Als Eltern keine Haftpflichtversicherung für Student machen?
Eine Kommilitonin von mir ist erst vor kurzem in die Nähe des Institutes gezogen und hat sich jetzt auch ein Fahrrad gekauft. Sie hatte bereits einmal schon fast einen Unfall und hätte dabei ein Auto um ein Haar zerkratzt, aber es ist zum Glück nichts passiert. Jetzt hat sie ihre Eltern nochmals darauf angesprochen, ob sie denn immer noch bei deren Haftpflichtversicherung mit versichert ist. Daraufhin bekam sie aber die Antwort, dass diese vor kurzem eine neue abgeschlossen hätten und in dieser wäre sie nicht enthalten.
Meine Bekannte hatte vor einiger Zeit einen Unfall mit ihrem ausgeliehenem Cello, wo die Versicherung dann auch einigem hin und her gezahlt hat. Es hat sich dabei um eine relativ große Summe gehandelt. Kurz danach hatte sie ein Teil an einer geliehenen Geige kaputt gemacht und da war das Gerede dann auch groß.
Auf jeden Fall möchten die Eltern sie deswegen nicht mehr bei sich mitversichert haben, da sie meinen, dass ihre Prozente steigen würden und das würden sie nicht wollen. Sie solle sich eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen. Dies würde meine Kommilitonin an die 60 Euro im Jahr kosten, was vergleichsweise viel ist, wenn man bedenkt, dass sie mit 10 Euro mehr bei ihren Eltern mitversichert wäre.
Ich finde das Verhalten der Eltern auf jeden Fall nicht wirklich nachvollziehbar. Sie hat die Sachen ja nicht mit Absicht kaputt gemacht, sondern aus versehen und deswegen muss man sie nun wirklich nicht direkt belangen und anfahren. Ihre Eltern würden selbst wenn etwas passieren würde, sicherlich immer noch viel weniger für sie zahlen müssen, als die 60 Euro. Da sie Bafög erhält, ist das für sie natürlich schon von Nachteil.
Wie würdet ihr handeln, wenn ihr an Stelle meiner Kommilitonin wärt? Ich würde mir an ihrer Stelle selbstverständlich die Haftpflichtversicherung machen, schließlich ist es ohne einfach zu riskant. Könnt ihr das Verhalten der Eltern nachvollziehen? Würdet ihr ähnlich handeln?
Ich kann das Verhalten der Eltern nachvollziehen. Immerhin sind Studenten ja keine kleinen Kinder und Jugendliche mehr, sondern junge Erwachsene. Sie haben sich entschieden, auf eigenen Beinen zu stehen und deshalb ist es nur fair, wenn deine Kommilitonin nun selber für ihre Versicherungen aufkommt.
Wenn sie so unvorsichtig ist und viel kaputt macht, dann soll sie das auch bitte selber bezahlen. Es sind ja nur läppische fünf Euro im Monat, die sie für die Versicherung hinblättern müsste, das finde ich jetzt ehrlich gesagt, auch für einen Studenten keine immense Summe.
Man kann nicht auf der einen Seite alles selber entscheiden wollen und auf eigenen Beinen stehen, dann aber nicht vorsichtig genug sein, um auf seine Dinge aufzupassen und dann noch den Eltern die Schuld geben, warum sie nicht für einen haften oder die Haftschutzversicherung zahlen.
Mir würde kein Cello kaputt gehen, weil ich dementsprechend gut aufpassen würde, auf mein Instrument. Und wenn sie die Balance zwischen Fahrrad und Cello eben nicht besitzt, dann muss sie sich entscheiden, was sie bleiben lassen sollte: Das Fahrrad fahren oder das Cello spielen.
Bei einer privaten Haftpflichtversicherung gibt es doch keine Prozente zu beachten. Es wäre natürlich toll, wenn man dort auch Schadensfreiheitsrabatte hätte. Vor allem würde mancher Versicherungsnehmer nicht wegen jedem Kleinkram die Versicherung bemühen. Allerdings vermute ich fast, dass den Eltern die Versicherung gekündigt wurde wegen dem Schaden, den die Tochter verursacht hat.
Daher kann man es auch verstehen, dass sie sie eben nicht mehr mit im Vertrag haben wollen. Allerdings sind auch 60 Euro pro Jahr nicht so viel. Auf den Monat sind das 5 Euro, die man doch entweder übrig haben sollte oder sich eben verdienen muss.
Ich finde 5 € im Monat jetzt nicht so viel, wenn ich ehrlich bin. Ich kann auch den Standpunkt der Eltern nachvollziehen. Das Mädchen ist erwachsen, definitiv älter als 18 Jahre, sonst würde sie schließlich nicht studieren. Es wird Zeit, dass sie auf eigenen Beinen steht und nicht immer wegen jeder Kleinigkeit zu den Eltern rennt und um Beistand anfleht.
So ein Verhalten finde ich gerade in dem Alter nicht natürlich. Sie hat sich dafür entschieden, auf eigenen Beinen zu stehen und ging studieren, dann sollte sie auch mit den Konsequenzen leben können ohne zu Jammern.
Was hat die denn für eine absurd hohe Deckungssumme beim Versicherungsunternehmen angegeben? Ich habe mal eine der Vergleichsseiten im Internet mit dem Geburtsdatum im Jahr 1997, also gerade 18 und Single gefüttert. Der niedrigste Betrag war bei 37,01 Euro jährlich. Das macht pro Monat rund 3,10 Euro. Das ist so viel auch nicht. Die Deckungssumme liegt da bei 5 Millionen Euro Schaden. Das muss man erst mal schaffen, einen noch größeren Schaden zu verursachen. Für die Versicherung muss man halt ein Bier in der Kneipe pro Monat weniger trinken.
Möglicherweise ist sie auch einfach an einen Versicherungsberater geraten, der ihr eine Police bei einer teureren Versicherung andrehen wollte. Man muss halt vergleichen, was man als Leistung dabei haben muss. Nicht immer ist das erste Angebot das beste.
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