Viel Geld für wenig Garten - Wird Miethaus so attraktiver?
Ich wohne quasi direkt vor dem Campus und habe es nicht weit zur Uni. In dem Mehrfamilienhaus, in dem ich wohne, wohnt außer mir aber nur eine Studentin und im Nachbarhaus, welches acht Parteien umfasst, wohnt ein Student. Als ich in das Haus gezogen bin, meinte der frühere Bewohner, dass es eben auch einen kleinen Garten gibt und einige liegen im Sommer dort und lesen oder so. Die meisten Bewohner nutzen den Garten aber lediglich, um dort ihre Fahrräder abzustellen, da Fahrräder und Teile davon geklaut werden, wenn man sie auf dem Grundstück, vor der Haustür abstellt. Insgesamt ist der Garten sehr klein, nicht mehr als 30qm.
Das Nachbarhaus ist in einem ganz anderen Baustil gebaut, hinten schaut es aber genauso aus, denn auch zu diesem Haus gehört ein kleiner Garten, etwas kleiner sogar, als unser. Der Garten ist aber wohl bisher nicht genutzt worden und war komplett zugewachsen. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen war dort auch der Boden viel höher, als bei uns, so dass die Tür zum Garten gar nicht genutzt werden konnte, da sie komplett zu war. Seit einigen Wochen nun sind Bauarbeiter dort Zugange. Erst haben sie sich von unserem Garten aus über die Mauer geschwungen und haben angefangen die Tür freizuschaufeln. Dort haben sie dann eine Leiter aufgestellt, so dass man darüber in den Garten kam.
Anschließend haben sie über eine Woche gebraucht um den Garten zu ''befreien'', da er komplett zugewachsen war. Die Nachbarn haben Trauben, die den ganzen Garten überwuchert haben und es waren auch mehrere Sträucher und kleinere Bäume da. Dann haben sie nach und nach das Erdreich abgetragen, damit die Bewohner nicht jedesmal über eine Leiter in den Garten müssen. Inzwischen ist der Garten nun eben und schaut aus, wie unser Garten, nur dass er etwas kleiner ist. Nun wird noch Gras ausgesät. Prinzipiell wäre der Garten damit auch nutzbar, nur ist er an sich nicht sonderlich attraktiv. Er hat wie unser Garten auch 2m hohe Wände die bröckeln und Sonne kommt kaum herein, da der Garten ja auch direkt am Haus ist. Wirklich gemütlich schaut sowas nicht aus, aber wenn man die Fahrräder abstellen möchte, dann ist das in Ordnung.
Ich habe mich dann letztens mit dem Studenten aus dem Haus unterhalten und dieser meinte, dass die Vermieterin nur nach langwieriger Überredung durch die Bewohner des Hauses bereit gewesen wäre, den Garten wieder nutzbar zu machen. Im Ganzen hat es nämlich schon eine Stange Geld gekostet und da der Garten doch recht klein ist, hat sie darin zunächst keinen Sinn gesehen. Die Mieter meinten jedoch, dass es das Haus attraktiver mache, auch wenn man nicht wirklich davon reden kann, dass es einen Mangel an Mietern gibt. Ich selbst muss sagen, dass ich einen solchen ''Garten'' nicht unbedingt attraktiv finde. Hätte ich kein Fahrrad, dann wäre es mir vermutlich egal, denn so einen Garten würde ich in meiner Freizeit nicht nutzen wollen.
Findet ihr, dass sich die Investition für die Vermieterin gelohnt hat? Würdet ihr an ihrer Stelle so viel Geld für einen Garten ausgeben, der eigentlich gar nichts wirklich hergibt? Oder wäre es für euch als potentieller Mieter ein Anreiz, wenn das Haus einen winzigen Fleck grün besitzt?
Ich bin in einer ganz anderen Situation. Wir haben ein Haus auf dem Land mit einem wirklich großen Garten. Ich kann mir nicht vorstellen, in der Stadt zu wohnen und nur so einen kleinen Garten zur Verfügung zu haben, den man auch noch mit sieben anderen Parteien teilen muss. Als ich als Studentin in der Stadt gelebt habe, hatte ich gar keinen Garten und habe ihn auch nicht vermisst.
Ich würde mir in so einem Garten immer beobachtet vorkommen. Egal, was man da macht, die anderen sieben Parteien werden dem mehr oder weniger Aufmerksamkeit schenken. Und sobald man etwas macht, was einer Veränderung des Gartens auch nur annähernd nahe kommt, könnte es zu Ärger führen. Da bekommt man dann sogar wegen einem Sonnenschirm den Vorwurf zu hören, man würde den Rasen durchlöchern. Zumindest würde ich solche Reaktionen erwarten. So penible Streitsucher gibt es doch in jedem Haus. Hier im Forum gab es auch schon viele Beiträge über ganz lächerliche Streitigkeiten zwischen Mietern.
Also ich würde den Garten nicht nutzen. Beim Blick aus dem Fenster wäre er allerdings für viele ein angenehmerer Anblick als der Dschungel, den du beschrieben hast. Wobei ich gar kein Problem mit naturbelassenen Ecken habe. Da würde ich dann 25 qm schnöden Rasen eher als Einöde bezeichnen.
Einen großen Wertgewinn sehe ich also nicht. Ich denke mal, das war ein Argument, die Mieterin zu überzeugen, aber viel Gehalt hatte es nicht. Die Mieter wollten bestimmt einen angenehmeren Ausblick. Wenn sie es selber hätten zahlen müssen, wäre es ihnen das bestimmt nicht wert gewesen.
Wir haben bei uns auch zu jedem Haus eine Grünfläche. Denn als Garten würde ich das nicht bezeichnen. Nachdem in unserem Haus vor einigen Jahren dann keine kleineren Kinder mehr waren, sind die Spielgeräte auch verfallen. Am Ende hat die frühe Sandkiste eine Schicht Muttererde bekommen und auch da wurde Gras gesät. Allerdings haben wir hier im Stadtteil genügend Möglichkeiten, wo sich Kinder austoben können. So werden eigentlich bei keinem Haus diese Flächen zur Erholung genutzt.
In dem von dir beschriebenen Fall hätten aber auch die Mieter selbst aktiv werden können. Denn am Ende werden sie wohl die Kosten tragen müssen. Immerhin hat sich der Wohnwert in diesem Haus ja erhöht. Und wenn es so eine kleine Fläche ist, wäre das wohl zu schaffen gewesen.
Das kann man sehen, wie man will. Eine Fläche von 30 m² ist so groß wie unser Wohnzimmer und für mich kein Garten, sondern eine Abstellfläche. Es kommt darauf an, wie die Vermieterin die Wohnungen vermietet hat, mit oder ohne „Garten“. Wenn sie also einen total verwilderten Garten mit vermietet hatte, muss sie ihn auch ordentlich als Grünfläche vermieten.
Eine solch kleine Fläche dürfte den Wert und die Attraktivität eines Mietshauses nicht verbessern. Um Fahrräder verständlicherweise vor Dieben zu schützen, reicht das Stück Rasen sicherlich. Aber einen schönen Tag dort verbringen und den Sonnenschein zu nutzen, dafür ist es nicht attraktiv genug. Neben den Fahrrädern könnte man es für das Trocknen von Wäsche nutzen.
Warum sollten sich die Mieter um ein vermietetes Stück Wildfläche selbst kümmern, Punktedieb? Das in Ordnung zu bringen ist Sache der Vermieterin. Für mich hätte sich der Wohnwert nicht erhöht, dazu müsste das Rasenstück größer sein, wo man als Mieter etwas mit anfangen könnte.
In dem Vierfamilienhaus mit Büro, in dem ich als Kind gewohnt hatte, gab es einen Hof hinter dem Haus, der ringsum durch zwei andere Häuser und einen Gartenzaun praktisch abgeschlossen war. Er konnte nur von Haus aus betreten werden. Die Hausbesitzerin verbot uns Kindern, dort zu spielen, obwohl der Hof überhaupt nicht benutzt wurde. Natürlich hatte sie den auch nicht im Mietvertrag stehen. Fahrräder besaßen wir nicht, aber die hätten wir dort auch abstellen können.
@Cid: Es ist doch gar nicht klar, ob dieses Stück Hinterhof, als Garten will ich es mal nicht bezeichnen, überhaupt im Mietvertrag steht. Ist dem nicht so, hätten hier die Mieter auch nicht darauf beharren können, dass er nutzbar gemacht wird. Und dadurch würde sich dann eben der Wohnwert erhöhen, weil eine Fläche genutzt werden kann, die vorher nicht zur Verfügung stand.
Wobei man sich dann als Vermieter eben auch hinstellen kann und kann sagen, dass diese Fläche nicht nötig ist und so verwildert bleibt wie sie ist. Wenn man es nutzen will, soll man es eben als Mieter bereinigen. Da würde ich, wenn ich Vermieter wäre, kein Geld ausgeben, wenn die Nutzung nicht vertraglich vereinbart ist.
Ein Stück Rasen, das noch kleiner ist als 30 m² und von 2 Meter hohen Mauern, die schon zerbröckeln, umgeben ist, kann man nicht als attraktiv für Mieter bezeichnen und dieses nun gesäuberte Stück Rasen macht das Haus bestimmt nicht wertvoller. Sicherlich weiß man nicht, ob dieses Stückchen zum Gebrauch der Mieter gedacht war. Allerdings finde ich es nicht attraktiv als Mieter, aus meinem Fenster auf ein verkommenes, eingezäuntes Stück Land zu blicken. Da hätte ich schon viel früher dafür gesorgt, dass das in Ordnung gebracht wurde.
Als Mieter muss man seine Miete zahlen und kann dafür auch verlangen, dass man nicht in eine Wildnis blickt, sondern auf ein gepflegtes Stückchen Land. Vielleicht haben deshalb die Mieter auch Druck gemacht. Aber das wissen wir nicht. Aber so einfach kann man nicht sagen, dass man als Vermieter das Rasenstück nicht pflegen lassen muss. Der Vermieter kann als Fensterausblick nicht eine unordentliche Wildnis anbieten, denn er will die Wohnungen ja vermieten, selbst wenn das Rasenstück nicht mit vermietet wurde.
Dann ist es ja gut, Punktedieb, dass du nicht der Vermieter bist, sonst würde die Wildnis noch weiter wuchern.
Naja als Vermieter biete ich ja nicht den Ausblick an, sondern den Wohnraum. Und wenn etwas nicht zum Vertrag gehört, dann kann ich als Vermieter damit auch machen was ich für richtig halte. Wenn man aber den Ausblick vermieten würde, dann hätten wohl sehr viele Vermieter in diesem Land ein großes Problem, wenn dann plötzlich in unmittelbarer Nähe gebaut wird und damit der tolle Ausblick verschwindet.
Übrigens ist bei uns die Hinterhoffläche auch nicht im Vertrag verankert und damit könnten die Hauseigentümer damit anstellen was sie wollen. Im Moment ist es halt hauptsächlich Rasenfläche mit einer Wäschespinne, die von allen Mietern genutzt werden kann. Aber sie müssten es nicht dulden, dass wir uns dort aufhalten.
War die Hinterhoffläche nicht ursprünglich als Kinderspielplatz vorgesehen, für die im Haus wohnenden Kinder? Da nun keine kleineren Kinder mehr im Hause wohnen, kann diese Fläche doch auch gut als Trockenplatz mit Spinne benutzt werden. Aber ursprünglich hat es bestimmt geheißen, dass die Kinder dort spielen dürfen. Sonst hätten dort auch keine Kinderspielgeräte gestanden. Also war sie doch zur allgemeinen Nutzung freigegeben und gehörte mit zur Mietung. Aber das ist ja auch egal. Es ging ja eigentlich nur um die Attraktivität des Mini-Rasens.
Nur weil es erlaubt war und dort irgendwann auch mal Spielgeräte standen, gehört es dennoch nicht zur gemieteten Wohnung. Jedenfalls ist dazu nichts in den Mietverträgen. Von daher haben wir als Mieter keinerlei Mitspracherecht, was mit der Fläche gemacht wird. Wenn unsere Hauseigentümer dort Hühner halten würden, müssten wir das auch so hinnehmen.
Und bei der beschriebenen Minifläche ist es eben auch nicht geklärt, ob sie zur vermieteten Sache gehören. Ist eine Nutzung im Mietvertrag verankert, dann kann man auch darauf pochen, dass es nutzbar ist. Ansonsten muss man auch damit leben, dass dort ein Wildbiotop vorhanden ist.
Ich nehme doch an, dass ihr bei Einzug in das Haus gesagt bekommen habt, dass deine Kinder die Spielgeräte nutzen können oder etwa nicht? Wenn das so wäre, könnte sich daraus vielleicht ein Gewohnheitsrecht ergeben haben. Wenn das nicht der Fall wäre, dürftet ihr keine Wäsche dort aufhängen.
Einen totalen Wildwuchs würde ich nicht als Wildbiotop bezeichnen. Das hört sich so toll an, aber ist es nicht. Wenn es eine Wiese wäre mit Wildblumen, dann würde ich das als interessant und vielleicht schön bezeichnen.
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