Betriebskostenabrechnung erhalten, kein neuer Mietabschlag

vom 25.07.2014, 18:18 Uhr

@iggiz18: Also Punktedieb ist eine sie :wink: nur mal so nebenbei. Und soweit ich das hier mitbekomme bei meinem Bekannten, senken auch die Wohnungsgenossenschaften keine Nebenkostenpauschalen, wenn die Mieter sehr viel Geld zurück bekommen. Das Gespräch hatten wir jetzt erst, wobei die beiden Bekannten auch unterschiedliche Gesellschaften haben und ich habe eine Privatperson als Vermieter.

Man kann also nicht pauschal sagen, dass bei jeder Abrechnung immer und überall die Nebenkosten angepasst werden. Und wenn ein Vermieter das nicht tut, kann man eben als Mieter noch den Wunsch anmelden, dass man weniger bezahlen möchte. Ob das gut ist oder nicht, möchte ich nicht beurteilen. Ich selbst fände eine Anpassung eher schlecht, wenn ich dann wieder mit einer größeren Nachzahlung rechnen müsste.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Es kommt darauf an wie hoch die Rückzahlung ist und was der Vermieter an zukünftigen Nebenkosten erwartet. Einige Nebenkosten sind ja langfristig vereinbart, aber andere wie die Heizkosten können ja jedes Jahr drastisch variieren, abhängig davon wie sich die Preise und vorallem der Verbrauch entwickelt.

Daher wird zumindest bei kleinen Guthaben meist keine Anpassung vorgenommen, da der Vermieter erwartet, dass sich auf Grund steigender Kosten diese Guthaben im nächsten Jahr nicht mehr ergeben wird. Was da toleriert wird, legt der Vermieter selber fest.

» Klehmchen » Beiträge: 5494 » Talkpoints: 1.015,07 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Wir sprechen von einem Guthaben von 250 Euro. Ich habe aber auch schon von Betriebskosten als Rückzahlung von knapp 600 Euro gehört. Bei kleinen Beträgen unter 100 Euro würde ich ja auch eine Anpassung komisch empfinden, aber ich bin nun kein Vermieter. Wir können es also nur erahnen, warum er es nicht angepasst hat.

» iggiz18 » Beiträge: 3366 » Talkpoints: 4,66 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Dann rechne es mal anders herum. 250 Euro sind um die 20 Euro im Monat. Je nach dem was in den Betriebskosten mit drin ist, kann eine solche Rückzahlung schon mit wenigen Wochen Krankenhausaufenthalt entstanden sein. Dann war ein milder Winter, man hat weniger Heizung verbraucht. Und alle Energieversorger kündigen gerade an, dass die Kosten steigen werden. Da würde ich bei 20 Euro auch zweimal überlegen, ob ich den Abschlag runter setzen würde. Noch dazu wenn mein Mieter ja so oder so in wenigen Wochen auszieht.

Ansonsten gibt es so viele andere Optionen, dass wir tatsächlich eine sehr gute Kristallkugel haben müssten, um voraussagen zu können, warum der Vermieter deines fiktiven Herrn B. die Betriebskosten nicht abändert.

» XL » Beiträge: 680 » Talkpoints: -0,02 » Auszeichnung für 500 Beiträge



iggiz18 hat geschrieben:Wir sprechen von einem Guthaben von 250 Euro.

Ja und? Das mag für dich viel Geld sein, für einen Vermieter sind es gefühlt Peanuts. Zudem muss man wie XL schon sagte, dass ganze ja auch noch auf 12 Monate herunterrechnen. Dann kommt man bei gut 20 Euro an und hier muss man dann auch wieder schauen um was für eine Miete es sich handelt.

Eine kleine Einraumwohnung mit einer Warmmiete von 150 Euro macht eine Anpassung bei 20 Euro schon wahrscheinlicher, als eine große Familienwohnung mit 6 Zimmern, die an die 1.000 Euro warm oder mehr kostet. Bei der kleinen Wohnung mit wenig Wohnfläche ist damit zu rechnen, dass auch starke Preiserhöhungen nur mäßig durchschlagen, da der Verbrauch einfach gering ist, bei der großen Wohnung dagegen, können schon geringe Preiserhöhung hohe Nachzahlungen auslösen, da man diese wesentlich stärker beheizen muss.

Schlussendlich ist der einfachste Weg aber, einfach mal den Vermieter zu fragen, warum er die Miete nicht anpasst. Man kann ja auch selber Anpassungen vorschlagen, wenn man zum Beispiel schlüssig begründen kann, dass man im kommenden Jahr 4 oder 5 Monate im Ausland ist und deswegen so gut wie nichts verbrauchen wird. Aber wie gesagt, dass kann man dann nur persönlich und im Einzelfall klären. Wichtig und vorgeschrieben ist nur, dass das Guthaben ausgezahlt wird oder wahlweise mit der zu zahlenden Miete verrechnet wird.

» Klehmchen » Beiträge: 5494 » Talkpoints: 1.015,07 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Eine kleine Einraumwohnung mit einer Warmmiete von 150 Euro macht eine Anpassung bei 20 Euro schon wahrscheinlicher, als eine große Familienwohnung mit 6 Zimmern, die an die 1.000 Euro warm oder mehr kostet. Bei der kleinen Wohnung mit wenig Wohnfläche ist damit zu rechnen, dass auch starke Preiserhöhungen nur mäßig durchschlagen, da der Verbrauch einfach gering ist, bei der großen Wohnung dagegen, können schon geringe Preiserhöhung hohe Nachzahlungen auslösen, da man diese wesentlich stärker beheizen muss.

Das habe ich nicht beschrieben. Aber ja, es handelt sich um einen Einraumwohnung mit 200 Euro Warmmiete. Somit wäre eine Minderung der Miete doch schon sinnvoll. Immerhin ist dann damit zu rechnen, dass die Person immer weniger verbrauchen wird.

» iggiz18 » Beiträge: 3366 » Talkpoints: 4,66 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


iggiz18 hat geschrieben:Das habe ich nicht beschrieben. Aber ja, es handelt sich um einen Einraumwohnung mit 200 Euro Warmmiete. Somit wäre eine Minderung der Miete doch schon sinnvoll. Immerhin ist dann damit zu rechnen, dass die Person immer weniger verbrauchen wird.

Warum wäre es sinnvoll die Miete zu reduzieren, wenn bei einer zu erwartendende Abrechnungsperiode von neun Monaten für die ersten sechs Monate eh schon die angeblich zu hohe Miete gezahlt wurde? Dann geht es ja für die nächsten drei Monate nur noch um 60 Euro. Dafür würde ich auch keine Anpassung vornehmen. Zumal es sich hier um circa 10 Prozent der Warmmiete handelt bei der Anpassung. 10 Prozent sind durchaus ein üblicher Wert als zu erwartende Preissteigerung bei den Nebenkosten, womit man als Vermieter da eher davon ausgehen würde, dass die aktuell zu hohen Nebenkosten in der nächsten Periode in etwa ausreichen werden um kein Nachforderung entstehen zu lassen.

Dass die Kündigung dabei berücksichtigt wurde glaube ich generell eher weniger. Die Höhe der Warmmiete berücksichtigt sich ja nicht danach wie lange man in einer Wohnung wohnt, sondern nur nach den Nebenkosten. Wenn man zum Beispiel zum März oder April einzieht, wird zunächst trotzdem für die Warmmiete die durchschnittliche Nebenkostenhöhe der anderen Mieter herangezogen. Da könnte man ja genauso auf die Idee kommen und sagen ich will da gleich mal 20 Prozent weniger bei den Nebenkosten zahlen, weil ich ja fast den ganzen kalten Winter nicht in meiner Abrechnungsperiode habe.

Abgesehen davon stellt sich ja auch die Frage, wenn es um eine kleine Wohnung mit aktuell nur knapp über 200 Euro Warmmiete geht, wieviel Spielraum da überhaupt noch nach unten ist, wenn die Miete schon mehrmals nach unten korrigiert wurde. Irgendwann ist da das Potential an Einsparung auch ausgeschöpft und davon ausgehen, dass jemand quasi nicht heizt und kaum Wasser verbraucht wird wohl kein Vermieter.

» Klehmchen » Beiträge: 5494 » Talkpoints: 1.015,07 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Abgesehen davon stellt sich ja auch die Frage, wenn es um eine kleine Wohnung mit aktuell nur knapp über 200 Euro Warmmiete geht, wieviel Spielraum da überhaupt noch nach unten ist, wenn die Miete schon mehrmals nach unten korrigiert wurde. Irgendwann ist da das Potential an Einsparung auch ausgeschöpft und davon ausgehen, dass jemand quasi nicht heizt und kaum Wasser verbraucht wird wohl kein Vermieter.

Das war ja im Grunde genau der Punkt, auf den ich hinaus wollte. Wann ist die untere Grenze erreicht? Gibt es überhaupt eine solche untere Grenze? Dies dachte ich ja auch zeitweise. Ich kann mir aber eben auch vorstellen, dass die Kündigung mit berücksichtigt wurde.

» iggiz18 » Beiträge: 3366 » Talkpoints: 4,66 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Die unterste Grenze ist dann erreicht, wenn nur noch die Gemeinschaftskosten, wie Treppenhauslicht, Müll und dergleichen bezahlt werden müssen. Das würde aber im Umkehrschluss heißen, dass der Mieter weder Wasser, noch Heizung benötigt. Und das wird wohl kaum ein Vermieter annehmen. Selbst wenn wenn man auf der Arbeitsstelle oder im Fitnessclub duschen kann und seine Wäsche im Waschsalon, bei Mama oder am Fluss wäscht.

Mein Mann hat zwar bei seiner alten Wohnung auch kaum Heizkosten gehabt, weil er schön mittendrin gewohnt hat und nicht viel Wärme für sich benötigt hat. Es hat also meist gereicht, was von den Nachbarn durch die Wand und dem Fußboden ankam. Aber Wasser hat er ja trotzdem verbraucht. Und die Heizkosten wurden bei ihm auch nicht auf Null gesetzt, da sich das eben bei einem wirklich kalten Winter auch schnell ändern kann.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


iggiz18 hat geschrieben:Wann ist die untere Grenze erreicht? Gibt es überhaupt eine solche untere Grenze?

Natürlich gibt es die. Unter die Kaltmiete kann man ja gar nicht fallen. Genauso gibt es ja feste Abgaben bei den Nebenkosten um die man gar nicht herum kommt. Der Hausmeister muss bezahlt werden, die Reinigungsgebühren (kann man höchstens senken, wenn man selber sauber macht), Abfallgebühren, Steuern und so weiter. Senken kann man nur die Verbrauchskosten, also Wasser und Heizkosten.

Hier bei uns war das in der Regel so, dass pro Quadratmeter 2 Euro Nebenkosten veranschlagt wurden bei den meisten Vermietern. In aller Regel war davon 1 Euro für die oben genannten Fixkosten gedacht und 1 Euro für Wasser und Heizkosten. Man hätte also im Grunde nur diesen 1 Euro pro Quadratmeter beeinflussen können. Und dann kommt ja auch noch die Frage des Abrechnungsverfahrens dazu. Ein gewisser Teil der Gesamtkosten für alle Parteien im Haus wird ja als Grundkosten umgelegt, das heißt man wird auch am Gesamtverbrauch beteiligt. Also selbst wenn man kein Tropfen Wasser verbraucht und nie heizt, wird man einen geringen Teil an Heiz- und Wasserkosten tragen müssen.

Man kommt also relativ schnell an einer unteren Grenzen an bei den Mietkosten, wenn man nun nicht gerade exorbitante Nebenkosten hat, weil man das ganze Jahr über durchheizt und das Wasser laufen lässt.

» Klehmchen » Beiträge: 5494 » Talkpoints: 1.015,07 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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