Mülltonnen rausstellen - Regelungen in Mehrparteienhäusern

vom 14.10.2014, 15:46 Uhr

Ich wohne seit wenigen Monaten nun in einer Wohnung, die sehr Nahe an der Universität ist und mag meine Wohnung auch sehr. Als ich eingezogen bin, hat die Vermieterin mich darüber aufgeklärt, dass man eigentlich nicht viel im Haus machen, muss, denn die Böden werden von einem Putzdienst gewaschen und Rasenmähen macht sie selbst. Das einzige, was die Bewohner machen müssen, ist die Mülltonnen an die Straße zu stellen, wenn es soweit ist.

Diesbezüglich scheinen sich die Bewohner allerdings nicht einig zu sein. Insgesamt wohnen 6 Parteien in dem Haus, davon sind zwei Einzelhaushalte und die restlichen 4 sind Wohngemeinschaften und Familien. Als ich das letzte Mal den Müll wegbringen war, ist mir schon aufgefallen, dass die Leichtstoffmülltonnen bis oben hin voll waren und wir haben immerhin drei davon. Der Termin für die Abfuhr ist verpasst worden und nun dauert es wieder etwas, bis man die Tonnen rausstellen kann.

Ursprünglich gab es für das rausstellen der Tonnen einen Plan, in diesem Plan waren aber nur 5 Parteien verzeichnet, denn der junge Mann der meine Wohnung vorher gemietet hatte, war nur sehr selten da. Von den 5 Parteien sind aber eigentlich nur zwei immer anwesend, dabei handelt es sich um eine Familie zwei Stockwerke über mit und um eine Wohngemeinschaft von zwei Frauen, die hier Ausbildung gemacht haben und nun weiter zusammen wohnen. Die Studentin unter mir fährt sehr oft nach Hause, oft auch schon am Donnerstag und ein anderes Paar im Haus ist auch sehr selten da.

Offenbar ergibt sich daraus keine gute Grundlage für das regelmäßige rausstellen der Mülltonnen. Am Anfang war es wohl noch so gewesen, sagte mir die Studentin, dass jemand der an der Reihe war, aber nicht konnte, einen Zettel ausgehangen hat, aber da dies später sehr oft vorkam und einige es dann auch vergessen haben, hat es sich schnell verlaufen. Wer nicht konnte hat dann oft von jemandem anderen das Angebot bekommen, zu tauschen, aber manchmal war es dann eben auch so, dass man an dem anderen Tag auch nicht da war und so zog es sich dann.

Inzwischen kümmern sich nur noch einzelne Personen darum und diese zanken sich meistens auch. Die Vermieterin hat nun vorgeschlagen, dass die Parteien, die immer zu Hause sind, sich eben darum kümmern sollen, dass die Tonnen rausgestellt werden, andernfalls würde das nie etwas werden und es geht nicht, dass die Tonnen dauernd überfällig sind. Damit sind die beiden Parteien aber auch nicht einverstanden. Umgekehrt ist aber auch niemand von den anderen dazu bereit über das Wochenende zu Hause zu bleiben oder erst später zu verreisen oder früher wiederzukommen, nur weil Mülltonnen rausgestellt werden müssen. Letzten Endes ist es ja nur eine Angelegenheit von wenigen Sekunden.

Ich selbst habe mich in die Diskussion noch nicht eingebracht, angesprochen hat mich aber bisher auch keiner. Bei mir wäre es ohnehin das gleiche Problem, wie bei den anderen, denn ich bin an den meisten Wochenenden, aber auch oft in der Woche gar nicht da, so dass man sich da nicht verlassen kann, dass ich auf die Mülltonnen acht gebe und sie rechtzeitig rausstelle. Wie steht ihr die Situation, würdet ihr euch als Partei, die dauerhaft im Haus ist bereit erklären, die Aufgabe zu übernehmen? Oder findet ihr das übertrieben? Wie würdet ihr das Problem lösen?

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Was passiert denn mit den Mülltonnen, in den Wochen, in denen du dran wärst? Denn du bist ja scheinbar auch nicht bereit deine Aufgaben zu übernehmen. Zumindest argumentierst du ja auch, dass du ja auch oft nicht anwesend bist.

Ich selbst wohne auch in einem Mehrfamilienhaus und habe auch früher schon in anderen Mehrfamilienhäusern gewohnt. In allen Fällen war es so, dass die Vermieter sich darum gekümmert haben, dass die Mülltonnen zur Abholung vor das Wohnhaus gestellt wurden. Wobei hier die Restmülltonnen auch von den Müllmännern aus dem Hof geholt wird, wenn der zugänglich ist. Beziehungsweise sie eben klingeln können und jemand öffnet. Was aber bei den gelben Tonnen, den blauen Tonnen und dem Biomüll nicht gemacht wird. Diese Tonnen müssen auf alle Fälle vor das Haus gestellt werden.

Mir selbst sind die Tonnen zu schwer, da sie hier über mehrere Treppenstufen gezogen werden müssen. Deshalb käme es für mich nicht in Frage, die Mülltonnen vor das Haus zu stellen. In den Hof zurück stellen wäre allerdings möglich. Aber so lange ich das Vermeiden kann und mit meinem Vermieter ja bisher auch keine solche Vereinbarung besteht und ich einer Änderung erst zustimmen müsste, was ich nicht machen würde, wird diese Aufgabe weiterhin durch meinen Vermieter erledigt werden müssen.

In eurem Fall würde ich überlegen, ob es dem Hausfrieden nicht dienen würde, wenn jede Partei einfach jeden Monat 10 Euro bezahlt und die Leute, die die Hausreinigung übernehmen, gefragt werden, ob sie sich wöchentlich darum kümmern, dass die Mülltonnen vor dem Haus stehen, wenn die Müllabfuhr ihren Termin zur wöchentlichen Abholung wahrnehmen möchte. Oder ob sich für den Betrag jemand im Haus findet, der die Mülltonnen dann eben zeitlich passend vor das Haus stellt.

Ach ja würde ich in eurem Haus wohnen und es gäbe klar die Vereinbarung, jeder Mieter muss mal die Tonnen raus stellen, würde ich es gar nicht einsehen, dass ich das ständig mache, während andere den Dienst einfach schleifen lassen.

» XL » Beiträge: 680 » Talkpoints: -0,02 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Die Mülltonnen selbst stellt bei uns der Hausmeisterservice raus. Rein gestellt werden sie von einem Mieter, sobald die Abfallwirtschaft sie entleert hat. Allerdings haben wir gelbe Säcke, die jeden Monat eine andere Mietpartei vor die Tür stellen muss. Dazu gibt es einen Plan, der im Hausflur hängt und auch jede Mietpartei bekommt eine Kopie davon in den Briefkasten. Das klappt soweit auch immer, dass die gelben Säcke pünktlich vor der Tür liegen.

Allerdings muss da eben eine einheitliche Regelung her und man kann kaum zwei oder drei Mietparteien in die Pflicht nehmen und die anderen freuen sich darüber, dass sie nicht dabei sind. Aber das muss halt auch der Vermieter regeln, wer wann die Mülltonnen vor die Tür stellt.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Wir hatten das bisher immer so (wenn es von den Mietern zu leisten war), dass jeder gleichmäßig dafür verantwortlich war. Nicht anwesend zu sein, entbindet keinen Mieter von seinen Pflichten. Daher wurde dann immer abgesprochen, welche andere Mieter das übernimmt. Je nach Umfang und Häufigkeit wurde das entweder als Nachbarschaftshilfe oder gegen Geld oder eben einen anderen Ausgleich übernommen.

Ein ähnliches Beispiel habe ich selbst, da betrifft es nicht den Müll sondern die Reinigung des Treppenhauses. Meine direkten Nachbarn sind sechs Monate im Jahr verreist. Ich putze nun garantiert nicht die Treppe sechs Monate im Jahr jede Woche und die anderen sechs Monate alle 14 Tage. Geld möchte ich auch nicht haben, daher haben wir uns eben anders geeinigt. Sechs Monate gehen sehr schön auf, daher putze ich ein halbes Jahr jede Woche, die andere Jahreshälfte übernehmen die Nachbarn im Gegenzug das Treppenhaus allein.

Alles ist Verhandlungssache. Als Mieter übernimmt man eben auch Pflichten. Bei Mietern, die ihrer Pflicht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachkommen, ist es eher wahrscheinlich, dass die Hausgemeinschaft das auffängt. Aber die müssten ansonsten auch jemanden für Jobs wie Schnee räumen, Treppe putzen oder Mülltonnen stellen finden und gegebenenfalls auch bezahlen. Warum soll das abwesenden Mietern anders gehen?

» cooper75 » Beiträge: 13432 » Talkpoints: 519,92 » Auszeichnung für 13000 Beiträge



Ich finde es schon etwas merkwürdig, dass in deinem Haus offensichtlich keine vernünftige Regelung für ein solch banales Problem gefunden wird. Die bisherige Regelung finde ich auch etwas unglücklich. Auf der einen Seite wurde auf deinen Vormieter scheinbar Rücksicht genommen, allerdings sind die anderen Bewohner scheinbar auch nicht fähig oder Willens, sich um die Mülltonnen zu kümmern. Abgesehen davon war es schon bei deinem Vormieter nicht gerecht, ihn einfach aus dieser Pflicht zu entlassen, während die anderen dann dafür zur sorgen hatten, dass die Tonnen herausgestellt werden.

An welchem Tag kommt bei euch denn die Müllabfuhr? Du schreibst, dass keiner bereit ist, am Wochenende zu Hause zu bleiben, um die Tonnen herauszustellen. Das ist ja auch verständlich, aber wo kommt die Müllabfuhr denn regelmäßig am Wochenende? Ich kenne es nur, dass die Müllabfuhr auch samstags arbeitet, sofern es in der Woche einen Feiertag gab, an dem nicht gearbeitet wurde. Sonntags kommt sie ohnehin nicht. Ansonsten werden die Mülltonnen doch normalerweise von Montag bis Freitag abgeholt. Wieso muss man da über das Wochenende zu Hause bleiben, um die Tonnen herauszustellen? Man kann das doch morgens machen bevor die Müllabfuhr kommt.

Hier gibt es solche Problemchen zum Glück nicht. Es gibt hier auch keinen Vermieter und jeder kümmert sich selbst um seinen Müll. Pro Wohnung gibt es eine Mülltonne, die dann jeder selbst an die Straße stellen und anschließend zurückstellen kann. Manche Nachbarn stellen nicht nur ihre Tonnen an die Straße und später wieder zurück, sondern auch die der anderen. Ich stelle meistens meine eigene Tonne heraus. Manchmal stelle ich nach der Abholung des Mülls auch andere wieder zurück, aber nur von Nachbarn, die ich gut leiden kann. Wenn ich meine Tonne nicht rausstellen würde, würde ein Nachbar das sicher machen und wenn nicht, wäre das eben mein Problem. Darunter leidet dann sonst niemand.

In deinem Haus wäre es wohl das Beste, wenn herumgefragt wird, ob jemand die Tonnen regelmäßig und zuverlässig gegen einen bestimmten Geldbetrag herausstellen würde. Vielleicht ist ja jemand von den dauerhaft anwesenden Mietparteien dazu bereit. Das Geld wird dann einfach von denjenigen bezahlt, die keine Zeit oder kein Interesse daran haben, die Tonnen herauszustellen. Das ist eine gerechte Lösung. Ungerecht hingegen wäre es, einfach jemandem diese Aufgabe aufzubürden und ihm nichts dafür zu geben und auch keine anderen Vorteile einzuräumen. Da würde ich mich an Stelle der Betroffenen auch aufregen und veräppelt fühlen.

Benutzeravatar

» Cologneboy2009 » Beiträge: 14210 » Talkpoints: -1,06 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ich habe schon viel verschiedene Regelungen mit erlebt. Entweder hatte jeder seine eigene Tonne für die er verantwortlich war und die er an die Straße setzte oder es war so, dass eine Partei im Haus war, die dafür verantwortlich war. Diese Partei hat aber auch immer das Treppenhaus geputzt und das bisschen Unkraut auf dem kleinen Vorgartenbeet gezupft. Auch im Winter hatte diese Partei immer Winterdienst. Es war zwar nicht direkt ein Hausmeister, also mit anderen Sachen durfte man ihm nicht kommen, aber er hat Geld dafür bekommen, wenn er das alles machte. Das wurde dann auf die Parteien umgelegt.

Dann habe ich auch in einem Haus gewohnt, wo man sich abwechselte. Jede Partei war eine Woche dran den Müll rauszubringen. Das war immer dann, wenn man auch dran war das Treppenhaus zu wischen und im Winter den Schnee zu schaufeln. Hier in der Wohnung ist ein Hausmeister der das macht und der sich um alles rund um das Haus kümmert. Auch um den Müll.

Schwierigkeiten gab es bisher in keinem Haus und niemals habe ich erlebt, dass der Müll mal nicht an der Straße stand und ich denke, dass man sich einfach nur absprechen muss.

Benutzeravatar

» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


Die Absprache stimmt in diesem Haus nicht. Ich finde dies auch sehr als Ausrede, dass man sehr oft weg ist. Man kann die Aufgabe gerne an einen Nachbarn weiter geben, wenn man wegfährt. Allerdings muss man dann auch damit rechnen, dass man irgendwann für diesen Nachbarn die Mülltonne herausbringen muss.

Unsere Mülltonnen stehen vor dem Haus, sodass es das Problem nicht gibt und ganz ehrlich bin ich darüber sehr froh. Besonders wenn ich daran denke, dass viele andere auch so argumentieren könnten, wie du es hier getan hast.

» iggiz18 » Beiträge: 3366 » Talkpoints: 4,66 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



@XL: Ich bin ja von den anderen Parteien noch gar nicht darauf angesprochen worden, da mein Vormieter wegen seiner häufigen Abwesenheit nicht an der Verteilung teilgehabt hat. Wenn jetzt jemand von denen, die an der Reihe sind, nicht da ist, dann werden die Tonnen natürlich nicht geleert.

Natürlich kann ich verstehen, dass du meinst, du siehst es nicht ein, wenn jemand den Dienst ''schleifen'' lässt, aber Tatsache ist eben, wer nicht da ist, kann auch keine Mülltonnen rausstellen. Und da es hier im Haus offenbar viele Parteien gibt, die häufiger abwesend sind, kann man das nicht jedesmal regeln, in dem man mit anderen tauscht oder so. Irgendwann wird das eben auch zu unübersichtlich und man kann sich nun mal auch nicht darauf versteifen, dass XY die Tonnen rausstellt, wenn er oder sie gar nicht da ist.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Wenn es diesen Dienst aber nun mal für jede Partei im Haus gibt, dann muss auch jede Mietpartei dafür Sorge tragen, dass die Mülltonnen an ihrem Termin auch raus gestellt werden. Nicht da sein als Ausrede (eine Entschuldigung ist das nämlich in dem geschilderten Ausmaß nicht mehr) ist ziemlich mies und es entstehen allen anderen Mietparteien dadurch Nachteile. Dann muss man eben einen Dienst beauftragen oder den Nachbarn bitten oder oder oder. Möglichkeiten gibt es viele. Aber einfach zu erwarten, irgendjemand wird das schon machen, das kann wohl kaum die Lösung sein.

Und genauso würde ich als alleinstehende Mietpartei, die quasi immer zu Hause ist, nicht selbstverständlich die Tonnen raus stellen. Sondern eben nur in den Wochen, in denen ich laut Plan dran bin oder wenn man mich ausdrücklich und höflich darum gebeten hat. Und das letztere wahrscheinlich auch nur, wenn es nicht ausartet und ich quasi jede Woche die Tonnen raus stellen müsste.

Ach ja beim Müll ist es nun so, dass der eben stehen bleibt und irgendwann eben voll ist und man trotzdem jede Leerung zahlt. Andere Dienste, die rotierend vergeben werden, sind ja zum Beispiel auch Winterdienste. Würdest du den dann auch einfach ausfallen lassen, weil du halt eben nicht daheim bist und den Dienst nicht machen kannst? Beziehungsweise wie würdest du es sehen, wenn du mit zwei Krücken nach Hause kommst, dich eh kaum halbwegs auf den Beinen halten kannst, es die Nacht vorher geschneit hat, wie die Tage davor auch und nur vor eurem Haus so viel Schnee liegt, der noch dazu auf einer festgetretenen Eisschicht liegt, weil die für die Reinigung zuständigen Nachbarn halt eben nicht da sind?

Der Dienst mit den Mülltonnen war ja scheinbar vor Einzug und wohl auch vor dem Unterschreiben des Mietvertrags bekannt. Wenn du dich vorher weißt, dass du die Hälfte Zeit des Jahres nicht da bist, warum hast du dem dann so bereit willig zugestimmt?

» XL » Beiträge: 680 » Talkpoints: -0,02 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Wieso kann man das nicht? Wenn die der Mietvertrag oder die Hausordnung eine wirksame Regelung zu solchen Aufgaben enthält, dann ist es Sache des Mieters, wie er das hin bekommt. Abwesenheit ist kein Grund, diese Aufgaben nicht zu erfüllen. Warum sollten das andere Parteien, die ebenso viel zahlen, für Mieter mit Ausrede übernehmen?

» cooper75 » Beiträge: 13432 » Talkpoints: 519,92 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^