Vermieter droht mit Rechtsstreit

vom 06.01.2015, 20:26 Uhr

Ich habe die ganze Wohnung voller Schimmel, nach dem ich das ganze Ende Oktober bei der Hausverwaltung gemeldet habe, ich nichts hörte und dann Anfang November beim Vermieter selber anrief, war er am 11.11.2014 in meiner Wohnung. Es war ganz klar, dass der Schimmel nicht vom falschen Wohlverhalten, sondern von baulichen Mängeln kommt.

Als ich dann Wochen später immer noch nichts hörte, ging ich zum Mieterverein, der ihn dann am 5.12.2014 einen Brief schrieb. Daraufhin hat er geantwortet, dass er sich bemüht. Ich selber habe bis grade eben allerdings auch nicht von ihm gehört.

Jetzt hat er einen Brief wegen Mietminderung erhalten und rief mich sehr wütend an, drohte mir mir einem großen Rechtsstreit und das es für mich nicht leicht werden würde, er wäre ein harter Gegner. Alles wäre unmöglich, er wäre zwischen Weihnachten und Neujahr 4x im Haus gewesen und würde sich bemühen und müsse sich das nicht sagen lassen. Ich hatte allerdings Urlaub zwischen den Feiertage und fast immer zu Hause, ich habe nicht einmal den Vermieter oder Bauarbeiter gesehen, oder gehört habe ich sie auch nicht.

Ich habe leider kaum Geld als Alleinerziehende Mutter. Der Mietverein zahlt die Prozesskosten nicht, weil die Schäden schon vor Eintritt vorhanden waren. Das weiß der Vermieter auch. Ich denke der möchte mir nur Angst machen um besser Weg zukommen, Angst habe ich trotzdem.

Was würdet ihr tun, würdet ihr euch einschüchtern lassen. Das einzige was ich mir zu Schulden lassen kommen habe, ist das der Garten nicht ganz so in Schuss gehalten worden ist, was aber nicht alleine meine Aufgabe ist.

» laraluca » Beiträge: 1068 » Talkpoints: 9,76 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Es gibt doch auch Prozesskostenbeihilfe oder würdest du das nicht bekommen? Ansonsten würde ich an deiner Stelle deinem Vermieter ganz klar sagen, dass du im Recht bist und wenn er Geld zum Fenster herauswerfen will soll er dich eben verklagen. Du bist doch offensichtlich im Recht, also lasse dir doch nichts einreden.

Der will nur, dass du nachgibst und nichts weiter machst. Er ist aber im Unrecht, was du ja auch beweisen könntest und so sei nicht weiter ängstlich, sondern zeig, dass er dir nichts kann. Solche Menschen setzen auf deine Angst und das solltest du dir nicht gefallen lassen.

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Schwierig. Eine Rechtsberatung kann ich dir auch nicht geben, ich bin kein Fachmensch. Ich kann dir lediglich meine persönliche Meinung schreiben und das tue ich.

In jedem Fall würde ich mich bei dem Mieterbund noch mal erkundigen, wie man das mit der Mietminderung durchzieht. Aus Berlin kenne ich es nämlich so, dass man aus der Wohnung recht kurzfristig gekündigt werden kann, wenn man mit der Miete nur weit genug im Rückstand ist. Das auch, wenn man vorher Mietminderung eingereicht hat. Manchmal kann es klüger sein, den Betrag um den du die Miete gemindert hast unter Vorbehalt einzuzahlen. Aber lass dich da bitte fundiert beraten, ich weiß ja nicht, wie das bei euch gehandhabt wird.

Ich würde auch, wenn du das noch nicht getan hast spätestens jetzt in jedem Raum ein Thermometer und ein Hygrometer aufstellen. Informiere dich noch mal, welches Lüftungsverhalten von Fachleuten als richtig und ausreichend empfohlen wird. Dann halte dich akribisch an solche Lüftungspläne und dokumentiere täglich die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in den Räumen schriftlich in Protokollen. Falls es wirklich zu einem Rechtsstreit käme beweist das mehr als lose Schwüre, genug gelüftet zu haben.

Eventuell könnte man da auch technische Geräte zur Hilfe nehmen, die das unabhängig protokollieren. Auch wen Ramones schreibt, dass du ganz sicher im Recht bist, kann man das nicht per Ferndiagnose heraus finden. Auch ein Gericht nicht. Von daher sind solche Fälle durchaus nicht so sicher entscheidbar, wie man das so auf den ersten Blick denkt. Nützlich wäre auch, den Vormieter zu finden, der vor dir die Wohnung bewohnt hat. Wenn der wahrheitsgemäß und schriftlich niederlegt, dass in seiner Mietzeit das Schimmelproblem auch schon so eklatant war, ist das unter Umständen recht hilfreich.

Auch wenn man kein Geld hat, kann man einen Anwalt beauftragen. Vielleicht hast du ja eine Rechtsschutzversicherung? Falls nicht: Stichwort Prozesskostenhilfe. Bei manchen Amtsgerichten gibt es auch Anlaufstellen, wo man sich unkompliziert und ohne allzu komplizierten Papierkram rechtlich von Fachleuten beraten lassen kann.

Ansonsten: Wovor hast du eigentlich Angst? Was soll schon passieren? Wenn es wirklich Baumängel sind, wird das ein Gutachter schon fest stellen und dann ist die Schuldfrage geklärt.

Letztlich solltest du aber im Hinterkopf behalten, dass der Schimmel nur mit tief greifenden Sanierungsmaßnahmen dauerhaft verschwindet, die Baumängel abstellen. Da fragt man sich schon, was er während des Jahreswechsel im Gebäude davon gemacht haben will? Was notwendig wäre: Zuerst muss jemand mit Sachverstand heraus finden, was die Ursache ist. Entweder muss die Dämmung der Fassade angepasst werden.

Oder das Grundwasser vom Fundament fern gehalten werden oder Dachschäden beseitigt werden. Vielleicht gibt es auch einen anderen Grund. Das löst man jedenfalls nicht mit vier mal ins Haus gehen. Zudem müssen auch die Räume innen saniert werden. Also alle Tapeten abnehmen, eventuell auch den Putz und Fungizide auftragen. Auch da wäre es gut, wenn man da nicht mehr in den Räumen wohnt.

In jedem Fall würde ich mir auch eine neue Wohnung suchen und das so schnell wie möglich. Der Schimmel tut weder deiner Gesundheit noch der deiner Kinder gut. Besonders bei Kindern kann das Allergien und Asthma auslösen.

Wenn du die Wohnung mit Unterstützung vom Amt bewohnst, was als Alleinerziehende nicht unwahrscheinlich ist, dann würde ich auch dort so bald wie möglich einen Antrag stellen, dass du eine zumutbare Wohnung beziehen möchtest und daher einen Umzug beantragst. Ich denke, das sollte man nachvollziehen können?

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ob du vor einem Rechtsstreit Angst haben musst oder nicht, können wir dir nicht sagen. Aber wenn du Prozesskostenhilfe beantragst und auch bewilligt bekommst, dann stehen die Chancen schon mal recht gut. Allerdings würde mich mal interessieren, warum du darauf beharrst, dass es Baumängel sind. Bist du Fachmann, hat sich das ein Fachmann in deinem Auftrag angesehen? Wenn nicht, dann sollte man mit solchen Behauptungen vorsichtig sein.

Wobei es ja auch nicht das erste Mal ist, dass du vom Schimmel in der Wohnung schreibst. Ich meine mich zu erinnern, dass dir da schon geraten wurde, langfristig einen Umzug zu planen. Auch was die Kosten dabei angeht. Die können sich, wenn man genug private Helfer hat auch in einem sehr niedrigen Rahmen bewegen. Mit viel Glück kennst du jemanden, der jemanden kennt, der ein geeignetes Fahrzeug hat und auch die Kaution kann man auf Raten vereinbaren.

Es sollte also mit ein wenig gutem Willen nicht unmöglich sein eine andere Wohnung zu finden. Im günstigsten Fall, kannst du sogar wegen dem Schimmel fristlos kündigen und kannst aus der Wohnung wesentlich früher ausziehen und entsprechend die Miete sparen. Von daher wäre das der vorrangige Plan, den du umsetzen solltest. Sollte dein Vermieter gegen dich Klage, hast du immer noch Zeit, um einen Anwalt aufzusuchen.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Also um das erst noch mal klargestellt zu haben, ich hatte ja bereits einen Anwalt eingeschaltet und nach dem anwaltlichen Schreiben kam die Drohung des Vermieters. Wegen der Frage ob es sich wirklich um bauliche Mängel handelt, ja, denn es haben schon mehrere Handwerker die Mängel begutachtet und vor zwei Jahren wurde ja schon mal eine Reparatur am Dach vorgenommen.

Ich habe mich jetzt um eine neue Wohnung kurzfristig zum 01.02.2015 bemüht und habe mit dem Vermieter geklärt, dass ich ohne weitere Kosten die Wohnung dann verlassen kann. Dazu muss ich sagen, dass es wirklich schwierig war eine passende bezahlbarer Wohnung zu finden, sonst hätte ich das ja schon früher gemacht.

Ich freue mich jetzt zumindest darauf das es besser wird. Ob noch was vom Vermieter kommt bleibt abzuwarten.

» laraluca » Beiträge: 1068 » Talkpoints: 9,76 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Dir ist aber schon klar, dass Handwerker in dem Sinne keine Gutachter sind. Gutachter werden dafür bezahlt, dass sie das Problem objektiv betrachten und ihr Urteil fällen. Ein Handwerker sieht eventuell dabei einen Auftrag. Aus eigener Erfahrung kenne ich Handwerker, die einem das blaue vom Himmel erzählen, wenn sie der Meinung sind, dass der Gesprächspartner keine Ahnung hat. Sobald man aber genauer nachfragt oder eine andere Person dazu genaueres wissen will, knicken sie ein.

Von daher ist die Aussage, dass das eben Handwerker gesagt haben, nicht unbedingt von Bestand. Und ein repariertes Dach ist auch keine Begründung, dass Baumängel vorliegen. Aber wenn du nun eine andere Wohnung hast, dann ist zumindest der gesundheitliche Aspekt für deine Kinder und dich erst mal in trocknen Tüchern.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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