Gartengestaltung für 42 000 Euro?
Am Wochenende hatte ich etwas Langeweile und deshalb in der Gartenzeitung von meiner Frau geblättert. In einem Artikel ging es um die professionelle Gestaltung des Gartens durch einen Fachmann. Es wurde gleich am Anfang gesagt man sollte über die Preise nicht erschrecken sondern diese lieber mit einem ähnlich teuren Autokauf vergleichen und dass man ja an einem Garten viel länger Freude hat. Das ist sicherlich richtig, aber der Vergleich hinkt doch ziemlich. Aber darum geht es mir eigentlich nicht.
Erschrocken war ich tatsächlich was ich da las. So wurde ein Beispielgarten angeführt der laut Bauplanung satte 41 990 Euro kosten sollte, ohne Planungshonorar versteht sich natürlich. Der Garten hatte eine Grundfläche von 69 Quadratmeter, das ist deutlich weniger als mein Haus an Grundfläche hat. Grob gesagt 7 x 10 m Gartenfläche sollte so viel Geld kosten? Natürlich kann man sich streiten ob man wirklich einen Fachmann braucht um so ein kleines Fleckchen Erde zu begrünen und ob es wirklich erforderlich ist sich einen Natursteinblock von 5 t als Wasserfall in den doch engen Raum zu stellen.
Aber ich muss sagen die gestalterische Leistung war für mich der eigentliche Schock. Die Geschmäcker sind selbstverständlich sehr unterschiedlich und ich nehme mal an dass man hier auch auf die Kundenwünsche eingegangen ist, aber in diesem Garten würde ich keine Minute verbringen wollen. Dieses kleine Areal wurde mit einer relativ hohen hässlichen grauen Mauer umgeben, dazu kam eine Trockenmauer, ebenfalls aus grauen Steinen und noch eine Mauer als so eine Art Raumteiler. In der Mitte war kreisrund ähnlich wie auf einem Abenteuerspielplatz ein Grillplatz als gemütliche Ecke eingerichtet. Alles Ton in Ton mit grau in grau. Etwas höher waren dann auch als Rundell die Wege eingerichtet, ihr ahnt es schon, alles in grau. Ehrlich, da kann ich auch in Halle-Neustadt in Mitten der Hochhäuser mein Würstchen stilvoller grillen.
An reinen Baukosten ohne Pflanzen, Beleuchtung etc. wurden 11 500 Euro angegeben, ich wiederhole noch einmal, ohne das Honorar für die Planungen. Normalerweise gehören die ausführenden Kräfte bei den Landschaftsbauern zu den am schlechtesten bezahlten Leuten. Der Wegebau muss natürlich ordentlich sein und auch die Mauern müssen halten, die Technik gibt es auch nicht zum Nulltarif, aber so einen finanziellen Aufwand für 69 Quadratmeter?
Ein paar Pflanzen gibt es natürlich auch und sie gefallen mir sehr gut (Kosten 5500 Euro), das muss ich schon sagen. Aber da reicht ein Gang durch den Gartenmarkt um sich inspirieren zu lassen und die fachliche Beratung erhält man noch gratis dazu.
Jetzt frage ich mich ernsthaft, wer macht so etwas? Sind das Leute die genügend Geld und dafür keine Zeit haben alles selber umzusetzen? Ich hatte auch mal gegoogelt und da geht man für die Gartengestaltung von 10 bis höchstens 20 Prozent der Baukosten des Einfamilienhauses aus, in dem besagten Heft von 20 bis 30 Prozent um vernünftig planen zu können. Ich halte beide Angaben für ziemlich hoch gegriffen, aber es kommt ja auch sicherlich auf den Einzelfall „Garten“ an. Manche sind halt aufwendiger zu gestalten.
Wir haben an unserem Haus so ungefähr 800 Quadratmeter Garten und es hat sich im Laufe der Zeit natürlich auch sehr viel darin geändert. Aber wir kamen nie auf die Idee mehr als unbedingt erforderlich grüne Flächen zu versiegeln. Natürlich kann man sich auch immer bei der eigenen Planung irren oder es stellt sich was als unpraktisch heraus, aber dann ist es immer noch einfacher eine Hecke zu versetzen als ein 5t-Granitblock. Vielleicht bin ich ja auch zu sehr durch unseren Garten und den Gärten von Bekannten verwöhnt, aber über ein bisschen Geschick und eigene Vorstellungskraft müsste doch jeder verfügen um so etwas hinzubekommen.
Wenn ihr das Geld hättet, wäre professionelle Hilfe eine Alternative für euch oder würdet ihr lieber alles selber planen und gestalten wollen? Für die Ausführung der erforderlichen Bauarbeiten kann man ja immer noch eine Firma bestellen.
Ich habe ja keinen Garten, aber für das Geld bekommt man so einige andere schöne Dinge. Mein Interesse an einem Garten wäre auch nicht so hoch, dass ich so einen Preis zahlen würde. Ich weiß auch beim besten Willen nicht, wie man rechnerisch auf diese Summe kommen sollte, immerhin erfindet man ja nichts Neues, sondern geht es recht günstig einkaufen und verarbeitet es dann, dazu natürlich noch Planung, aber das ist keine 42 000 € wert.
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