Zu Klassentreffen gehen?
Bei mir steht mittlerweile das erste Klassentreffen an. Der Abschluss an meiner Schule ist nun schon ein paar Jahre her und ich denke, es wäre bestimmt interessant zu sehen, was aus den anderen geworden ist.
Allerdings bin ich mir sehr unsicher, ob ich wirklich hingehen soll. Die Jahre an meiner Schule damals waren sehr traumatisch für mich, ich war sehr unglücklich dort und konnte jahrelang den Tag kaum erwarten, an dem es endlich hieß, dass ich dort nicht mehr hingehen muss. Ich hatte kaum Freunde und wenn, dann nur solche, die sonst auch keinen hatten.
Der Klassenzusammenhalt war nicht wirklich gegeben. Es gab einige, die die Klasse quasi "anführten". Alle anderen hielten den Mund. Diejenigen, dazu zählte auch ich, die ihrer Meinung nach entweder dumm oder hässlich waren, die man ja gerne mobben konnte, weil sie sich nicht wehrten oder alleine waren und keinen hatten, der ihnen half, waren ständige Außenseiter.
Wie ich in diesem Thread Schule Mobbing - Erfahrungen und was tun? bereits ausgeführt habe, war meine Schulzeit, um es mal genauer zu sagen, der blanke Horror. Ich überlege mir trotzdem, ob ich hingehen soll, weil ich bis heute nicht über diese schlimme Erfahrung hinweg bin und noch sehr oft daran denken muss.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll. Ich bin stolz auf mein Leben und sehr zufrieden damit, wie es gekommen ist, sollte ich da die Vergangenheit nicht ruhen lassen? Wäre es nicht eine Art Verarbeitung der damaligen Erlebnisse? Ich brauche wirklich euren Rat.
Ich stand auch vor so einer Wahl. Ich mochte die Leute in meiner Klasse nie und stand immer bei den Außenseitern, weil ich es unfair fand, wie diese behandelt wurden, dass hat natürlich den Anführern nicht gepasst und ich war noch mehr unten durch als die Anderen, die eh schon fertig gemacht wurden verbal. Ich habe mich gegen das Treffen entschieden, weil ich die einfach nicht sehen will.
An deiner Stelle würde ich aber hingehen und den unter die Nase schmieren, dass aus dir etwas geworden ist und du nun auch glücklich bist. Ich denke, dass du zurecht stolz auf dich sein kannst und das kannst du ihnen auch ruhig zeigen. Dir wird das sicherlich gut tun.
Das klingt echt schlimm. Ich bin froh, dass es dir mittlerweile wieder besser geht und dass diese Erfahrungen sich nur auf diese Klasse beschränken und nicht auf das gesamte Leben.
Ich stehe demnächst kurz vor dieser Entscheidung. Bei Facebook wurde eine Gruppe gegründet und man plant, diesen Sommer das erste Klassentreffen stattfinden zu lassen. Ich glaube nicht, dass die Verantwortlichen das auf die Reihe kriegen werden, weil die einfach nur unreif im Kopf sind und schon das letzte Klassentreffen vor fünf Jahren nicht mal ansatzweise zu Stande gebracht haben, sodass es ausgefallen ist.
Ich habe mich auch schon mit einer ehemaligen Klassenkameradin darüber unterhalten und wir sind uns einig, dass wir da nicht hingehen wollen. Ich mochte meine Klasse nie, ich habe mich nie da wohl gefühlt und war froh, als die Schulzeit endlich vorbei war. Die Schule war der blanke Horror für mich.
An deiner Stelle würde ich mich mit ehemaligen Freunden von damals zusammen schließen und dann mit ihnen zusammen hingehen oder eben nicht hingehen. Ich meine, gemeinsam als "Außenseiter" über die ehemals "Coolen" abzulästern ist sicherlich ganz interessant, vor allen Dingen wirst du dich durch den Rückhalt nicht so "nackt" und hilflos fühlen und es werden nicht dieselben Panik-Gefühle hoch kommen wie damals während der Mobbing-Zeit.
Meine Schulzeit war nicht schlimm, aber es gibt ehemalige Mitschüler, an denen ich schlicht und einfach kein Interesse habe. Es gibt einen guten Grund, warum ich mit denen keinen Kontakt mehr habe und ich fände es dann irgendwie falsch so zu tun, als würde ich mich jetzt wahnsinnig freuen die wiederzusehen.
Ich treffe mich immer kurz vor oder nach Weihnachten mit einigen ehemaligen Mitschülern in unserer Stammkneipe aus Schulzeiten. Das macht für mich mehr Sinn als irgendein groß organisiertes und leicht gezwungenes Klassentreffen, denn das sind Leute, die mich wirklich interessieren.
In deinem Fall wäre es aber sicher ganz interessant mal zu sehen, was aus den Unterdrückern aus der Schulzeit geworden ist. Vielleicht ist es ganz heilsam zu sehen, dass das Großmaul zu einem langweiligen Bausparer geworden ist oder, dass die Schönheit der Klasse nach zwei Kindern ziemlich aus dem Leim gegangen ist.
Ich kann dich gut verstehen, weil es mir in der Schulzeit auch so ging, dass ich zu den Außenseitern gehörte und auch Opfer von Mobbing wurde. Ich denke, dass es die Chaoten aus meiner Klasse nicht hinbekommen, jemals ein Klassentreffen zu organisieren, aber wenn es so wäre, würde ich auch vor der Entscheidung stehen, vor der du nun stehst und ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht, ob ich ein Klassentreffen besuchen würde.
Ich denke zwar nicht mehr oft an meine Schulzeit zurück, aber wenn ich es tue, dann merke ich auch, dass ich noch nicht ganz darüber hinweg bin, was damals passiert ist. Aber genau darum denke ich, dass ich wohl zu dem Klassentreffen gehen würde, wenn es eines geben sollte. Ich würde schon gerne wissen, was aus den anderen Menschen in meiner Klasse geworden ist und da ist es natürlich gut, dass ich mit meinem Job und meinem Leben sehr zufrieden bin.
Da das bei dir ja genauso zu sein scheint, würde ich an deiner Stelle das Treffen besuchen und auch mal schauen, was aus den anderen so geworden ist und was sie aus ihrem Leben gemacht haben. Ich denke auch, dass es einem dann leichter fallen kann, die Erlebnisse zu verarbeiten und endlich mit dem Thema abzuschließen.
Hm... ok. Dann denke ich werde ich mal schauen was da so los ist. Leider habe ich überhaupt keine Ahnung, wer sonst noch so kommt. Ich weiß nur, dass eine gute Freundin, mit der ich aber erst seit Ende der Schulzeit sehr gut befreundet bin, nicht hin gehen wird. Sie war auch eher außen vor und hat da überhaupt kein Interesse daran.
Aber wenn mich die Leute nerven, kann ich ja einfach aufstehen und gehen. Habe ja ein Auto und bin auf niemanden angewiesen, vor allem nicht auf die. Und wenn ich damit jemandes Gefühle verletze, kann mir das ja auch total egal sein. Wird ja eh nicht der Fall sein, denke ich.
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