Alte, baufällige Häuser kaufen und sehr günstig vermieten?

vom 04.10.2014, 13:29 Uhr

Wenn man solche Immobilien in einer Universitätsstadt hat, wo es wirklich extremen Wohnungsmangel gibt, dann schrauben die Mietinteressenten ganz schnell ihre Ansprüche runter. Mir fiel bei dem Beitrag hier spontan Jena ein, wo das Wohnungsproblem seit Jahren vorhanden ist. Da bezahlt man für eine kleine Wohnung mit zwei Zimmern mehr Kaltmiete, als ich hier für die doppelte Größe an Warmmiete bezahle.

Und solange die Fenster und das Dach dicht sind, Dusche, Toilette und Heizung funktionieren, würden mich wohl unverputzte Wände in dem Alter als Student auch nicht stören. Da geht es einfach nur darum halbwegs nah an der Universität zu sein und wenig Geld zu bezahlen.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Versuchen kann man das sicherlich einmal, aber ich glaube nicht wirklich dass man damit tatsächlich Geld verdienen kann. Für mich wäre auch eine Horrorvorstellung mich ständig mit unzufriedenen Mietern herumärgern zu müssen was einfach absehbar ist wenn es sich um völlig verkommene Wohnungen handelt.

Wer zieht in solche Wohnungen ein? Vernünftige Leute doch eher nicht, auch Studenten nicht wenn nicht gerade eine absolute Knappheit an Wohnraum in Ballungsgebieten vorherrscht. Ich muss also vorwiegend mit einer Klientel aus Sozialhilfeempfängern, Mietnomaden und Säufern rechnen. Und mit denen soll ich mich ständig auseinandersetzen? Niemals, die sind im Umgang mit Forderungen geschult. Wenn ich Pech habe kommt keine Miete und ich kann sie nicht loswerden weil sie einfach nicht ausziehen. Oder sie sind irgendwann plötzlich verschwunden und verlassen ein noch größeres Chaos in den Wohnungen oder auf dem Grundstück.

Ich habe ja selbst ein altes Haus und weiß was ich da in den letzten Jahren investieren musste um es in einem guten Zustand zu halten. Deshalb weiß ich auch was Handwerker kosten und dass selbst kleinste Reparaturen ordentlich ins Geld gehen. Das kann niemals durch die Miete abgedeckt werden. Für mein neues Dach als Grundvoraussetzung für trockenes wohnen bezahlte ich vor einigen Jahren knapp 17 000 Euro, da kann sich jeder ausrechnen bis das durch die Miete wieder hereingeholt wird. Und da war noch nicht einmal der Dachstuhl dabei. Pro Fenster kann man auch durchaus einen Tausender rechnen und alte Häuser haben oft sehr viele Fenster die nicht den Standartmaßen entsprechen.

Bei solchen billigen Häusern kann man davon ausgehen dass dieser dann auch durch und durch marode und schon gar nicht gedämmt sind. Selbst wenn die Zinsen momentan gering sind, ohne Tilgung bezahlt man bei 20 000 Euro garantiert nur an Zinsen jedes Jahr 1000 Euro. Dazu kommen noch die anderen Kosten falls das Haus auch auf Pump gekauft wurde.
Wenn ich mir die hier angebotenen Häuser ansehe die es für bis zu 20 000 Euro zu kaufen gibt dann sind das durch die Bank Bruchbuden. Der Sanierungsbedarf ist erheblich und wenn ich dann sehe wie Risse durch die Wände gehen dann weiß ich auch was dahinter steckt.

Hier im Osten ist es noch günstig Häuser zu kaufen weil die Alten wegsterben und die Kinder an den Immobilien nicht interessiert sind weil sie längst woanders hingezogen sind. Es gibt ein deutliches Überangebot was sich natürlich auch auf die Mieten niederschlägt, die sind eh schon relativ gering. Deshalb würden sich meines Erachtens doch viele zukünftige Mieter sagen dass der eine Euro pro Quadratmeter mehr auch noch im Monat abfällt und man dafür eine vernünftige Bleibe hat in die man auch einmal Freunde einladen kann die nicht gerade dem Trinkermilieu zuzuordnen sind.

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» hooker » Beiträge: 7217 » Talkpoints: 50,67 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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