn man sie lange brennen lässt. Daher lohnt es sich zum Beispiel gar nicht, für die Toilette ein teures Leuchtmittel zu kaufen, weil das Licht ständig kurzzeitig geschaltet ist.
Und solange Elektroautos nach 100 Kilometern erstmal ewig lange an die Steckdose müssen, wird da auch niemand wirklich verstärkt Freude am Fahren entwickeln.
Ich finde Behauptungen teilweise auch unlogisch. Wobei ich das mit dem Auto und den öfteren oder weiteren Fahrten nicht ganz von der Hand weisen würde. Denn wenn man bei einem Auto weniger Kosten für Benzin hat, dann macht man wohl eher einen Ausflug und damit ist man eben auch öfter unterwegs.
Bei Häusern ist das allerdings unlogisch, da man die Ersparnis ja nicht vor dem Bau hat. Selbst wenn man ein altes Haus entsprechend saniert hat man erst mal Kosten, die sich erst nach einigen Jahren amortisieren und man vergrößert bei solchen Sanierungsmaßnahmen ja kaum das Haus. Es sei denn, dass eh ein Anbau geplant war. Aber das wird auch nicht so oft der Fall sein.
Bei den Energiesparlampen ist es doch so, dass sie erst nach einiger Zeit die volle Leuchtkraft erreicht haben. Wer wäre also so dumm das Licht wegen ein paar Minuten auszuschalten, wenn man danach die selbe Zeit warten muss, bis man wieder ausreichend helles Licht hat?
Es kommt doch immer ganz auf die verschiedenen Sparmaßnahmen an. Manche sind sinnvoll, andere sind es nur in bestimmten Situationen, manche gar nicht. Das muss man differenziert betrachten und man muss sehen, dass vieles, was uns als Maßnahme für die Umwelt verkauft wird, eine Maßnahme für die Wirtschaft ist.
Natürlich ist es sinnvoll, wenn ein Auto sehr gute Vorrichtungen hat, damit es wenig Energie verbraucht und wenig Schadstoffe ausstößt. Nicht sinnvoll ist es, so einen Wagen anzuschaffen, wenn der alte es noch gut tut. Denn für den alten und den neuen Wagen werden massig Rohstoffe benötigt und viel Energie zur Produktion gebraucht. Dazu kommt die Energie für das Recycling des alten Modells. Für die Umwelt ist es besser, den schon produzierten "Stinker" zu nutzen, so lange er fährt und erst dann umzusteigen. Für die Wirtschaft ist es besser, wenn der Wagen früher ausgetauscht wird.
Wasser sparen in einem Land mit viel Wasser ist auch Unsinn. Sinnvoll ist es, Verschmutzungen im Wasser zu reduzieren. Aber je weniger Wasser wir hier verbrauchen, desto konzentrierter ist die Brühe in den Kläranlagen. Und das lässt sich viel schlechter gut reinigen als verdünntere Brühe. Umweltfreundliche Wasch- und Putzmittel und Auflagen für die Industrie sind sinnvoll. Kurz duschen und auf das Baden verzichten machen eher Probleme als sie zu lösen.
Die Häuser mit Materialien zu dämmen, die kaum zu recyclen sind und die nicht verrotten, aber viel Energie bei der Produktion brauchen, ist auch wenig nutzbringend. Zumal die tatsächliche Energieeinsparung recht gering ist.
Langfristig sind einige Maßnahmen sicher sinnvoll. Aber dieses Umsetzen in kurzer Zeit und alle zwingen, das ist wenig nutzbringend. Die Umweltplakette ist auch so ein Ding. Viele hier mussten ihr Auto ersetzen, weil man ohne Plakette nicht mehr von A nach B kommt. Aber an meiner Straße braucht man wegen des Durchgangsverkehrs keine Plakette. Auf den Autobahnen, die die Stadt durchschneiden auch nicht. Und in den Nebenstraßen, wo man jetzt eben eine benötigt, sind noch nie viele Wagen gefahren. Die Einsparung an Schadstoffen durch die Anlieger ist ein Witz im Vergleich zum hier fließenden Verkehr. Aber Hauptsache die Leute mussten irgendwie ein neues Auto anschaffen.
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