Wie reagieren bei verbotenen Inhalten in Whatsapp-Gruppe?
Ich frage mich, wie ihr auf die folgende Situation reagieren würden. Ich freue mich auf eine Vielzahl von Antworten.
Eine Mutter findet beim Durchstöbern ihres jugendlichen Sohnes eine WhatsApp-Gruppe, in der ihr Kind Mitglied ist. Beim näheren Ansehen bemerkt sie, dass es sich um eine Gruppe handelt, die untereinander nicht nur schmuddelige Pornobilder postet, sondern auf Diffamierungen und Beleidigungen von Juden. Weiterhin entdeckt sie verbotene Symbole, die an das Dritte Reich erinnern.
Anstatt mit ihrem Sohn darüber zu reden, geht sie zur Polizei und zeigt die ganze Gruppe an. Ausschlaggebend für die Frau war wohl, dass ihr Sohn zwar bei der Gruppe angemeldet war, jedoch diese nicht ursprünglich gegründet hatte.
Die Polizei wurde auch aktiv und nahm sich den Gründer zur Brust. Dieser darf jetzt mit einer Strafe wegen Volksverhetzung und Verwendung verbotener Symbole rechnen. Wie beurteilt ihr das Handeln der Mutter?
Zuerst einmal finde ich es unmöglich, wie die Mutter den Whatsapp Verlauf des Sohnes heimlich überprüfen kann. Falls er kein Kind mehr ist (und davon gehe ich mal aus), zählt das für mich absolut als Verletzung der Privatsphäre. Das ist so, als ob meine Mutter heimlich mein Tagebuch gelesen hätte.
Ich finde das Verhalten der Mutter schon etwas überzogen. "Schmuddelige Pornobilder" und Judenwitze sind vielleicht geschmacklos, aber im privaten Rahmen sicherlich nicht verboten. Wenn ich überlege, was meine Bekannten manchmal für Sprüche raushauen, hätte ich auch längst Anzeige erstatten müssen. Bei einer privaten Whatsapp Gruppe ist es ja auch nicht anderes, außer, dass diese Sprüche dokumentiert werden.
Auch die Symbole, die ans dritte Reich erinnern, finde ich nicht gut, aber müsste sie schon persönlich sehen, um das beurteilen zu können. Auf vielen, teilweise deutschen Websites wimmelt es vor politisch inkorrekten Bildern, die sich viele Nutzer oft auch nur aus Interesse ansehen.
Na ja, wenn die Polizei schon den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt sieht, müssten ja wirklich schlimme Bilder darunter sein. Im privaten Rahmen würde ich sowas aber trotzdem nicht zur Anzeige bringen. Vielmehr hätte die Mutter erstmal mit ihrem Sohn reden sollen, um zu erfahren, inwiefern er diese Themen ernst nimmt.
Ich finde auch, dass man nicht in den Sachen seines Kindes suchen sollte und so auch nicht das Handy durchstöbern sollte. Das ist eine private Sache und wenn man sich Sorgen macht kann man es ja auch mal mit einem Gespräch versuchen. Bevor man sich aber nach seiner Spionageaktion an die Polizei wendet würde ich mein Kind erstmal zusammenstauchen, dass er das überhaupt gesehen hat ohne etwas zu unternehmen, weil ich finde, dass das gar nicht geht und deswegen würde ich erst mal mit ihm darüber reden. Danach kann man das Ganze immer noch melden.
Wozu sollte man aber zuerst die Polizei einschalten? Immerhin hat das eigene Kind das auch noch geduldet und bewegt sich scheinbar in so einer Szene, denn normale Menschen machen doch keine Judenwitze und schicken sich irgendwelchen Nazikram. Das würde mich wirklich ärgern als Mutter, aber ich denke, dass eine sofortige Anzeige der falsche Schritt ist, weil man dann beim eigenen Kind nur noch mehr Hass schürt und es eh schon nicht gut drauf sein wird bei dem Vertrauensbruch.
Ich bin insoweit der Meinung, dass ein Kind, oder Jugendlicher ein Recht auf Privatsphäre hat. Aber gleichermaßen möchte ich dazu auch anmerken, dass ich auch bereit wäre, diese Privatsphäre zum Schutz meines Kindes zu verletzen.
Das bedeutet, wenn ich merken würde, dass sich mein Kind negativ entwickelt und nicht mehr mit mir spricht, dann würde ich sowohl das Tagebuch lesen, als auch das Handy durchsuchen. Denn schon oft haben sich Kinder und Jugendliche das Leben genommen, weil sie glaubten, von niemandem verstanden geworden zu sein oder mit niemandem sprechen zu können.
Da ist es mir schon lieber, wenn ich als Rabenmutter da stehe und solche Dinge verhindere. Ich kenne aus früherer Zeit sehr viele solcher rechtsradikalen Menschen und ich muss sagen, dass aus denen meistens überhaupt nichts geworden ist. Wenn ich die Mutter dieses Jungen gewesen wäre, hätte ich mir da auch Sorgen gemacht.
Vielleicht hätte ich die Gruppe jetzt nicht gleich bei der Polizei angezeigt, aber in jedem Fall hätte ich mit meinem Sohn ein klärendes Gespräch geführt. Natürlich weiß ich auch nicht, ob das dann effektiv gewesen wäre, jedoch glaube ich, dass es ein Schuss nach hinten war, die Gruppe bei der Polizei anzuzeigen.
Ich finde es geht schon ein wenig weit, wenn eine Mutter einfach mal so das Handy des Sohnes durchschnüffelt um zu schauen, was er denn so macht, denn das Handy gehört für mich auch in den Bereich der Privatsphäre wo auch Eltern nicht einfach so nach belieben drin rumschnüffeln dürfen. Den Vergleich mit dem genannten Tagebuch finde ich hier schon sehr treffend.
Des Weiteren stelle ich mir auch die Frage, mit welchem Hintergrund die private What’s App Gruppe erstellt wurde und was für Inhalte dort wirklich gezeigt wurden und inwieweit diese wirklich für die Öffentlichkeit einen Bedrohung darstellen. Immerhin ist es eine private Gruppe.
Wenn ich als Mutter nun aber schon bei Verdacht das Handy meines Kindes durch schnüffele und dann solche Inhalte finde, dann ist der erste Schritt sicherlich nicht der Gang zur Polizei, egal was ich gefunden habe, sondern der erste Schritt ist das Gespräch mit meinem Kind um mehr herauszubekommen und auch um dem Kind die andere Sicht auf die Dinge zu zeigen.
Der direkte Gang zur Polizei zerstört doch im Endeffekt alles, das Vertrauen zum Kind, aber auch andersrum, das Kind weiß doch direkt, das es mit der Mutter nicht über alles sprechen kann, da diese sonst sofort zur nächsten Instanz geht. Als Kind möchte man doch nicht das Gefühl haben, das man eine Mutter hat mit der man nicht reden kann und die einem im Zweifel sofort verrät.
Genauso ist es aber auch im weiteren Kreis, das spricht sich herum, nicht nur in der What’s App Gruppe (auf solche Freund kann man vielleicht noch verzichten), sondern eben auch in der Schule etc. da sollte man sich als Elternteil auch fragen, ob man möchte das das Kind überall unten durch ist, weil man als Elternteil direkt zur Polizei oder sonst wohin rennt. Auch wenn man vielleicht nur das Beste für das eigene Kind will, aber man kann so auch deutlich mehr zerstören, als man gewonnen hat. Da kann ich vernünftiges Gespräch deutlich mehr erreichen, erst wenn man merkt, das Gespräche gar nichts nützen, sollte man sich an andere Instanzen wenden.
Auch wenn welche meinen, dass das Verhalten der Mutter verwerflich ist ihren Sohn zu kontrollieren, so hatte sie damit dennoch recht. Wie wäre es ansonsten aufgefallen, dass er Mitglied in einer solchen Gruppe ist? Wohl niemanden und was daraus weiter für Dinge resultieren und in was er damit abrutschen kann wird damit einfach vergessen. Die Polizei ermittelt auch nicht einfach so zum Spaß, denn immerhin wenn so etwas ins rollen kommt, dann müssen ausreichende Beweise vorliegen und wenn diese nicht gegeben sind, dann würde auch nichts passieren.
Volksverhetzung wie auch das teilen von Bildmaterial an dem man nicht einmal die Rechte daran hat, steht in Deutschland nicht ohne Grund zur Strafe und gehört zu den Dingen, die die Gesellschaft nicht akzeptiert. Aber dann soll der eigene Sohn seine Privatsphäre haben um bei diesen Kreisen mitwirken zu können? Da kommt dann doch auch wieder das Geschrei, wenn er aus diesen Gruppen dann auf blöde Ideen gebracht wird sich in die Öffentlichkeit zu stellen und dort Juden anzukreiden, Frauen zu belästigen und als Sexobjekte zu sehen mit ggf. weiteren resultierenden Dingen wie Straftaten zu denen darüber auch nicht selten angestiftet wird.
Privatsphäre hat jeder, aber diese kann man ebenfalls verwirken wenn bereits etwas in der Hinsicht vorgefallen ist und dann ist die Kontrolle auch absolut angebracht und in meinen Augen rechtens. Immerhin ist sie noch die Mutter eines Minderjährigen und hat damit auch ein Wörtchen mitzusprechen, in welchen Gruppen sich der werte Herr Sohn herum treibt und auch zu kontrollieren was er macht. Denn das Smartphone wie auch die monatliche Handyrechnung wird dabei nicht selten von den Eltern finanziert, und entsprechend dürfen sie auch jederzeit prüfen was mit ihrem Eigentum welches dem Kind überlassen wurde, kontrollieren was damit angestellt wird.
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- DM bringt neue Kosmetikmarke namens "trend it up" raus 268mal aufgerufen · 2 Antworten · Autor: Prinzessin_90 · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Gesundheit & Beauty
- DM bringt neue Kosmetikmarke namens "trend it up" raus