Was erzählt ihr euren Nachmietern über die Wohnung?

vom 17.05.2014, 11:53 Uhr

Wie ich in einigen anderen Threads schon beschrieben habe, ziehe ich aus meiner aktuellen Wohnung aus, die ich zusammen mit einer Schulfreundin bewohnt habe. Ich habe jetzt eine schönere Wohnung, die in unmittelbarer Nähe zum Institut ist und das war mir auch sehr wichtig. Ein Punkt der mich besonders zum Auszug bewegt hat, war zum einen die Tatsache, dass man sich nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlassen kann und zum anderen auch die Nachbarin unter uns. Diese ist Hausfrau und sitzt den ganzen Tag zu Hause um auch ja kein Geräusch bei uns zu verpassen, über das sie sich beschweren kann.

Inzwischen hatten wir jetzt auch schon einige Interessenten, die meisten die unsere Wohnung besichtigt haben, haben zugesagt und warten nun darauf, dass wir uns entscheiden. Während der Besichtigung habe ich versucht nur die positiven Aspekte der Wohnung hervorzuheben, dass sie eben sehr groß ist, man einen wunderschönen Ausblick über den Rhein hat, das Zimmer 7 Fenster hat und so weiter und so fort. Meine Mitbewohnerin war da ein bisschen anders und hat besonders bei den ersten Terminen noch viele Sachen eingeschoben, die absolut unnötig waren. Beispielsweise hat sie betont, dass die Räume mit der Außentemperatur sehr schnell abkühlen und man daher viel heizen muss in der Wohnung. Auch erklärte sie mehrfach, dass ihr Telefon kaputt sei, was ja nun wirklich niemanden was angeht.

Dann hat sie mehrfach das Thema angesprochen, dass es Schimmel im Bad gegeben habe. Der Schimmel ist letzte Woche von einem Handwerker entfernt worden und die Wand soll noch übermalt werden. Von dem Schimmel sieht man also gar nichts mehr und ich verstehe daher auch gar nicht, warum man das noch so betonen muss. Für meine Mitbewohnerin ist es jetzt sehr wichtig, dass wir einen Nachmieter finden, denn ich habe zum Auszugstermin gekündigt und sie wird somit doppelt Miete zahlen müssen, wenn wir niemanden finden. Dennoch wird sie nicht müde die negativen Aspekte der Wohnung hervorzuheben.

Ich selbst denke mir, dass jeder selbst entscheiden sollte, ob er da einziehen will oder nicht, da es eine Dachgeschoss Wohnung ist, kann man sich denken, wie das mit den Temperaturen ist. Auch kann man sich denken, dass öffentliche Verkehrsmittel nicht immer die zuverlässigsten sind. Ich habe mich auch bewusst dazu entschieden, niemandem zu sagen, dass die Nachbarn von unten sich über jedes Geräusch beschweren. Das würde die Nachmietersuche nur unnötig erschweren und wir sind damals ja auch nicht vorgewarnt worden. Wie ist das bei euch, bereitet ihr eure Nachmieter auch auf Nachteile der Wohnung vor oder zieht ihr es vor dieses erstmal für euch zu behalten?

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich kann beide Sichtweisen verstehen. Deine Mitbewohnerin bleibt ja in der Wohnung und darum verstehe ich es schon, dass sie auch negative Aspekte aufzählt, weil sie eben später darauf angesprochen wird, wenn etwas nicht stimmt. Dann ist sie als Ansprechpartnerin vor Ort und wird sicher gefragt werden, warum sie nicht gleich bei der Besichtigung etwas gesagt hat. Aber dabei kommt es auch auf die Dinge an, die eben nicht stimmen. Die Sache mit dem Heizen hätte ich nicht angesprochen, weil man danach als potentieller Nachmieter ja auch fragen kann.

Bei einer Frage würde ich aber auf jeden Fall eine ehrliche Antwort geben, auch wenn die Wohnung dann vielleicht etwas negativer gesehen wird. Bislang habe ich nur Mieter und keine Nachmieter gesucht, aber da war es auch so, dass ich hauptsächlich die positiven und nicht so sehr die negativen Aspekte der Wohnung genannt habe. Ich denke, dass das ganz normal ist, weil man ja jemanden finden und den potentiellen Mieter nicht verschrecken möchte.

» Barbara Ann » Beiträge: 28945 » Talkpoints: 58,57 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Bei den Wohnungsbesichtigungen für potentielle Nachmieter war immer der Vermieter mit dabei, wenn unsere Wohnung wieder neu vermietet werden sollte. Die Vermieter wollen hier selten, dass man einen Nachmieter stellt, weil sie sich die Leute selber aussuchen wollen. Bei einer Wohnungsbesichtigung hat uns der Vermieter schlichtweg verboten mit dem Nachmieter zu sprechen, wie auch hier schon mal ein User geschrieben hat Vermieter verbietet Gespräch mit potentiellem Nachmieter. Es scheint also nicht mal so selten zu sein, dass die Vermieter das nicht wollen. Meist, weil sie was zu verbergen haben.

Wenn ich die Möglichkeit hätte mit sämtlichen Anwärter für unsere Wohnung zu sprechen, würde ich schon alles sagen, was mich stört und warum ich ausziehe. Da wir hier auch nicht mehr so lange wohnen werden aus vielen Gründen, würde der Vermieter dann aber nie einen Nachmieter bekommen. Deswegen sollte der Vermieter eine Besichtigung nur machen, wenn ich schon weg bin, weil hier vieles im Argen ist, was er garantiert bei der Besichtigung nicht sagen wird.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Du verhältst dich in der Frage schon ein wenig wie das Klischee eines Gebrauchtwagenverkäufers und zeigst, zu wie viel Egoismus und Eigennutz der Mensch an sich fähig ist. Da bestätigt sich ein wenig, dass "der Mensch dem Menschen ein Wolf ist". Immerhin hast du ein (hier wirtschaftliches) Ziel und bist bereit, dich bis zur Unkenntlichkeit (vermutlich beschreibst du dich selbst als zuverlässig, ehrlich und anständig - ohne so zu handeln :lol: ) zu verstellen. Allein der Gedankengang "wir wurden auch nicht vorgewarnt" spricht Bände. Kleinen Kindern würde man wohl raten, sich besser zu verhalten als die, die man kritisiert. Weil aber nicht alle Menschen daran interessiert sind, die Welt besser zu machen, ist sie eben so, wie wir sie vorfinden.

Du selbst wieder hast Glück und bist auf einen Vermieter getroffen, der wohl - nicht wie du - auch was Gutes an den Menschen sieht. Ich selbst würde es wohl niemals zulassen, dass andere darüber bestimmen, mit wem ich einen Mietvertrag schließe. Zwar kann man darüber reden, dass wenn jemand passendes gefunden wird, der Vertrag vorzeitig aufgelöst wird. Aber eben nicht in dem Sinn, dass jeder präsentierte Kandidat auch akzeptiert werden würde.

Wenn du selbst glaubst, dass die Wahrheit dafür sorgen wird, dass du niemanden findest, dann betrügst du die Leute. Du "verkaufst" etwas, von dem du überzeugt bist, dass es nicht "gekauft" werden würde, wenn du alle Aspekte nennst die dich gestört haben. Das ist unfein - zum einen weil du wie geschrieben bewusst Dinge vorenthältst und weil dich selbst zum Maßstab erhebst. Denn - vielleicht stören sich Dritte gar nicht an den negativen Punkten? Vielleicht sind Dritte noch mal leiser als du, so dass die Nachbarin gar nicht ins Spiel kommt?

Es ist letztlich müßig, an Anstand und Gewissen zu appellieren, wenn die Entscheidung schon gefällt wurde. Ich selbst würde definitiv nicht so handeln - aber das bleibt sicher jedem selbst überlassen.

» derpunkt » Beiträge: 9898 » Talkpoints: 88,55 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ehrlich gesagt würde ich gar nicht so viel Energie in die Suche nach einem Nachmieter investieren. Ich erwarte, dass sich bei Mietwohnungen der Eigentümer darum kümmert, dass die Wohnung weiterhin vermietet wird, nachdem man schriftlich gekündigt hat. Das Einzige, was der Mieter zu tun hat, ist dann wohl, die Interessenten in die Wohnung zu lassen. Die Termine kann man ja sicher mit dem Vermieter und den Interessenten abstimmen.

Ich frage mich auch, wieso ihr euch für einen Interessenten entscheiden solltet. Ihr seid schließlich nur die Mieter. Eigentlich ist auch das Aufgabe des Vermieters und als Vermieter würde ich mich auch selbst darum kümmern, anständige Leute in die Wohnung zu bekommen und mich sicher nicht auf die vorherigen Mieter verlassen. Oder geht es bei euch um einen Untermieter, der dann gemeinsam mit deiner Schulfreundin in der Wohnung leben soll? Zieht deine Schulfreundin auch aus, oder hast nur du eine neue Wohnung?

Grundsätzlich würde ich mich einfach nicht dafür zuständig fühlen, mit potentiellen Nachmietern ein längeres Gespräch über die Wohnung zu führen und die Vorzüge und Nachteile aufzulisten. Das wird eigentlich nur dann wirklich sinnvoll sein, wenn man vorzeitig aus der Wohnung ausziehen möchte. Gerade wenn es sich nicht um eine Wohnung handelt, die in einer begehrten Lage liegt, kann man sich nicht darauf verlassen, dass die Wohnung heiß begehrt ist und sich schnell Interessenten finden. In solchen Fällen bietet es sich natürlich an, die Vorzüge der Wohnung hervorzuheben, um den Interessenten positiv zu beeinflussen.

Ich würde, wenn ich wirklich daran interessiert wäre, die Wohnung so schnell wie möglich und damit auch vorzeitig zu verlassen, sicher nicht lügen. Aber ich würde bestimmte Dinge einfach auslassen. Die Sache mit dem Schimmel würde ich auch nicht erwähnen, vor allem dann nicht, wenn das Problem fachmännisch behoben wurde. Mit lästigen Nachbarn muss man immer rechnen, gerade wenn es sich um Leute handelt, die offensichtlich nicht viel zu tun haben im Leben. Aber das würde ich eigentlich nicht besonders erwähnen.

Ich denke auch, dass man als potentieller Mieter einer Wohnung immer damit rechnen sollte, dass es irgendwo einen Haken gibt. Man sollte nicht so naiv sein und alles glauben, was einem der Vermieter und gegebenenfalls irgendwelche Vormieter über die Wohnung erzählen. Falls eine Wohnung irgendwie muffig riecht, kann man unter Umständen schon mit Schimmel rechnen. Dass eine Dachgeschosswohnung im Winter recht kühl und im Sommer recht warm sein kann, ist ebenfalls kein Geheimnis. Viele Dinge kann man einfach selbst feststellen. Grundsätzlich finde ich eine egoistische Haltung sowohl als Interessent oder Mieter als auch als Vermieter verständlich. Ich bin nun auch kein großer Menschenfreund und es ist mir auch ehrlich gesagt egal, ob jemand anderes anschließend mit der Wohnung unzufrieden ist. Aber ich würde eben auch nicht so viel Energie in solche Auskünfte investieren.

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14210 » Talkpoints: -1,06 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Wenn ich an die Übergabe meiner Wohnung an mich denke, dann fällt mir auf, dass die Vormieterin mir wohl ihre Räume gezeigt hat, aber die Vermieterin mit in die Wohnung kam, um auf Fragen bezüglich der Miete und sonstiges einzugehen. Die Vormieterin meinte dann nur, dass es recht ruhig ist. Dies meinte sie nur beiläufig und es scheint mir jetzt im Nachhinein als gestellt. Ich habe gemerkt, dass meine Wohnung nicht unbedingt in einer ruhigen Lage ist. Meine Nachbarn schräg über mir hören oftmals sehr bassbetonte Musik. Kann natürlich sein, dass es zu ihrer Zeit nicht war oder sie es nicht gehört hat oder auch andere erdenkliche Gründe. Aber meine Wohnung ist echt nicht ruhig.

Hätte sie es aber gesagt, wäre ich wohl nicht eingezogen. Deswegen bin ich bei Auszug aus dieser Wohnung auch vorsichtig. Ich würde dazu nichts äußern. Bei Schimmel ist es schon ein Mangel, der berücksichtigt werden muss. In eine Schimmelwohnung würde ich ungern einziehen. Oftmals kommt der Schimmel wieder und dann glaube ich, würde mir in dieser Hinsicht auch solche Worte über die Lippen kommen. Ich denke aber auch, dass sich das Gesagte zum Nachteil gezogen hat.

» iggiz18 » Beiträge: 3366 » Talkpoints: 4,66 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


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