Unternehmen Ausbildung zukünftiger Arbeiter verbieten?
Ich gebe zu, dass die Threadüberschrift wahrscheinlich ein wenig verwirrend anhört. Ich weiß nicht wie ich das bei den begrenzen Zeichen sonst anders ausdrücken soll. Ich versuche zu umschreiben, was ich damit meine.
Es gibt ja so genannte Agglomerationsvorteile, die sich in einem dicht besiedelten Raum ergeben. Diese Vorteile ergeben sich dabei für die Bevölkerung aber auch die dort ansässigen Betriebe, weil beispielsweise auch Infrastruktureinrichtungen gemeinsam genutzt werden können. Die Verfügbarkeit und Nähe zu Infrastruktureinrichtungen und Dienstleistungen gehören genauso dazu wie ein großes qualifiziertes Arbeitskräftepotenzial bzw. ein großes Angebot des Arbeitsmarktes für unterschiedlich qualifizierte Personen.
Auch vor- und nachgelagerte Betriebe gehören dazu. Es herrschen Absatzmöglichkeiten in einem großen Markt, Kontakte zu Behörden und Verbänden, sowie die Nähe zu Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Viele große Unternehmen nutzen diese Chancen und bilden vor Ort ihre eigenen Arbeitskräfte schulisch bzw. akademisch auszubilden, weil sie ja hinterher davon profitieren, wenn die Angestellten die besten Qualifikationen und Ausbildungen bekommen.
Jetzt hörte ich aber davon, dass sich viele Menschen darüber beschweren und gar nicht wollen, dass sich Unternehmen in die Bildung der Bevölkerung einmischen. Dabei finde ich das gerade bei Agglomerationsvorteilen ziemlich legitim. Ich finde es daneben, wenn bei Schulkindern Schleichwerbung für Kinderschokolade etc. gemacht wird und diese nur als Absatzmarkt betrachtet werden, aber bei Schulungen und Weiterbildung sehe ich das anders. Denn der Staat ist nun mal praktisch pleite und woher soll man das Geld für gute Bildung sonst nehmen, wenn der Staat nicht investieren will?
Wie seht ihr das? Sollte man den Unternehmen hier die Agglomerationsvorteile nehmen und ihnen verbieten, in die Bildung und Qualifizierung zukünftiger Arbeitnehmer zu kümmern?
Letztendlich sind die Unternehmen doch die Endkunden von gut ausgebildeten Leuten. Wieso sollten sie da kein Mitspracherecht haben sollen? Nur so kann man gewährleisten, dass die Menschen nicht am Markt vorbei ausgebildet werden. Natürlich sollte der Staat nicht sämtliche Kontrolle abgeben, aber er muss die Bildung auch nicht völlig alleine kontrollieren.
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