Was tun bei völlig aussichtsloser Wohnungssuche?
Derzeit lebe ich noch bei meinen Eltern und muss daher jeden Tag mit Zug und Bus zur Uni fahren. Mit dem Zug allein ist man schon 45 Minuten unterwegs und wenn man dann die Busfahrt und den Weg dazu zählt, den ich immer von mir zu Hause zum Bahnhof laufen muss, dann bin ich über eine Stunde unterwegs und das nur für einen Weg. Das nervt natürlich auf Dauer und ich bin daher seit einiger Zeit auf der Suche nach einer Wohnung in der Stadt, in der ich zur Uni gehe und in der auch mein Freund wohnt. So hätte ich es näher zur Uni und zu meinem Freund und das wäre natürlich optimal.
Nun ist es jedoch so, dass es nahezu unmöglich ist, eine Wohnung in der Stadt, in der ich zur Uni gehe, zu finden. Die Stadt liegt direkt am Bodensee, so dass es sich um einen extrem beliebten Wohnort handelt. Da eine Wohnung oder eine WG zu finden, ist wirklich unmöglich. Mittlerweile müssen schon Unmengen an Studenten übergangsweise in der Sporthalle schlafen, weil sie nichts finden. Auf eine Wohnung bewerben sich etwa hundert Leute und viele gehen nun dazu über, eine Belohnung im vierstelligen Bereich für eine erfolgreiche Wohnungsvermittlung zu zahlen. Und auch die Studentenwohnheime sind völlig überfüllt und es gibt ewig lange Wartelisten. Es ist also ziemlich aussichtslos und die Chance, dass ich etwas finden werde, ist extrem gering. Dazu kommt, dass man in der Stadt natürlich genauso schwer einen Nebenjob finden kann, da diese ebenfalls so extrem beworben werden. Allerdings bin ich auf einen Nebenjob angewiesen.
Bei meinen Eltern wohnen zu bleiben, ist auf Dauer keine Lösung für mich, da wir zu dritt in einer sehr kleinen Wohnung leben und es einfach kein friedliches Zusammenleben mehr gibt. Außerdem behandelt mich meine Mutter wie ein kleines Kind, obwohl ich nun schon 24 Jahre alt bin und langsam wäre es wirklich an der Zeit, auszuziehen.
Zu meinem Freund kann ich nun auch nicht ziehen, da er mit seinem Bruder und einem Freund schon in einer 2-Zimmer-Wohnng lebt. Der Freund sollte nur übergangsweise dort wohnen, findet aber auch nichts eigenes, so dass er dort erst einmal bleiben wird. Und auch mein Freund und sein Bruder möchten nicht ausziehen, weil die Wohnung ideal ist und weil man eben auch nichts anders finden kann. Außerdem wollen sowohl mein Freund als auch sein Bruder nach dem Studium auch in der Gegend arbeiten, so dass ein Auszug für sie erst einmal nicht in Frage kommt.
Leider sind die ganzen Städte um den See herum so extrem mit der Wohnungslage und die einzige Stadt, in der ich eine Chance hätte, eine Wohnung zu finden, wäre fünfzehn Minuten mit dem Zug von meinem Heimatort und damit eine halbe Stunde mit dem Zug von der Uni entfernt, weil sie zwischendrin liegt, aber noch nicht am See liegt. Zwar hätte ich dann eine eigene Wohnung, wobei ich die ewige Pendelei ja dennoch hätte. Und wenn ich außerhalb vom Bahnhof wohnen würde, müsste ich dann noch einmal mit dem Bus fahren, was abends dann jedoch auch nicht geht, weil da keine Busse mehr fahren und ich daher gar nicht nach Hause kommen würde. Außerdem denke ich mir, dass ich dann ja gleich weiter bei meinen Eltern wohnen bleiben könnte, wenn ich kaum Weg gespart hätte und dazu noch Unmengen für die Wohnung zahlen müsste.
Eigentlich wollte ich nächstes Jahr mit meinem Master an der Uni anfangen, wobei ich mich frage, wie ich das machen soll. Bei meinen Eltern wohnen zu bleiben, ist einfach keine Lösung mehr, wobei ich hier aber auch keine Wohnung finden kann. Somit bleibt mir nur die Option, in eine andere Stadt zu ziehen und an einer ganz anderen Uni zu studieren, was ich aber auch nicht möchte. Ich würde gerne hier am See bleiben und ich will auch keine Fernbeziehung führen.
Ich bin nun völlig verzweifelt und weiß gar nicht, was ich machen soll, zumal sich mein Studium auch bald dem Ende neigt. Sollte ich erst einmal hier bleiben und auf ein Wunder hoffen oder mich tatsächlich langsam nach einem völlig anderen Wohnort umsehen?
Im Moment sieht es in den typischen Studentenstädten natürlich sehr schlecht aus. Das liegt aber auch daran, dass das Semester gerade angefangen hat. Erfahrungsgemäß wird der Wohnungsmarkt in einigen Monaten wieder besser. Die Zeit um Januar/Februar wird besser für die Wohnungssuche sein. Im Sommersemester fangen normalerweise weniger Studenten an und die suchen wahrscheinlich um die Zeit noch keine neue Wohnung. Außerdem gibt es in diesem Zeitraum schon die ersten Abbrecher und Absolventen, die ihre alte Wohnung räumen.
Die andere Möglichkeit ist, sich außerhalb der Stadt eine Wohnung zu suchen. Es muss ja nicht gleich wieder 45 Minuten entfernt sein. Normalerweise gibt es ganz nette Städte, die vielleicht 20 oder 30 Minuten gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Die Mieten sind dann auch deutlich günstiger und die Fahrt ist dank Semesterticket kostenlos.
Eine Alternative wäre vielleicht ein Auto, welches aber natürlich wieder mehr Geld kostet als eine Zugfahrt. Ich hatte dieses Problem auch in meiner Ausbildung, bekam ein Auto und war seitdem nur noch am Arbeiten, um die Fahrt zur Ausbildungsstelle bezahlen zu können. Viel übrig blieb da nicht.
Bei mir war es auch so, dass meine Mutter mich nicht für voll genommen hat, bis ich irgendwann einfach auszog und bewies, dass ich auf eigenen Beinen stehen kann. Das hat dann die Beziehung zwischen uns nach einiger Zeit sogar verbessert.
Trotzdem würde ich dir in deiner Situation nicht raten auszuziehen. Eine eigene Wohnung kostet sehr viel Geld, das du mit einem Nebenjob verdienen musst, wobei du ja eigentlich dein Hauptaugenmerk auf dein Studium legen solltest.
Würde dein Freund nicht ebenfalls studieren, sondern bereits voll verdienen, und ihr könntet zusammenziehen, was ja nicht so einfach zu sein scheint, wie du sagst, dann sähe die Sache anders aus.
Ich dachte bei meinem Auszug auch: Ach ja, ich krieg das schon hin. Aber du hast dann auf einmal die volle Verantwortung für alles, zahlst Miete, Strom, Heizung, Rundfunk, Versicherungen etc. Das geht sehr ins Geld.
Und alleine wohnen? Nicht jedermanns Sache.
Bei einigen Mietwohnungen bekommt man dann auch Aufgaben wie Straße kehren oder Treppenhaus reinigen. Tut man es nicht, macht man sich keine Freunde. Bei den Eltern hat man sich höchstens gezofft.
Also, ein Auszug ist ein völlig neuer Schritt im Leben, aber ich an deiner Stelle würde zuhause bleiben, wenn ich das noch nicht finanzieren kann oder allein wohnen müsste. Nur bis dreißig würde ich dann auch nicht warten.
Das studentische Wohnungsproblem wird an vielen Orten immer deutlicher. Du bist nicht die einzige. Und es ist auch nicht gesagt, dass an einer anderen Uni das Problem nicht so stark wäre. Zudem würde ich nicht vor Abschluss des Bachelors die Uni wechseln. Je nach Studienfach können einen solche Wechsel extrem zurück werfen. Ich weiß, wovon ich rede. Andere Studienordnung, anderes Bundesland und man meint plötzlich man studierte bislang nur sinnloses Zeug, weil einem die neue Uni kaum was anerkennt. Das würde ich an deiner Stelle vorher prüfen.
Wenn es keine klassischen Wohnungen gibt, fällt mir gerade was verwegenes ein. Am Bodensee gibt es doch bestimmt einige Campingplätze? Könnte man da als Dauercamper wohnen? Das würde ich dann in Betracht ziehen. Möglicherweise ist das ja sogar preiswerter als eine richtige Wohnung. Und als Student hat man ja noch nicht so viel Hausrat, dass das nicht alles in einen Wohnwagen passt. Vor allem, wenn man wie du gerade erst von zu Hause ausziehen will.
Für so eine Lösung benötigt man auch keinen teuren Wohnwagen. Dafür tut es auch einer, der nicht mehr durch den TÜV kommt. Denn er soll ja außerdem einen Mal auf dem Weg zum Zielort nicht dauernd bewegt werden. Für das eine Mal kann man ja auch einen Abschlepper nutzen. Mit ein wenig Geschick kann man so einen Wagen auch flott wohnlich machen.
Ansonsten würde ich mich in jedem Fall auf die Liste der Studentenheime setzen lassen. Vielleicht springen einige vor einem ab und man hat einfach Glück. Wenn man es nicht probiert, kann man kein Glück haben. Zudem würde ich selbst WG-Gesuche aufgeben, wo ich selbst für mich Werbung mache. Vielleicht fällt dir ja was kreatives ein, was dich aus der Masse anderer Bewerber heraus hebt? Könntest du vielleicht für alle kochen oder so etwas? Vielleicht gibt es ja eine WG, die die dauernden Fertiggerichte und die Mensa satt hat? Das mal nur als beliebiges Beispiel.
Das klingt ja alles andere als gut. So richtig kann man dir da auch nichts raten, weil du ja selber schon alle Optionen durchgegangen bist. Ich an deiner Stelle würde mir zunächst wirklich nur eine Wohnung suchen, egal wie weit weg von der Stadt. Beim Pendeln kann man doch schon mal ganz gut lernen und mit einer eigenen Wohnung hat man auch die passende Ruhe sein Studium Ernst zu nehmen. Mit der Arbeit ist es eben auch so eine Sache, aber vielleicht findest du da etwas über die Uni oder auch in dem Ort, in den du ziehen willst.
Vielleicht kannst du auch nach einer größeren Wohnung oder einem kleinen Haus Ausschau halten. Da könntest du dann mit der WG deines Partners zusammenziehen und dir die Kosten teilen, wenn die mitmachen würden. Ansonsten könntest du mit deinem Partner und anderen Studenten zusammenwohnen, wenn das dein Wunsch sein sollte. Studenten suchen nämlich eher kleine Wohnungen und da hättest du, wenn du eine größere Wohnung suchst schon einen kleinen Vorteil.
Ansonsten finde ich ehrlich gesagt auch die Idee mit dem Wohnwagen nicht schlecht. Das ist sicherlich erst mal eine ganz schöne Umstellung, aber du wärst erst mal dein eigener Herr und könntest in Ruhe für dein Studium lernen, wobei dich die Kosten nicht auffressen würden. Du musst eben schauen, was du dir leisten kannst, was passiert, wenn Kindergeld wegfällt und du nicht familienversichert sein kannst, wenn dies noch der Fall ist und wie du das dann alles ausgleichst. Eine eigene Wohnung kostet nämlich auch nicht gerade wenig. Wobei ich den Wunsch einer eigenen Wohnung schon verstehen kann.
Zum Einen denke ich, ist es in vielen Gegenden immer recht schwierig, passenden Wohnraum zu finden. Dies ist sogar von den wohnungssuchenden Studenten eher unabhängig. Solange man aber nicht auf Biegen und Brechen ausziehen muss, ist es erst einmal ganz gut, sich noch einen ruhigen Kopf zu bewahren und immer wieder die Wohnungsanzeigen durchgeht, natürlich auch die typischen Homepages zur Wohnungssuche durchforstet. Manchmal hat man dabei Glück und man findet trotz der beschwerlichen Situation auf dem Wohnungsmarkt.
Zum Anderen mag die Lage der Universität sicher auch ein Grund sein, aber ich denke, man kann es nicht allein darauf beziehen. Jedoch würde ich einfach mal Deinen Freund fragen wollen, ob Ihr eben nicht eine größere Wohngemeinschaft eröffnet. Das heißt, in der könnte Dein Freund, sein Bruder, deren Mitbewohner und Du einen Platz finden. Somit wäre die Idee einer größeren Wohnung mit vier oder sogar fünf Zimmern wesentlich bezahlbarer. Denn nachweislich kommen solche große Wohnungen pro Quadratmeter günstiger. Eventuell könntet Ihr sogar ein Haus anmieten. Habt Ihr diese große Wohngemeinschaft schon einmal durch gespielt?
Ansonsten ist eben viel Geduld notwendig und das Aushalten der jetzigen wohnlichen Situation. Leider sind die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nicht immer so einfach, sodass ein längerer Arbeitsweg heute Normalität geworden ist und dazu auch noch seitens der Agentur für Arbeit als erträglich bis zu einer gewissen Dauer oder auch Entfernung gilt.
Möglich wäre es ja auch, dass Du versuchst, in einer Pension an gewissen Tagen unterkommst, wenn die Situation für dich nicht mehr aushaltbar ist. Die räumliche Entfernung macht manchmal schon etwas aus. Aber ich denke mir, so viele Schnittpunkte dürftest Du mit Deinen Eltern in der elterlichen Wohnung gar nicht mehr haben?
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