Wie ermittelt ihr einen Verkaufspreis?
Ich habe lange Zeit damit gewartet, alte Gegenstände, sei es eine Spielkonsole oder alte Bücher, die ich gelesen habe oder für die Schule gebraucht habe, zu verkaufen. Allerdings möchte ich nun meinen Computer etwas aufrüsten und mir ein paar neue Details für mein Zimmer kaufen und brauche dafür etwas Geld. Deswegen habe ich den Entschluss gefasst, meine ganzen Sachen, die ich nicht mehr brauche, zu verkaufen. Viele der Sachen sind sogar noch in einem sehr guten Zustand und ich denke, dass ich dadurch doch einen guten Gewinn machen kann.
Wie gesagt, bin ich aber ein ziemlicher Neuling in dieser "Branche" und taste mich da gerade so ein bisschen rein. Allgemein ist es natürlich so, dass man immer ehrlich bei den Beschreibungen der Produkte sein sollte und wirklich auf jedes Detail eingehen sollte. Einfach der Fairness wegen und da so der Kunde auch direkt weiß, was er denn kauft. Ich habe nur immer ein Problem und das ist, wenn ich den Preis angeben muss.
Ich bin mir nie sicher, wie viel ich denn nun eigentlich verlangen darf oder sollte. Ich gucke mir dann die Preise im Internet an oder gucke auch auf der Plattform, in der ich es verkaufen möchte, wie viel die anderen User denn verlangen. So bekomme ich dann ungefähr meinen Preis zusammen. Natürlich ist es auch so, dass ich meine eigene Erwartung dann in den Preis mit einfließen lasse, aber das ist halt ein guter Vergleich.
Wie macht ihr so etwas, wenn ihr Sachen von euch verkaufen wollt? Macht ihr das ungefähr so wie ich oder habt ihr noch andere Methoden? Wie findet ihr euren perfekten Verkaufspreis heraus?
Wenn ich mein Eigentum verkaufe, unterteile ich meine Güter an sich in verschiedene Kategorien. Das vereinfacht die Sache irgendwie. Zumindest empfinde ich es so.
Einmal sind das Sachen, die ich weg schmeißen würde. Die stelle ich ein paar Mal ein und wenn sie nicht weg gehen, dann landen sie im Müll oder ich verschenke sie. Hier ist mir der Preis, den ich erzielen möchte, relativ egal. Wobei ich eben meistens bei Ebay verkaufe und da der niedrigste Verkaufspreis ein Euro ist. Da denke ich mir dann, lieber 90 Cent (ein Euro Verkaufspreis abzüglich Verkaufsprovision), als nichts. Und mit so Artikeln bekommt man eben auch Bewertungen. Kann zeigen, dass man zuverlässig ist.
Bücher habe ich reichlich. Die würde ich ungerne weg schmeißen. Die stelle ich meistens als Pakete ein. Wobei ich mittlerweile zusehe, dass ich keine zwanzig Bücher mehr für einen Euro verkaufe. Denn alleine bis ich die verpackt und verschickt habe - da lohnt der Aufwand nicht.
Dann habe ich Dinge, von denen ich mich nur schwer trennen kann. Im letzten Jahr zum Beispiel ein Marken Sweatshirt, welches ich seit Jahren nicht getragen habe. Aber mich eben ungerne davon trennen wollte. Ich habe es bei Ebay eingestellt, aber eben nicht für einen Euro. Der Startpreis war das, was ich mindestens haben wollte. Ansonsten hätte ich das Sweatshirt nämlich lieber behalten. Den Preis habe ich auch bekommen.
Dann gibt es Dinge, von denen ich weiß, sie haben durchaus ihren Wert. Ich schildere jeden Mangel und so weiter und lege hier eben fest, was ich mindestens haben will und das wird dann mein Startpreis. Für die meisten Sachen bekomme ich mehr.
Bei manchen Sachen überlege ich mir auch, wie hoch der Aufwand ist, bis ich den Artikel eingestellt, verkauft und verschickt habe. Ich wohne im vierten Stock und vierzig Bücher kann ich nicht auf einmal alleine runter schleppen. Oder ich weiß mittlerweile wie lange ich brauche, bis ich eine Schallplatte so verpackt habe, dass sie den günstigsten Versandpreis hat. Beziehungsweise hat der Verpackungswahnsinn bei mir auch Grenzen. Denn rein theoretisch ist es machbar, eine Schallplatte so zu verpacken, dass sie als Warensendung versendet werden kann. Was aber enorm viel Aufwand bedeutet.
Ganz klar ist auch der Zustand der Dinge entscheidend. Ich haben zum Beispiel keinen Plattenspieler mehr und habe die Schallplatten nicht mehr probe gehört. Was ich klar angegeben habe. Was aber eben auch den möglichen Verkaufspreis gemindert hat. Allerdings der Aufwand wäre einfach zu hoch gewesen, die Schallplatten alle noch mal anzuhören.
Ich verkaufe meine meisten überflüssigen Sachen eigentlich als reguläre Auktion ohne Mindestpreis und auch ohne erhöhten Startpreis. Also der Preis den der Bieter mit dem höchsten Gebot macht wird von mir akzeptiert. Natürlich mache ich da manchmal auch dicke Backen weil es nicht so gelaufen ist, aber es kommt noch häufiger vor dass ich dann doch erstaunt bin wie viel Geld meine Artikel dann noch gebracht haben. Das gleicht sich dann in der Summe aus und ich denke dass die Anzahl der Gebote schon in gewisser Weise den Marktwert wiederspiegeln.
Ich habe bei anderen von mir beobachteten Auktionen mit Festpreis oder auch nur gering erhöhtem Startpreis eher weniger Bieter gesehen die bereit sind schon so hoch einzusteigen, selbst wenn der Preis eigentlich günstig ist. Deshalb nehme ich auch die bei Ebay erzielten durchschnittlichen Preise als meinen Wunschpreis wenn ich doch etwas einmal über Ebay-Kleinanzeigen oder per Aushang verkaufen möchte.
Normalerweise frage ich mich aber was ich selber bereit wäre für das Teil zu zahlen. Das sind in der Regel 50 Prozent vom Neupreis und das ist in Abhängigkeit von Zustand und Alter auch ein fairer Preis für gebrauchte Sachen. Meistens bin ich im Bereich „Sammeln und Seltenes“ unterwegs und dort kaufe und verkaufe ich auch doppelte Dinge oder Artikel die mir nicht mehr gefallen. Ich kenne meine Einstiegspreise die ich einmal bezahlt habe und ich weiß auch welche Preise sie zu bestimmten Jahreszeiten erzielen können. Meistens liegt der Endpreis dann auch genau dort wo ich es vorher vermutet habe, das sind einfach Erfahrungswerte die man sich so im Laufe der Zeit angeeignet hat.
Natürlich habe ich auch manchmal Sachen bei Ebay-Kleinanzeigen oder Quoka die ich vorher noch nie verkauft hatte und wo mir die Preisvorstellung einfach fehlte. Als unser Sohn seine WG-Wohnung aufgelöst hatte oder wo meine Eltern sich verkleinerten waren das sogar recht viele Dinge. Da schaute ich auch erst was hier im Umfeld zu welchen Preisen angeboten wurde und machte mir meinen Reim darauf. Bei den meisten Dingen war die Preisvorstellung nach meinem Empfinden viel zu hoch, selbst wenn es sich nur um eine Verhandlungsbasis handelte wo es ja bekanntlich noch viel Spielraum gibt.
Am besten lief es bei mir immer noch mit der 50%-Regel mit etwas Luft nach unten zum Feilschen. Man findet ja schnell im Netzt ähnliche Dinge und da sieht man dann auch den Neupreis. Das reguläre Ebay war da auch eine Hilfe wenn es sich nicht gerade um sperrige Artikel handelte die nicht versendet werden konnten.
Bei mir kam dann auch noch der Zeitdruck dazu, ich musste ja die Wohnungen leer bekommen. Einen guten Teil verkaufte sich recht schnell und bei den anderen Sachen ging ich dann nach ein paar Wochen im Preis runter weil ein geringerer Erlös eben besser als gar kein Erlös ist. Ich denke sowieso dass man, wenn nun nicht gerade Eile besteht, man ruhig den Preis etwas höher ansetzen kann. Da hat man mehr Luft beim Aushandeln der Preise, aber zu optimistische Preise sollte man auch nicht ansetzen, da meldet sich dann einfach niemand weil niemand glaubt 90 Prozent Rabatt oder so etwas in der Art heraushandeln zu können.
Vielleicht noch nebenbei, ich gebe dann immer meine Telefonnummer an um eine einfache Kontaktaufnahme zu ermöglichen und ich mache auch schöne Fotos die sich von den unterbelichteten und verwackelten Aufnahmen anderer deutlich abheben.
Wenn ich Artikel verkaufen möchte, dann mache ich das eigentlich nur über eBay und dann auch nur ohne eine festgelegte Summe. Meistens sind es Sachen, die ich eh nur wegwerfen würde und da ist es mir eigentlich egal, wie viel ich dann am Ende dafür bekomme. Einen Verkaufspreis könnte man ja auch festlegen und dann auch im Internet vergleichen, aber das würde bei eBay ja Geld kosten.
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