Mutter erlaubt mir nicht, die Küche zu benutzen

vom 10.10.2014, 17:04 Uhr

Leider gibt es bei uns das Problem, dass meine Mutter nicht erlaubt, dass ich die Küche benutze. Meine Mutter ist Hausfrau, weshalb sie die Küche automatisch auch als ihr Revier ansieht. Sie kann es nicht leiden, wenn jemand länger als nötig dort ist und am liebsten möchte sie alle Aufgaben alleine erledigen. Zwar darf man sich etwas aus dem Kühlschrank holen, wobei es das im Großen und Ganzen eigentlich auch war. Man darf teilweise nicht einmal selbst sein dreckiges Geschirr in die Spülmaschine räumen, da sie schreckliche Angst davor hat, dass man die Spülmaschine kaputt machen könnte, weshalb sie das immer selbst machen möchte.

Nun ist es bei uns so, dass meine Mutter immer nur für meinen Vater und sich kocht. Ich bin Vegetarier und esse auch am liebsten italienische Gerichte, wobei mein Vater jeden Tag sein Fleisch braucht und auch immer nur Hausmannskost ist, was ich jedoch gar nicht mag. Dabei schmeckt ihm auch grundsätzlich nichts, was ich mag und von daher esse ich dann immer etwas anderes.

Da unsere Küche jedoch relativ neu ist und ziemlich teuer war, hat meine Mutter panische Angst, dass ich den Herd zerkratzen könnte, weshalb ich den Herd normalerweise auch nicht nutzen darf. Von daher bietet sie mir dann immer großzügig an, ich könne mir eine Tiefkühlpizza, Pommes oder irgendeinen Tiefkühl-Auflauf im Backofen machen. Allerdings ist das eben täglich so.

Ich habe jedoch auch nicht ständig Lust auf solches Fertigessen und kann außerdem auch gut selbst kochen, was ich auch gerne tun würde. Ich verlange nicht einmal von meiner Mutter, dass sie mir etwas macht, da ich das selbst kann. Allerdings wird sie dann immer wütend und schlägt mir vor, ich solle mir doch ein Brot schmieren. Und als letztens mein Freund bei mir war und wir etwas kochen wollten, hat sie doch tatsächlich den Vorschlag gemacht, wir sollten uns doch Pizza bestellen oder uns einen Döner holen. Dabei kommen diese Vorschläge regelmäßig von ihr, wenn ich alleine nach Hause komme, wobei ich doch etwas geschockt war, als sie das nun auch gesagt hatte, als mein Freund bei mir war.

Einige Male haben wir es geschafft, meine Mutter zu überreden, uns die Küche zu überlassen, als mein Freund bei mir war und wir "durften" uns dann auch etwas kochen. So richtig Spaß hatte das jedoch auch nie gemacht, da meine Mutter dann alle zwei Minuten "zufällig" etwas aus der Küche holen wollte. Außerdem dürfen wir auch nie abends etwas kochen, mit der Begründung, dass das so fürchterlich über Nacht stinken würde.

Ich würde unheimlich gerne öfters selbst kochen, da mir das Spaß macht und da ich eben auch nicht ständig zu Fertigessen greifen möchte. Allerdings geht das schlecht, wenn ich den Herd nicht nutzen darf. Und mir ständig Essen kaufen, geht auch schlecht, da ich von meinen Eltern nicht einen Cent bekomme und ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust, das ganze Geld von meinem Nebenjob nur für Essen auszugeben. Das wird ja auf Dauer auch teuer, wenn man das mehrmals die Woche macht.

Bevor nun wieder Kommentare kommen, dass ich doch ausziehen solle, schreibe ich lieber gleich, dass ich permanent auf der Suche nach einer Wohnung bin und auch mehrere Wohnungsbewerbungen derzeit offen habe. Was soll ich jedoch in der Zeit tun, in der ich noch zu Hause wohnen muss?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



Würde denn deine Mutter dir etwas kochen, wenn du ihr sagst, was du essen möchtest? Wenn nein, überlege mal, ob du dir nicht eine Doppelkochplatte kaufen kannst. Die gibt es unter 20 Euro bei Amazon. Ich weiß ja nicht, ob du einen Kochtopf, Pfanne und Geschirr hast. Aber da du irgendwann sowieso ausziehst, wenn du eine Möglichkeit bekommst, könntest du dir schon wenige Sachen kaufen. Fragt sich nur, ob deine Mutter das akzeptieren würde, wenn du in deinem Zimmer kochst. Kochplatte.

Deine Eltern können doch nicht von dir erwarten, dass du nur Fertiggerichte isst und noch alles selbst bezahlen musst. Mit welcher Begründung unterstützen sie dich nicht? Bekommst du denn wenigstens das Kindergeld oder halten sie das auch fest? Ich würde es noch einmal versuchen, mit deiner Mutter zu sprechen. Sie muss doch einsehen, dass du nicht nur ungesund leben kannst von Fertiggerichten.

Hast du auch keine Verwandten in der Nähe wohnen, die dir irgendwie weiterhelfen könnten? Vielleicht gibt es da eine Möglichkeit, selbst zu kochen oder mitzuessen, wenn die vielleicht selbst Vegetarier sind oder eben anders kochen, als deine Mutter.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Ich kann es noch irgendwo nachvollziehen, wenn sich jemand übertriebene Sorgen um seine neue Küche macht. Was ich aber überhaupt nicht nachvollziehen kann ist, dass sich deine Mutter keine Sorgen um deine Gesundheit macht. Denkt sie denn gar nicht darüber nach, was das für Folgen für dich hat, wenn du dich nur von Fertigfutter und Fast Food ernährst und dich zwischendurch an Süßigkeiten überfrisst?

Wenn es nichts bringt mit deiner Mutter ein klärendes Gespräch zu führen würde ich in dem Fall wohl auch eine eigene Kochplatte anschaffen. Vielleicht könnt ihr euch aber auch auf Küchenregeln einigen, an die sich beide Seiten dann halten müssen? In meiner Jugend hatte ich da auch Absprachen mit meinen Eltern. Wenn ich mit Freunden Pizza gemacht habe oder Kekse gebacken habe oder irgendwas in der Art war klar, dass wir danach alles wieder sauber machen und Bescheid sagen müssen, wenn wir irgendwas leer gemacht haben.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Das finde ich echt übertrieben, dass du Zuhause nicht die Küche benutzen darfst. Ich finde es auch übertrieben, wie sich deine Mutter um ihre neue Küche so viele Gedanken macht, denn immerhin ist eine Küche dazu da, dass man sie eben benutzt und gebraucht, da kann es eben zu Gebrauchsspuren kommen. Das macht die Küche aber nun nicht weniger minderwertig, wenn man sie wieder reinigt. Und das würdest du nach der Nutzung bestimmt tun, oder etwa nicht? Hast du deine Mutter schon gesagt, dass dir das Fertigessen nicht mehr schmeckt?

Die Idee mit der Kochplatte finde ich gut. Irgendwie würde ich aus Protest diese Kochplatte in die Küche stellen und damit anfangen zu kochen. Wenn sich deine Mutter das sehen würde, dann würde ihr wohl vielleicht auch auffallen wie überzogen ihre Reaktion ist. Oder etwa nicht? Was meinst du denn dazu? Wenn deine Mutter eine Hausfrau aus Leidenschaft ist, dann kann sie dir vielleicht auch einige Gerichte zubereiten, das ist eine gute Idee von Cid. Eventuell könntest du vielleicht sogar am Wochenende zum Beispiel schon Gemüse schneiden, welches sie für dich dann einfach zu einem leckeren Gericht zubereitet.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9232 » Talkpoints: 24,53 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Schön, dass Du auf Wohnungssuche bist und mehrere Bewerbungen für Wohnungen abgeben konntest. Aber selbst, wenn Du eine bekommst, so kannst Du jetzt ja nun nicht nur abwarten und Dich von eher ungesundem Essen ernähren. Ab und zu eine Tiefkühlpizza sollte zwar möglich sein, aber doch lang nicht eine dauerhafte Lösung sein. Außerdem verbreiten doch auch solche Tiefkühlgerichte, die im Backofen aufgebacken oder aufgewärmt werden doch auch Schmutz und wenn es doch nur Fettspritzer sind, die sich häufen und nicht bei sofortiger Reinigung festbrennen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dies Deiner Mutter Recht ist.

An sich sollte Deine Mutter doch froh sein, dass Du gern kochst und dadurch nicht verhungern wirst. Und ich denke, es geht doch auch als Mutter darum, seinen Kindern Kenntnisse zu vermitteln, die sich erst dann festigen, wenn sie das Equipment mit verwenden dürfen - also dann eben das Kochfeld, Arbeitsgeräte und so weiter. Das sind nun keine Dinge, die man nicht wieder sauber bekäme und letztendlich ist doch eine Küche so etwas wie ein Gebrauchsgegenstand. Sprich, der sollte nicht nur schön aussehen, sondern auch benutzt werden. Allerdings scheint Deine Mutter da nicht mit sich reden lassen, sondern eben auf ihre Meinung zu beharren.

Bis zur eigenen Wohnung mit eigener Küche kann noch viel Zeit ins Land gehen. Die Idee mit der Kochplatte ist nicht schlecht, aber ich kann mir vorstellen, dass die Eltern hier auch eher dagegen sind, immerhin könnte man ja vergessen, die Herdplatte auszustellen und damit die Wohnung in Brand setzen. Und man will ja nicht nur ein, zwei Töpfe benutzen, sondern auch etwas aufwendiger kochen. Zudem schrieb die Erstellerin dieses Threads davon, dass ihr Zimmer nicht sonderlich groß sei. Ehrlich, ich fände es schwierig, das Ganze unterzubringen beziehungsweise eben dann umzusetzen. Ein bisschen mehr Vertrauen in die eigene Tochter sollte man da schon haben, aber den Pizzaservice und anderes Fast Food zu empfehlen, ist wirklich eher skurril und an sich untragbar.

Ich kann hier leider nichts raten, außer abwarten und Tee trinken. Heimlich kochen geht natürlich nicht, vor allem, wenn man gemeinsam kochen will und die Mutter dann aus dem Haus zu locken und sie beispielsweise ins Kino einzuladen, um da freie Bahn zu haben. Aber das kann man doch nun auch nicht jedes Mal machen, wenn man in die Küche will und eigenständig dort hantieren mag.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Bei meinem Mann war es ähnlich, als er noch bei seiner Mutter lebte. Jedes Mal, wenn er in die Küche gegangen ist, musste sie hinterher und gucken und fragen, was er da macht. Dabei lag es nicht mal daran, dass die Küche teuer, neu oder sauber war. Im Gegenteil. Ich fand sie sogar recht eklig. Im Bad hatte ich mal eine Wasserflasche stehen gelassen, die ich auffüllen wollte. Damit kam sie später fast panisch in sein Zimmer gestürmt. Wo denn diese Flasche herkäme und was es mit der auf sich habe.

Ich fand das extrem seltsam. Mein Mann und seine Mutter waren Familie, aber sie lebten zusammen, als hätte sie ihm nur sein Zimmer vermietet, weil sie Geldnot hatte. Die beiden haben auch kein sonderlich herzliches Verhältnis und reden nur über Oberflächliches.

Also obwohl ich eine ähnliche Situation kenne, kann ich gar nichts raten. Ich bin fassungslos und kann nicht verstehen, wie aus dem Zusammenleben von Mutter und Tochter so etwas entstehen kann. Wie beginnt so etwas? Warum hat das nicht gleich am Anfang wieder aufgehört, weil doch offensichtlich ist, wie absurd es ist?

Was sagt denn deine Mutter, wenn du ihr erklärst, dass du dich damit nicht wohl fühlst? Dass du dich nicht zuhause fühlst? Dass du nur noch davon träumst, endlich auszuziehen? Meine Mutter war nicht scharf darauf, dass ich möglichst schnell ausziehe. Also ich würde mal mit ihr reden. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass du das noch nicht versucht hast. Also wie gesagt, ich bin fassungslos.

Ich denke, ich würde auf solche Absurditäten, bei denen ich behandelt werde wie ein kleines Kind wohl ebenso reagieren. Trotzig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mir dann untertänig ein Fertigessen in den Ofen schiebe. Oder dass ich meine Freizeit überhaupt "zuhause" verbringe und meinen Freund dorthin mitnehme. Mein Mann hat dann damals auch immer mehr Zeit bei mir verbracht und ist bei der ersten Gelegenheit bei mir eingezogen.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ich muss zugeben, dass meine Küche auch mein Heiligtum ist und wenn da jemand drin wirtschaftet, muss er sich auch gefallen lassen, dass ich da sehr kritisch bin. Denn wenn jemand sich was zubereitet und die Küche sieht hinterher nicht wieder so aus wie ich sie verlassen habe, kann ich schon ungemütlich werden.

Wir wissen alle nicht, was bei dir zuhause wirklich los ist. Wenn es so ist, wie du hier schilderst, würde ich ehrlich gesagt lieber irgendwo bei Bekannten im Keller hausen als zu hause. Aber ich denke, wenn deine Eltern über das gleiche Thema schreiben würden, dann würde wahrscheinlich jeder sagen, was du doch für eine schlimme Tochter bist. Was ich damit sagen will ist, dass man hier überhaupt keinen verurteilen darf, wenn man nicht auch deine Eltern anhört. Es hört sich erst mal alles fürchterlich an, was du hier schreibst und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man dann noch zu hause aushalten kann ohne mal auf den Putz zu hauen.

Deswegen halte ich gar nichts davon, wenn man jetzt deine Mutter hier verurteilt. Denn man weiß nicht, wie sie die Sache sieht. Abends noch kochen, wenn nicht richtig gelüftet wird ist wirklich nicht angenehm. Aber auch da weiß man nicht, wie du dich in der Küche verhältst. Wenn einmal jemand in meiner Küche ein Chaos hinterlassen würde, würde ich diesem auch auf die Finger schauen.

Ich denke, dass auch deine Eltern einen Grund haben, wenn sie so handeln, wie du hier schreibst.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Die bereits erwähnte Kochplatte kannst du ja sogar in dein Zimmer stellen. Dann musst du nicht mal in der Küche kochen. Fragt sich dann nur, wie du an fließendes Wasser kommst, zum Beispiel um das Gemüse zu waschen. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass du nach dem Kochen gründlich lüften musst, da dadurch viel Wasser verdunstet. Das tut deinem ohnehin Schimmel gefährdeten Zimmer sonst nicht gut.

Was hier noch nicht erwähnt wurde: Die Mensa deiner Uni. Dort kann man gut und preiswert essen und die meisten Mensen haben auch vegetarische Gerichte im Angebot. Bei uns haben die auch in den Ferien offen. Und wenn einem dann zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, nimmt man seinen Lernstoff in die Uni mit und isst dort dann auch.

Ansonsten würde ich vielleicht eher einen Salat essen, wenn man gar nicht kochen kann, statt sich dauernd Fast Food wie Döner zu holen.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Diamante hat geschrieben:Was ich damit sagen will ist, dass man hier überhaupt keinen verurteilen darf, wenn man nicht auch deine Eltern anhört.

Das ist sicherlich immer ein guter Rat. Es gehören halt immer zwei dazu und sollten dementsprechend angehört werden. Aber grundsätzlich ist es doch so, dass die Küche nicht der Mutter gehört. Wenn man als Familie zusammenlebt, gehören Küche und Bad allen Familienangehörigen. Die einen können den anderen nicht den Zugang oder die Nutzung verweigern.

Wenn die Küche nach der Benutzung nicht aufgeräumt wird, wäre jede andere Strafe sinnvoller als dem Kind eine gescheite Nahrungsaufnahme zu verweigern. Da kann man ja dann von Glück reden, dass das Bad nicht das Heiligtum der Mutter darstellt und ihr Kind noch auf´s Klo gehen darf.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


@ Bienenkönigin: du hast vollkommen Recht, was die Nutzung im Normalfall angeht. Aber dennoch kann man sich kein Urteil erlauben, warum die Mutter so reagiert. Denn auch wenn die Threaderstellerin noch zu hause wohnt, heißt das ja nicht, dass sie alle Rechte hat. Wenn ein Mensch meint, dass man alles Positive herauspicken muss, wenn man zu hause wohnt und sonst nichts macht, dann kann auch der Hausherr bestimmen.

Man weiß nur, was die Threaderstellerin schreibt und sonst nichts und da sollte man mit Ratschlägen eben auch vorsichtig sein. Wenn man die anderen Threads von Prinzessin_90 liest, dann fragt man sich schon, was einen noch zu hause hält und das wird ja nicht erst seit einem Jahr sein, dass die Eltern sich so verhalten. Und in mehreren Jahren sollte man schon eine Wohnung finden. Alles zusammen gelesen, bin ich nun doch skeptisch geworden, ob die Eltern nicht auch einen Grund haben so zu handeln.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge


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