Vorhandenes Haus umbauen oder neues kaufen?
Mein Mann und ich wissen zurzeit nicht so genau, was wir machen sollen. Wir wohnen in meinem Elternhaus, mit meinen Eltern und unserem Kind zusammen. Das zweite Kind ist unterwegs und wird Anfang nächsten Jahres zu Welt kommen. Es ist ein größeres Einfamilienhaus. Meine Eltern wohnen unten. Wir wohnen in der ersten Etage, im Dachgeschoss ist das Schlafzimmer meiner Eltern und das Kinderzimmer. Wir haben nur ein kleines Badezimmer für alle. Meine Eltern haben unten nur ein Gäste WC. Das Haus wurde schon auf mich umgeschrieben und ich bezahle auch noch den Rest Kredit ab. Meine Eltern haben allerdings lebenslanges Wohnrecht und auch bei wichtigen Entscheidungen (wie z.B. ein Umbau) müssen sie ihr Einverständnis geben.
Da unser zweites Kind Anfang nächsten Jahres zur Welt kommt, wird es bald zu eng für uns. Wir sind jetzt am überlegen was sinnvoller ist. Das Haus, was wir ja schon haben umzubauen und anzubauen oder ein anderes Haus zu kaufen. Meine Eltern müssen wie gesagt mit allen Umbaumaßnahmen einverstanden sein. Sie hätten gerne, dass wir im Haus wohnen bleiben, haben aber auch schon geäußert dass sie Zweifel wegen eines Umbaus haben, vor allem wegen dem Baulärm und auch mit dem damit verbundenen Schmutz. Was würdet ihr machen bzw. habt ihr Ideen wie wir die Situation lösen können?
Das ist schon etwas eine verzwickte Situation und eigentlich sollte man sich diese Gedanken machen, bevor man sich das Haus überschreiben lässt. Ob sich ein Umbau lohnt, hängt letztendlich sehr stark auch von den Kosten für eine solche Maßnahme ab. Wenn das Haus sehr alt ist und man sehr viel Geld in die Sanierung stecken muss, kann ein Neubau durchaus günstiger sein. Allerdings hast du dann ja zwei Häuser mit all seinen Wartungskosten am Hals. Und ohne einen Umbau kannst du das alte Haus auch nicht vermieten, da ja ein zweites Bad fehlt.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Frage, ob sich die Raumaufteilung so neu gestalten lässt, dass man ohne einen Anbau zurecht kommt. Denn das würde das Umbauvorhaben wesentlich teurer machen. Unter Umständen kann man den Dachboden so umbauen, dass man drei Zimmer hat oder die Eltern im unteren Geschoss ihr Schlafzimmer einrichten können. Dass man mindestens ein neues Bad bauen muss, ist natürlich auch klar. Eventuell reicht es aber auch, wenn man das Gäste-WC mit einer kleinen Dusche ausstattet.
Ganz klar ist aber: Schmutz und Baulärm ist absolut kein Argument gegen einen Umbau. Natürlich muss man sich für einen gewissen Zeitraum einschränken. Auch deine Eltern profitieren ja langfristig von der erhöhten Wohnqualität nach einer umfassenden Sanierung. Und wenn sie wirklich so sehr gestört fühlen, können sie ja zeitweise in eine Mietwohnung oder Pension umziehen. Wenn es daran schon scheitert wird ein Kompromiss wohl kaum möglich sein. Da würde ich lieber gleich ausziehen und versuchen, dass Haus zurück zu geben.
Von der baulichen Seite scheint es ja keine Gründe gegen eure Pläne zu geben. Daher würde ich das Ganze von der finanziellen Seite betrachten. Was würde der Um- und Ausbau kosten, was ist das Haus danach wert? Was ist jetzt für ein Preis möglich, wenn man es verkaufen würde und was kostet eine Immobilie, die genügend Platz für euch alle bietet? Die preiswerteste Variante sollte man dann umsetzen. Wobei man wieder sehen muss, dass man einen Aus- und Umbau auch über Etappen machen kann.
So sollte die oberste Priorität sein, dass deine Eltern ein Schlafzimmer und Bad unten bekommen. Sie werden ja auch nicht jünger und irgendwann ist es ihnen dann auch zu beschwerlich, um immer ins Dachgeschoss zu gehen. Wenn sie ihr eigenes Bad haben, dann ist das andere Bad nur noch für dich und deine Familie. Und wenn deine Eltern ein Schlafzimmer im Erdgeschoss haben, dann ist ja ein zweites Kinderzimmer im Dachgeschoss vorhanden. Damit dürfte doch schon das erreicht sein, was ihr eigentlich wollt.
@weasel: Ich war damals 20 Jahre alt, als mir das Haus überschrieben wurde. Da habe ich ehrlich gesagt noch nicht so weit in die Zukunft geplant bzw. gedacht. Das Haus so einfach zurück geben könnte ich zwar machen, aber den Kredit muss ich dann trotzdem weiter bezahlen.
@Punktedieb: Das mit dem Bad unten wäre soweit kein Problem. Das würde sich mit ein wenig Aufwand machen lassen, dass unten eine Dusche dazu kommt. Aber ohne einen Anbau unten kommen wir nicht aus. Denn unten ist nicht genug Platz, noch ein Schlafzimmer unterzubringen.
Zudem ist mein Vater sehr aufs Geld bedacht. Er hat schon gesagt, dass bei einem Umbau und Umzug nach unten meine Eltern ja neue Schlafzimmermöbel brauchen und evtl auch andere neue Möbelstücke. Zudem überall neue Böden und natürlich normale Renovierungsarbeiten. Das alles sollten wir dann doch bitte zahlen, wenn wir den Umbau haben möchten.
Dann hat er noch den Wunsch einer größeren Garage, sprich eine Doppelgarage, damit das Werkzeug von ihm und meinem Mann dort Platz hat. Der Keller wird so langsam ja auch schon zu klein. Am Besten würden wir den Anbau auch noch unterkellern lassen. Dann wird es natürlich viel zu teuer und das sind auch Dinge, die ich bzw wir einfach nicht einsehen.
Wie lange würde denn so ein Anbau wirklich dauern. Ich rede jetzt nicht vom Zeitraum vom Beginn der Planung bis zur Fertigstellung sondern von dem Moment an, wo der erste Spatenstich durch die Handwerker gemacht wird bis zur Fertigstellung? Vielleicht kannst du da ja einfach mal unverbindliche Informationen einholen beim örtlichen Baubetrieb. Wenn das maximal ein bis zwei Wochen wären, dann könnten eure Eltern ja in der Zeit eine Kur oder Urlaubsreise planen. Dann würden sie so wenig wie möglich gestört.
Dann würde ich mir auch gleich überlegen, wie weit altersgerecht die Wohnräume für die Eltern sind. Auch die im Dach. Das würde ich mir auch als Argument zurecht legen. Vielleicht könnte man bei dem Umbau für euch auch ein paar kleine Maßnahmen dazu nehmen, die das Wohnen für deine Eltern barrierefreier machen. Wenn für sie etwas dabei heraus springt, sind sie vielleicht eher bereit, sich auf Verhandlungen ein zu lassen?
Wichtig ist denke ich, ein paar gute Argumente zu finden, damit sich keiner benachteiligt fühlt. Zudem wäre ich auch nicht sicher, ob die Eltern wirklich dagegen sind, oder ob sie einfach kritisch nachfragen um sicher zu gehen, dass ihr keine Luftschlösser baut. Eltern können manchmal nicht aus der Elternrolle raus und wollen die Kinder ewig beschützen. Vielleicht ist da ja einfach Sorge im Spiel?
Dass sie die Kosten nicht übernehmen wollen, kann ich verstehen. Denn ihr wollt ja den Umbau und habt langfristig auch gesehen, den größten Vorteil davon. Aber ich gehe davon aus, dass es am Ende doch preiswerter ist, als wenn ihr das Haus verkauft um ein anderes Haus zu kaufen. Zudem kann es auch lange dauern bis man wirklich das passend so findet, dass man fast lückenlos wechselt.
Selbst wenn man die Wunschimmobilie gefunden hat, muss man dann auch zeitnah das jetzige Haus verkauft bekommen. Und da sehe ich das größte Problem, dass dies zeitlich nicht so wirklich zusammen passt und ihr dann eine Zeit lang doppelt bezahlen müsst.
Außerdem sollte man bedenken, dass dein zweites Kind nicht gleich ein eigenes Kinderzimmer benötigt. Es brennt also nicht so sehr unter den Nägeln, dass angebaut wird. Baut doch erst mal für deine Eltern die Dusche unten ein. Das geht recht schnell und deine Eltern können sich erst mal an den einen Komfort gewöhnen, wenn sich dann insgesamt sechs Personen auf zwei Bäder verteilen. Danach werden sie vermutlich auch zugänglicher sein, was den Anbau betrifft.
Ich glaube das hört sich jetzt schon nach jeder Menge Ärger und Stress an. Glaube mir, so ein Zusammenleben mehrerer Generationen kann auf Dauer einfach nicht funktionieren. Bei uns wohnt seit der Wende die Oma meiner Frau mit im Haus und wir wussten vorher dass sie einen schwierigen Charakter hat und haben uns darauf einstellen können. Inzwischen hat sich das im Alter extrem verstärkt und mit ihren 92 Jahren ist sie auch noch gesund und munter. Selbst die eigenen Eltern werden irgendwann komisch, das ist absolut sicher.
Wenn ich jetzt schon davon höre dass es ein Mitspracherecht bei Umbauten geben soll wegen einer eventuellen Lärmbelästigung oder Einschränkungen in der Wohnqualität dann würde ich davon ausgehen dass es auch später dann auch wahrgenommen wird. Wir haben ja auch ein altes Haus aus der Jahrhundertwende und das wurde auch über die Jahre hinweg komplett umgebaut und modernisiert, je nachdem wie das Geld dafür zur Verfügung stand. Nie ging es ohne Dreck oder Einschränkungen ab, aber das lässt sich nun einmal nicht vermeiden. Auch wo die Straße und der Fußweg grundhaft saniert wurden gab es Dreck und Lärm über ein Jahr lang wofür wir nun wirklich nichts konnten und trotzdem wurden wir von der Oma dafür verantwortlich gemacht.
Allerdings sehr ich trotzdem einige Vorteile die durchaus überlegenswert sein könnten, hier müsste man das dann wirklich entsprechend eurer Bedürfnisse und Möglichkeiten abwägen. Zum einen ist ein Haus sehr schwer beziehungsweise nur mit einem großen Preisabschlag zu verkaufen wenn dort noch ein lebenslanges Wohnrecht eingetragen ist. Siehe unsere Oma, das kann sich also sehr lange hinziehen und darauf lässt sich niemand ein. Der zweite Vorteil ist dass ich modernisieren kann wenn ich das Geld zur Verfügung habe. Ich muss mich also nicht so stark verschulden wie bei einem Neukauf wo ich dann quasi zwei Häuser an der Backe habe. Gehe davon aus dass deine Eltern irgendwann nicht mehr so fit sind und du dann alle dort anfallenden Arbeiten sowieso zu erledigen hast. Das kann auf Dauer ziemlich ermüdend sein.
Nicht zu vergessen ist natürlich der steuerliche Aspekt, der könnte dir einen großen Teil deiner Ausgaben wieder zurück in die Kasse spülen. Natürlich musst du eine gewisse Miete kassieren, sie darf aber unter Familienangehörigen deutlich unter der ortsüblichen Miete liegen. Damit wird die Sache interessant. Wenn du das Dach sanierst und dafür 15 000 Euro bezahlst und der Straßenbau kommt und auch 10 000 Euro haben will dann könntest du bei angenommener 50%iger Wohnfläche des Mieters nach Abzug der Mieteinnahmen natürlich etwas weniger als 12500 Euro beim Finanzamt geltend machen, das sind je nach Steuersatz mindestens 3000 Euro. Und machen wir uns nichts vor, wer kann schon sagen ob der gekaufte Wasserhahn für die eigene Wohnung oder die des Mieters ist. Da du sicherlich auch ein netter Mensch bist könntest du deinen Eltern auch noch einen Mietnachlass gewähren wegen der Unannehmlichkeiten bei den Umbauten, dadurch bekommst du dann auch mehr zurück weil ebene die Einnahmen geringer sind.
Ein wichtiger Aspekt wäre natürlich auch wenn du starke Bindungen an dem Haus hast weil du dort aufgewachsen bist. Auch wenn dir der Zuschnitt der Zimmer gut gefällt dann ist es auch nicht so einfach etwas Passendes zu finden weil dann erfahrungsgemäß die Ansprüche höher sind. Zusatzkosten wie die Grunderwerbssteuer oder eventuelle Maklerkosten bei einem anderen Haus müsste man natürlich auch einkalkulieren, Geld was dann schon wieder für die Sanierung nicht mehr zur Verfügung steht.
Ich habe eigentlich gedacht dass das klar wäre, aber da jetzt schon mehrere Leute geschrieben haben, ich könnte das Haus ja eventuell verkaufen, das kann ich nicht! Ich kann wie gesagt noch nicht mal einen größeren Umbau ohne die Zustimmung meiner Eltern bzw. meines Vaters machen. Dann habe ich gedacht wäre daraus ersichtlich, dass ich das Haus definitiv nicht verkaufen kann.
@hooker: Ich kenne das nur in einem Mehrgenerationenhaus zu wohnen. Aber ich stimme dir zu, dass es schwierig werden kann. Man muss viele Kompromisse eingehen und auch hin und wieder etwas "runterschlucken". Bis jetzt hat das gut geklappt, aber so langsam wird es wie gesagt einfach zu eng und dadurch entstehen auch mehr Konflikte.
Vor allem auch, weil mein Vater nun in Rente ist und dadurch natürlich auch mehr zu Hause. Es ist schon schwierig etwas Passendes zu finden, da unsere Ansprüche schon etwas größer sind. Aber wir haben Zeit und gucken immer mal wieder. Und mein Mann ist handwerklich begabt, wir nehmen also auch gerne ein Haus wo Renovierungsbedarf besteht.
Du hast nur geschrieben, dass deine Eltern ein lebenslanges Wohnrecht haben und bei Umbauarbeiten zustimmen müssen. Das würde aber einen Verkauf nicht beeinflussen. Es fragt sich halt nur, ob man jemanden findet, der eine Immobilie kauft, die man so nicht selbst bewohnen kann. Aber selbst das ist nicht unmöglich, da es auch Leute gibt, die einfach investieren, um später einmal Gewinne davon zu haben.
Allerdings ist es eben auch nicht gerade reiflich durchdacht gewesen, dass ihr euch so bevormunden lasst. Entweder überschreibe ich an die nächste Generation und sichere mir nur das Wohnrecht oder ich behalte das Objekt noch selbst, um alles Zukünftige bestimmen zu können.
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