Vom Nachbarn verlangen Lichterkette am Haus anzubringen?

vom 25.10.2015, 22:58 Uhr

Ich feiere Weihnachten, aber bei uns wird höchstens der Baum mit Lichterketten dekoriert. Punkt. Zum Glück lebe ich in einer Region, wo es die Nachbarn einen feuchten Kehricht schert, ob man das Fenster dekoriert oder nicht. Hier ist es zum Glück Tradition, dass jeder nach seiner Fasson glücklich werden darf. Dem alten Fritze sei Dank!

Klar mag es in manchen Regionen Tradition zu sein, die Gegend mit Lichterketten zu behängen. Aber mal ganz ehrlich: Der Beitrag ist von Oktober. Und warum sollte ich im Oktober schon Weihnachtsschmuck aufhängen? Das finde ich albern. Die Weihnachtszeit fängt für mich am ersten Advent an oder am ersten Dezember. Je nachdem, was zuerst kommt. Keinen Tag früher. Vorher ist doch nicht mal das Wetter passend.

Letztlich kann die Nachbarschaft da rauf und runter hüpfen. Aber jeder kann über sein Fenster selbst entscheiden. Denn so alt kann die Tradition auch noch nicht sein. Und überhaupt ist es ja sogar erwiesen dass Umweltverschmutzung durch Licht der Gesundheit schadet. Die Vermutzung der Umwelt durch den sinnlosen Verbrauch von Elektroenergie braucht man nicht extra zu erwähnen, oder?

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Denn so alt kann die Tradition auch noch nicht sein. Und überhaupt ist es ja sogar erwiesen dass Umweltverschmutzung durch Licht der Gesundheit schadet. Die Verschmutzung der Umwelt durch den sinnlosen Verbrauch von Elektroenergie braucht man nicht extra zu erwähnen, oder?

Die Tradition kommt daher, dass früher, bevor es solche Beleuchtungen gab, die Menschen etwa eine Kerze oder Engel und Bergmann in die Fenster gestellt haben, damit die Bergarbeiter, die von ihrer Schicht kamen, etwas Schönes vorfanden und auch ein Licht sehen konnten. Heute macht man das mit elektrischem Licht und es sieht sehr schön aus, wenn alle mitmachen.

Die Lichtverschmutzung kommt nicht von Schwibbögen und Fensterbeleuchtung, sondern beleuchteten Industrieanlagen und Straßenlaternen sowie Scheinwerfern. Hierbei handelt es sich meistens um Licht mit Blauanteil, der eher wach machen soll. Fensterbeleuchtung mit kleine Lämpchen ist eher gelblich, das beeinflusst den Schlaf nicht negativ und macht auch nicht krank. Aber wenn man alles schlecht reden will, kann man natürlich alle möglichen Argumente herbeiziehen.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Lichtverschmutzung ist Lichtverschmutzung, auch wenn es natürlich Unterschiede in der Helligkeit gibt. Aber nur weil du etwas schön findest, Zitronengras, wird es weder gesünder, noch gefällt es jedem. Aber deine Meinung ist das einzig maßgebliche, das kennt man ja. Lehnst du etwas ab, muss das jeder verstehen.

Befürwortest du etwas, muss offensichtlich auch jeder mitmachen. Warum muss man eine Weihnachtsbeleuchtung haben, nur weil die anderen das haben? Warum darf man sich davon nicht ebenso gegängelt fühlen, wie du von einem Auto mit Alkoholtest? Ich finde erzgebirgischen Fensterschmuck nicht schön. Warum sollte ich das kaufen und ins Fenster stellen und die Stromrechnung dafür bezahlen? Du hast keine Küche, dabei nutzen in Deutschland mehr Menschen eine Küche als sie Fensterschmuck anbringen. Musst du deshalb eine Küche haben?

» cooper75 » Beiträge: 13433 » Talkpoints: 520,19 » Auszeichnung für 13000 Beiträge



Du musst keine Fensterschmuck haben, aber wenn man beispielsweise im Erzgebirge wohnt, wo es jeder hat und wo es Tradition ist, dann sollte man sich diesen Traditionen auch anpassen. Wer das nicht möchte, kann ja gerne woanders hin ziehen. Deine persönliche Herumhackerei auf mir darfst du gern unterlassen.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Man kann es mit der Anpasserei auch übertreiben. Warum sollte man gleich umziehen, nur weil man nicht jede Tradition gut findet? Sollen denn alle Bayern das Bundesland verlassen, die ungern Weißwürste essen oder lieber Wein als Bier trinken? Das fände ich genauso blödsinnig.

Man muss solche Nachbarn, die sich da abgrenzen ja nicht lieben oder zu besten Freunden machen. Aber ein wenig Toleranz schadet da auch nicht. Wenn man jemand aus persönlichen Gründen als zugewanderten oder unangepassten Menschen nicht leiden kann, dann sollte man das nicht so umdeklarieren, finde ich.

Denn wenn wir schon beim Thema herumhacken sind: Das finde ich ist Herumhacken, wenn man wegen solcher Kleinigkeiten ein riesiges Fass aufmacht und das nicht direkt klärt, sondern solche Fragestellungen im Internet breit tritt.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Ich finde es schon anmaßend jemanden zu schreiben, dass er wegen ein paar Tagen Beleuchtung nicht in bestimmte Orte ziehen soll. Es hat auch nichts damit zu tun, dass man unbedingt ständig anecken möchte.

In meiner ersten Wohnung hatte ich einen großen Balkon, an dem vier Halterungen für Blumenkästen angebracht waren. Da ich absolut keinen grünen Daumen habe und mich für Zierpflanzen nicht sonderlich interessiere, habe ich da auch keine angebracht. Erst nachdem mich eine Nachbarin angesprochen hat und meinte, dass es schöner wäre, wenn das gesamte Haus die gleichen Blumenkästen hätte, habe ich auch 4 Stück geordert. Und ja, die neuen Kästen haben den Anblick des frisch sanierten Hauses abgerundet. Es war eine einmalige Anschaffung die weder mit meine Ansichten engeeckt hat noch in irgendeiner andere Weise weh tat.

Eine Weihnachtsbeleuchtung würde ich mir allerdings auch nicht aufdrängen lassen. Ich bin zwar katholisch aufgewachsen, weil meine Eltern strenge Christen sind, für mich selber habe ich allerdings einen anderen Weg gewählt und mich von der Kirche, dem Glauben mit all seinen Festen abgewandt. Diese gespielte Fröhlichkeit für ein paar Tage ist mir sowas von zuwider. Und da ich weder Ostern, Weihnachten oder sonst etwas feiere, sehe ich auch keinen Grund meine Fenster weihnachtlich zu schmücken. Sollte sich ein Nachbar, mit dem ich sonst das ganze Jahr über gut auskomme, plötzlich wegen ein paar Tagen, an denen man nicht nach deren Pfeife tanzt aufregen, habe nicht ich sonder er ein Problem. Wenn es mir nicht gefällt und ich dafür auch kein Geld ausgeben möchte, kann mir das auch keiner aufdrängen.

Die schlicht beleuchteten Straßen in einigen Orten finde ich im Winter zwar auch schön aber bei vielen Häusern denke ich oft nur an Kirmesbeleuchtung. Vieles finde ich nicht schön und zu aufdringlich. Dennoch frage ich doch bei einem Besichtigungstermin nicht nach ob eine Beleuchtung erwünscht ist oder es sich um eine Straße handelt in der zu Weihnachten alles schrill leuchtet. Das ist völliger Quatsch. Am Nachbarhaus gegenüber wurde ein großer Stern angebracht, der so hell ist, dass ich die Außenbeleuchtung am Haus nicht einschalten muss. Deswegen rege ich mich nicht auf. Soll jeder es doch so handhaben wie er möchte. Solange ich drinnen nichts vom Geblinke mitbekomme, ist es mir völlig egal. Für mich ist es eben einfach nur das Jahresende. Tage wie alle anderen auch. Ohne Oster-, Weihnachts- oder gar Halloweendekoration, die hier auch immer beliebter wird.

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» Sonty » Beiträge: 1997 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Hätte ich ein solches Schreiben im Briefkasten, dann würde ich es zerreißen und mir nicht weiter Gedanken darum machen. Was juckt es mich, was sich die Nachbarn wünschen? Wenn ich mich entscheide, das Haus weihnachtlich zu dekorieren, dann tue ich das auch. Wenn ich keine Lust auf Weihnachten habe und nicht in Stimmung komme, dann sollte man es auch bitte mir überlassen, ob und wie ich mein Haus dekoriere.

In den USA gibt es teilweise HOAs, also homeowner associations. Einige kennen vielleicht diese merkwürdigen Videos von Tiktok und Co., in denen Hausbesitzer von der HOA geahndet wurden, weil sie zu große Kissen auf ihren Stühlen im Außenbereich hatten und recht hohe Strafen zahlen sollten. Sollte man, also ich nicht, in eine Gegend ziehen, in der eine HOA die Regeln vorgibt, dann kann es natürlich sein, dass man geahndet wird, wenn man sich nicht anpasst und keine Lichterkette anbringt.

Aber wir wohnen ja nicht in einer solchen Gegend, also können die Nachbarn sich solche Ideen getrost dorthin stecken, wo die Sonne nicht hin scheint. Es gibt einfach Entscheidungen, die meine Wohnung, mein Haus und die Dekoration betreffen, die ich gerne selbst vornehmen würde, auch wenn Nachbar XYZ es vielleicht schön oder nett findet.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12599 » Talkpoints: 0,42 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Interessant, dass genau das Gegenteil in unserer Gegend gemacht wurde. Der schöne Elch, aus lauter Leuchten bestehend, fehlte dieses Jahr. Auch werden hier abends - nein - nicht die Bürgersteige hochgeklappt, sondern die Straßenbeleuchtung zwischen 24:00 und 04:00 Uhr gänzlich abgeschaltet, so dass eine Weihnachtsbeleuchtung praktisch wie eine privat finanzierte Ersatz-Straßenbeleuchtung fungieren könnte und somit eventuell noch einen gewissen praktischen Sinn hätte.

Sicherlich kann der Wunsch nach einem einheitlichen Erscheinungsbild der Straße nach dem Motto "Unser Dorf soll schöner werden" zu solchen nachbarschaftlichen Differenzen führen. Aber letztendlich entscheidet das Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde, was nun verpflichtend und was freiwillig ist. Nur, um des lieben Friedens willen sich dem Diktat nach Installation einer Weihnachtsbeleuchtung zu beugen, hätte bei mir keine Chance. Würde meinen Standpunkt den Nachbarn gegenüber argumentativ vertreten und durchsetzen.

Das Einzige wäre die Duldung der Anbringung einer Weihnachtsbeleuchtung, die die Gemeinde vorschreibt. Zum Beispiel könnten zur Befestigung von Tragseilen quer über die Straße Haken und Dübellöcher in der Hauswand notwendig werden. Für Schadenersatz bei Beschädigungen der Hausfassade müsste dann möglichst vorher eine haftungsrechtlich relevante Lösung gefunden werden.

» Gorgen_ » Beiträge: 1174 » Talkpoints: 419,73 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die Leute, die am meisten und häufigsten nach Toleranz rufen und mit Kollegen, Nachbarn, Love interests und Bekannten ständig wegen Querelen und angeblicher Grenzüberschreitungen im Clinch liegen, nun verlangen, dass neue Leute im Dorf, die sich nicht genügend anpassen, ja gefälligst wegziehen können! Ja, dann muss ich wohl mal mit meinen libanesischen Nachbarn konferieren, warum diese elenden Nicht-Christen einfach die Weihnachtsdekoration verweigern.

Sich wünschen kann man ja viel, drum bitten auch, man sollte sich aber im Klaren sein, dass das vermutlich bei den meisten Erwachsenen nicht so gut ankommt. Es möchte sich doch von wahllosen Nachbarn keiner vorschreiben oder auch nur anmahnen lassen, wie er oder sie sein eigenes Haus oder die Außenwohnung dekoriert. Bei mir würde das Schreiben auch nach einer kurzen Überraschung wohl einfach im Müll landen und ich würde achselzuckend mit meinem Leben weitermachen.

Ich wüsste auch keine gute Alternative, wie die beiden Amokdekorierenden ihren Willen durchsetzen könnten oder die Nachbarn dazu bringen, mitzuziehen. Mir ist nicht einmal ganz klar, warum sie das überhaupt wollen. Es kommt einem ein wenig so vor, als würden sie auf irgendeiner Ebene realisieren, dass sie mit übertriebener Dekoration wie ein zu gekokster Weihnachtsmann aus der Flut der Gleichförmigkeit deutscher Häuschen herausstechen. Quasi so als würde man im Abendkleid und Collier zu einem Treffen gehen, wo alle Jeans und Turnschuhe tragen. Aber das ist ja dann deren Problem.

Vielleicht wäre es klüger gewesen, einen kleinen Teil der eigenen Deko zum Verschenken an die Straße zu stellen mit dem Verweis, dass diese gerne für die eigenen Grundstücke genutzt werden kann. Ansonsten wüsste ich auch nicht, was passieren müsste, dass ich etwas dekoriere, was ich nicht dekorieren will, weil ich einfach keine Lust drauf habe. Möglicherweise würde ein Schreiben der Gemeinde als Bitte formuliert, dass man leichte Dekoration in Erwägung ziehen könnte, um ein touristisches Flair zu erhalten, meine Meinung ändern. Aber bei Privatpersonen, die mir ihren eigenen Geschmack oktroyieren wollen? Eher nein.

» Verbena » Beiträge: 5011 » Talkpoints: 1,82 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Sie hätten die Leute einfach auffordern können, sich nach Belieben an der Dekoration zu beteiligen, anstatt es zu verlangen. Ich glaube, viele Leute hätten zugestimmt, wenn es keine auferlegte Verpflichtung gewesen wäre, sondern ein gemeinsames Projekt, um eine Atmosphäre zu schaffen.

» HaseHase » Beiträge: 2 » Talkpoints: 0,15 »


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