Habt ihr noch einen Kohleofen in Verwendung?
Kohleöfen haben ja immer noch sehr viel Charme und es gibt bestimmt viele Leute die, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten, sich auch gern wieder einen zulegen würden. Habt ihr derzeit vielleicht noch einen Kohleofen in Verwendung oder hättet ihr gern einen? Gerade auf dem Land, stelle ich mir dessen Anschaffung und das Betreiben bestimmt wesentlich einfacher vor, als in einer Großstadt.
Wir heizen ausschließlich mit Öfen. Allerdings mit Holz, obwohl die Öfen auch Kohle vertragen. Wir haben einen im Wohnzimmer, einen im Schlafzimmer und einen in der Küche, auf dem ich auch koche. Eine andere Heizung gibt es nicht.
Ich muss aber dazu sagen, dass wir Landwirte sind, also im Winter nicht früh aufstehen und ins Büro gehen müssen. Wenn man ganz "normal" von 8 bis 17 Uhr arbeitet, stelle ich mir das Leben mit einem Ofen sehr unangenehm vor. Immerhin geht er ja über Nacht aus und es braucht morgens eine Weile, bis die Räume wieder warm sind.
Da will man sich nicht duschen, ordentlich anziehen und hübsch machen, um dann gleich das Haus zu verlassen und dann abends in ein eiskaltes Haus zurückzukehren. Wir stehen also nicht in aller Herrgottsfrühe auf, wir duschen nicht morgens, sondern ziehen sofort Kleidung an, solange man vom Bett noch aufgewärmt ist. Und dann sind wir eben den ganzen Tag da, um Holz nachzuwerfen und so wird es richtig schön gemütlich.
Also ich finde die Öfen klasse. Wir kaufen im Sommer für ein paar Hundert Euro Holz und müssen keinen Tank mit teurem, umweltverschmutzendem Öl füllen lassen. Vor Gas hätte ich richtig Angst. Natürlich ist es praktisch, einfach an der Wand einen Knopf umzudrehen, wenn es einem ein paar Grad zu kalt ist. Es ist schon gewöhnungsbedürftig mit Öfen. Aber ich habe mich daran gewöhnt.
Ich vermisse unseren Dauerbrenner aus unserem alten Haus. Der ging, wenn man es nicht wollte, nicht aus. Daher war es immer warm, ein ganztägiger Job war mit diesem Ofen gar kein Problem. Im tiefsten Winter mit Dauerfrost benötigte er zweimal täglich Zuwendung, wenn es nur in der Nacht Frost gab, reichte das Auffüllen einmal täglich. In der Übergangszeit haben wir den Ofen jeden dritten Tag angeheizt.
Das war ein großer Kachelofen mit einem Allesbrenner mit Dauerbrand. Der Ofen hatte eine Luftführung in alle Räume, so beheizte er 160 qm. In milden Wintern reichte eine Tonne Kohle, das wären dann Heizkosten von etwa 350 Euro, in sehr strengen Wintern brauchten wir das Dreifache.
Ich heize mit Holz, wenn ich nicht gerade einen halben Sack Grillkohle verbrenne um ihn nicht über den Winter einlagern zu müssen, aber nur mit Kohle heizen würde auch gehen. Allerdings ist Holz der umweltfreundlichere Rohstoff, also besteht für mich kein Grund Kohle zu kaufen.
Ich wohne nicht direkt auf dem Land, aber in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet und habe ein großes Grundstück. Das hat auf jeden Fall den Vorteil, dass ich genug Platz für das Holz habe. Wenn man das frisch kauft oder bekommt kann man es ja nicht direkt verbrennen und das nimmt schon einiges an Platz weg, den hätte man in einem normalen Keller in einem Mehrfamilienhaus nicht.
Bei mir ist es übrigens am Morgen nicht extrem kalt und wenn ich den Tag über weg bin ist es Abends zwar kühl, aber auch nicht so unangenehm kalt. Meine Fenster sind allerdings auch nicht mehr original sondern relativ neu und mit dreifacher Verglasung, das macht schon einen deutlichen Unterschied. Früher waren die Fensterbänke immer kalt und wenn es windig war konnte man den Luftzug spüren, das ist jetzt nicht mehr der Fall.
Mir entzieht sich der Charme eines Kohleofens doch ganz gewaltig, und ich genieße lieber die Vorteile einer Pellets-Heizung oder was auch immer den Fußboden bei mir in der Arbeit warm hält. Ich bin täglich zwölf Stunden außer Haus und hätte gar nicht die Zeit, um der Gründerzeit-Romantik willen noch Kohle zu schleppen und Ruß abzukratzen, damit die Bude warm bleibt. Für so was hatte man damals Personal!
Außerdem ist Kohle, wenn man die gute, alte Stein- oder Braunkohle meint, sowieso schlecht für die Umwelt und macht einen Haufen Dreck. Würde ich als Einsiedler und Selbstversorger irgendwo in der Pampa wohnen, könnte ich mir maximal einen Kachelofen vorstellen, den ich mit Holzscheiten in Gang halten müsste. Aber in meinem aktuellen Leben hat ein Kohleofen mit den ganzen damit verbundenen Umständlichkeiten wahrhaftig keinen Platz.
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