Sollte der Partner sich an der Hypothek der EW beteiligen?

vom 26.01.2013, 22:10 Uhr

A besitzt eine Eigentumswohnung, für die er monatlich die Hypothek abzahlt. Vor einem halben Jahr ist der jetzige Partner mit in die Wohnung gezogen. Beide sind voll berufstätig. Der Partner zahlt die Hälfte der anfallenden Kosten für Essen, Trinken, Strom, Telefon usw., nur keine Miete, weil er meint, es sei ja eine Eigentumswohnung.

A ist der Meinung, wenn er eine eigene Wohnung hat, muss er die volle Miete zahlen. Ist es da nicht gerecht, wenn er sich zur Hälfte an der monatlich zu zahlenden Rate für die Hypothek beteiligt? Auch wenn er meint, dass ihm die EW nicht gehört, wenn er zahlt, finde ich das nicht korrekt. Wie sehr ihr das?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich fände es fair, wenn er eine Miete zahlen würde, allerdings unabhängig von der Hypothek nicht ihm, sondern seinem Partner. Andererseits sollen die das unter sich ausmachen. Das ist ja deren Privatangelegenheit, über die sie sich einigen sollten, ansonsten wird die Beziehung nicht allzu lange halten.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich bin der Meinung, dass man eine gemeinsame Lösung finden muss und sich die Partner eben einig sein müssen. Man kann doch auch einfach eine Kasse machen und dann zahlen da beide hinein und es wird dann eben bezahlt, was so anfällt.

Generell möchte ich mir da kein Urteil erlauben, ob nun eine Art Miete gezahlt werden sollte oder nicht. Ich weiß ja auch nicht, ob der Partner vielleicht noch andere große Kosten hat und dann eben nicht ganz so viel Geld zur Verfügung hat. Ansonsten würde ich es aber schon fair finden, wenn man Miete mit bezahlt, aber ich würde es auch nicht als nötig ansehen. Immerhin wird die Rate ja auch so bezahlt und der Vertrag ist ja auch nur mit einem Partner.

Man muss sich immer über die Kosten in einer Beziehung einig sein. Ich finde, wenn man schon keine Miete zahlen muss, kann man dann eben andere Kosten mehr übernehmen, aber das wäre meine Einstellung, und wenn man das bis jetzt mit sich machen lassen hat, sollte man jetzt vielleicht mal ein Gespräch versuchen.

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Da der Partner einen wirtschaftlichen Vorteil hat, wenn er in dieser Wohnung wohnt, sollte er sich auch an den Raten beteiligen. Bei einer Mietwohnung würde doch die Miete sicherlich auch aufgeteilt, oder? Die hier beschriebene Einstellung halte ich für sehr egoistisch, da man eben einen Vorteil genießt, aber finanziell nichts dazu beitragen will.

Und ich denke auch, dass man so was klären sollte bevor man zusammen zieht. Da hätte ich auf den Einzug verzichtet, wenn mein Partner nicht bereit gewesen wäre sich an den Kosten zu beteiligen. Mein Freund hat vor seinem offiziellen Einzug mehr von den Haushaltskosten übernommen. Damals hatte er ja noch die Miete für seine Wohnung zu zahlen und da wäre eine doppelte Mietzahlung ja unfair gewesen.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Ein Partner besitzt Wohneigentum und zahlt dafür, während der andere meint, dass er sich daran nicht beteiligen müsse, weil er daran ja kein Eigentum erwirbt? Das ist schon eine reichlich fragwürdige Einstellung, ist denn die Partnerschaft nicht auf Dauer ausgelegt?

Davon abgesehen, finde auch ich, dass das Paar eine Lösung finden sollte, bei der sich auch der Partner an den Kosten beteiligt, die das Wohneigentum mit sich bringt. Denn es entstehen ja mit Sicherheit nicht nur Kosten für die Hypothekenrückzahlung. Das ist ein Fakt. Zusätzlich ist es aber auch so, dass das Paar ja auch Miete zahlen würde, wenn nicht einer der Partner Wohneigentum besäße. Würde sich der zugezogene Partner da auch nicht in der Pflicht sehen? Sicher schon.

Darum ist es sinnvoll eine Lösung zu finden, die eine Mietzahlung an den Besitzer der Wohnung vorsieht. Dabei sollte aber nicht unbedingt die Rate für die Hypothek als Berechnungsgrundlage dienen, sondern eher eine Vergleichsmiete. Aber für ein solches Vorgehen gibt es genügend Lösungen, damit sich keiner der Partner übervorteilt fühlt.

» JotJot » Beiträge: 14058 » Talkpoints: 8,38 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ich kann beide Seiten verstehen. Also ich sehe es nicht so eindeutig wie meine Vorredner.

Immerhin ist es ganz eindeutig die Wohnung von einem der beiden (A). Der andere (B) ist zwar miteingezogen, aber wenn sie sich trennen, ist klar, wer ausziehen muss. Und dann hat B. eine Hypothek abbezahlt, aber keine Wohnung und auch überhaupt kein Recht auf die Wohnung.

Einer meiner Vorredner fragte, ob die Partnerschaft nicht auf Dauer ausgelegt sei? Wenn sie das ist, müsste sich dann aber auch der rechtliche Status bezüglich der Wohnung von B. ändern. Denn ansonsten hat diese Frage hier keine Relevanz. Auch wenn sie sich nach 20 Jahren erst trennen, hat A. eine Wohnung und B. nicht, obwohl sie immer 50:50 dafür gezahlt haben. Das Geld hätte B. auch 20 Jahre lang in eine eigene Eigentumswohnung stecken können.

A. hat sich alleine für die Eigentumswohnung entschieden und kann alleine die Hypothek tragen. B. ist miteingezogen, aber konnte weder über Größe, Lage oder sonst etwas mitentscheiden. Und es wird auch keine Änderung geben. Normalerweise sucht man sich halt gemeinsam eine Wohnung. Wenn der eine beim anderen einzieht, vergrößert man sich vielleicht irgendwann. Aber wenn man sich die Miete zur Hälfte teilt, muss man eben am Ende der Beziehung diskutieren, wer auszieht. Das ist hier nicht der Fall.

Ist die Rate überhaupt genauso hoch wie es die Miete für eine vergleichbare Wohnung in der Gegend wäre? Und ist das überhaupt eine Wohnung, die sich B. leisten kann? Hätte er sich ebenfalls für eine Wohnung in der Preisklasse entschieden, wenn er freie Auswahl gehabt hätte? Das ist auch eine schwierige Frage, wenn man in eine bestehende Mietwohnung miteinzieht.

Also wie gesagt, ich sehe es nicht ganz so eindeutig. Wenn keine Hypothek mehr abzubezahlen wäre, würde A. doch auch keine Miete verlangen. Man könnte also auch ihm Gier vorwerfen und nicht nur B. Egoismus, weil B. nicht zahlen will. Ich würde mich daher wahrscheinlich auf eine Summe einigen, die niedriger ist als die übliche Miete. Oder es einfach so lassen. B. zahlt doch immerhin für alles andere seinen Teil.

Klar hat B. dann dadurch einen finanziellen Vorteil, aber B. hat nie danach gefragt. Wie gesagt, B. hätte sich selber eine Eigentumswohnung kaufen können und hätte damit alle Vorteile, die A. genießt. Absicherung für´s Alter eingeschlossen. Oder B. hätte den Rest seines Lebens zur Miete wohnen können ohne den Stress eigenen Wohneigentums, bezüglich Reparaturen, Versicherungen etc. Diese Entscheidungsfreiheit hat B. nun nicht mehr. Wenn die beiden zusammenwohnen wollen, müssen sie also beide einen gewissen Preis zahlen. Ich würde da nicht so auf dem Monetären rumreiten.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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