Nachbarn als Konsequenz verpetzen oder besser nicht?
Ich wohne derzeit in einem Mehrfamilienhaus und vor kurzem hatten wir hier einen nicht unerheblichen Schaden. Es war draußen wirklich extrem windig gewesen und jemand ist dann raus gegangen und hat die Haustür nicht hinter sich zugezogen. Das ist hier schon mehrfach vorgekommen und da ich eigentlich von meinem Arbeitszimmer aus immer recht gut hören kann, wer seine Wohnung verlässt, bin ich mir auch sicher, wer dies gewesen ist.
Vor einiger Zeit hat dieser Mann die Tür nicht zugezogen, auch nicht als er rein gekommen ist und damals ist die Tür durch den Wind mit viel Schwung gegen die Wand gekracht und die Scheibe hat einen Riss bekommen. Es handelt sich noch um eine ältere Tür, aber sie passt zum Haus und ist eigentlich sicher. Gestern war es wieder sehr windig draußen und der Mann hat die Tür wieder nicht zugezogen. Die Tür ist dann wieder gegen die Wand gedonnert und diesmal ist die Scheibe rausgeflogen.
Dabei habe ich ihn bereits darauf hingewiesen, dass er das tun soll, denn ansonsten pfeift sehr viel Wind durch den Hausflur und das ist unangenehm und verweht auch die ganze Post und die Zeitungen. Die Vermieterin ist dann auch gekommen und hat sich das angeschaut. Es wird wahrscheinlich sehr viel Geld kosten die Scheibe zu ersetzen, da es sich um eine ältere Tür handelt und es keine Massenware ist. Wahrscheinlich wird die Vermieterin die ganze Tür austauschen lassen.
Es ist nun noch nicht ganz klar, ob die Mieter die Kosten nun übernehmen müssen oder nicht. Wenn es sonstige Schäden am Haus gibt, dann ist die Reparatur in der Regel in der Miete enthalten, aber die Vermieterin meinte, dass auch ihr häufiger aufgefallen ist, dass die Tür nicht zugezogen gewesen ist und dann ist es eine Fahrlässigkeit und kein Schaden, der einfach so entstanden ist. Es kann also gut sein, dass die Kosten für die Tür unter den Mietern aufgeteilt werden.
Mein Freund hat mich nun auch darauf hingewiesen, dass ich mit der Vermieterin reden und ihr sagen soll, dass ich weiß, wer die Tür in der Regel nicht zuzieht. Da ich an diese Tag zu Hause war, weiß ich auch, dass der Mann hereingekommen ist und die Tür offen gelassen hat, kurz bevor die Scheibe herausgeflogen ist. Aber beweisen kann ich das natürlich nicht. Möglicherweise würde das aber etwas ändern und vielleicht würde die Mann dann die Kosten alleine tragen müssen.
Wie würdet ihr an meiner Stelle reagieren? Hättet ihr Angst um den Haussegen und würdet euch lieber an den Kosten beteiligen oder würdet ihr es auch lieber direkt sagen, damit der Mann die Kosten alleine trägt? Hättet ihr dadurch ein schlechtes Gewissen oder hättet ihr kein Problem damit?
Du kannst es nicht beweisen und damit hat sich die Sache eigentlich schon erledigt. Wenn du der Vermieterin sagst, dass es Herr Müller war, wird Herr Müller sagen, dass das nicht stimmt. Dann ändert sich überhaupt nichts an den Kosten, aber Herr Müller ist dann sauer auf dich.
Du könntest höchstens mal mit Herrn Müller reden. Ihm ins Gewissen reden, dass es nicht fair ist, dass die Kosten auf alle Mieter aufgeteilt werden, wenn er es doch war. Wenn es sich Herr Müller leisten kann, das Fenster zu bezahlen, besteht eine gewisse Chance, dass er seine Verantwortung einsieht. Kann er es sich allerdings nicht leisten, wird er nichts sagen können.
Da es es nicht gesehen und damit nicht beweisen kannst, wird sich am Sachverhalt so erst mal nichts ändern. Die schreibst, dass es schon eine alte Tür ist und da liegt die Vermutung nah, dass sie aus Holz ist. Holztüren verziehen sich allgemein wesentlich schneller und in letzter Zeit war es sehr trocken. Das merke ich schon an unserer Haustür, die man nach längerer Trockenheit einfach so aufdrücken kann.
Demzufolge kann da auch der Wind einfach die Haustür aufdrücken, selbst wenn sie zugezogen war. Das habe ich selbst zwei Mal erlebt, als Kyrill damals tobte und wir im Thüringer Becken nur am Rande betroffen waren. Trotzdem hat es da unsere Haustür aufgedrückt und ich habe sie nach dem zweiten Mal dann abgeschlossen.
Und so könnte man es in diesem Fall auch nicht unbedingt als Fahrlässigkeit eines Mieters auslegen, wenn man das Wetter der vergangenen Wochen betrachtet und vielleicht damit argumentiert, dass durch die Trockenheit sich die Tür zusammen gezogen hat. Denn bisher wäre mir kein Fall bekannt, wo eine Versicherung dann gesagt hätte, dass man seine Tür dann wässern müsste, damit sie richtig schließt.
Ich kann mir nun wirklich nicht vorstellen, dass die Vermieterin ihren Mietern anteilmäßig die Kosten für eine neue Tür aufbürden kann, wenn diese schon alt ist.
Die Tür hinter sich zuziehen müsste eigentlich jeder schaffen, damit sie nicht auffliegt bei Sturm. Es gibt ja auch die Möglichkeit, oberhalb der Haustür einen Türschließer anzubringen, damit sie selbsttätig zugeht. Das ist Sache der Vermieterin und das sollte sie nach Reparatur der Scheibe mal machen lassen.
Ich würde mich ganz bestimmt nicht an den Kosten für eine Haustür beteiligen. Da hat ein Mieter nichts mit zu tun. Sie kann persönlich denjenigen ansprechen, der die Tür offen gelassen hat, sofern sie es weiß, aber die Kosten auf alle umlegen, das geht wirklich zu weit. Sie hat als Vermieterin dafür zu sorgen, dass die Tür leicht zugeht. Unsere Tür fällt hinter uns ins Schloss. So müsste das bei euch auch möglich sein.
Da du keine richtigen Beweise für die Nachlässigkeit deines Nachbarn hast und nur die Ahnung, dass er es war, würde ich mich erst einmal daraus halten und abwarten, was passiert.
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- Wie oft mistet ihr Beautyprodukte aus? 2410mal aufgerufen · 14 Antworten · Autor: beere · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Gesundheit & Beauty
- Wie oft mistet ihr Beautyprodukte aus?
- Hat man nach der Schule einen großen Verlust an Freunden? 5937mal aufgerufen · 22 Antworten · Autor: Owlytic · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Alltägliches
- Hat man nach der Schule einen großen Verlust an Freunden?