Umzugsfinanzierung durch Abtreten alter Möbel an Firma klug?
Mein Onkel ist neulich umgezogen und sollte für den Umzug 800 Euro zahlen. Die Umzugsfirma bot ihm an, einen Preisnachlass zu geben, wenn er die alter Wandpendeluhr mit dem Nussholzgehäuse und einen Nussholzstuhl an sie abtreten würde.
Ist eine Umzugsfinanzierung durch Abtreten alter Möbel an die Umzugsfirma klug oder wird man dabei eher übers Ohr gehauen? Sollte man diese Möbel vorher schätzen lassen oder bringt dies noch weniger und noch mehr Kosten?
celles hat geschrieben:Sollte man diese Möbel vorher schätzen lassen
Was sollte das Schätzen lassen bringen, wenn kein Käufer da ist aber das Geld sofort eingesetzt gehört? Wenn bei der Schätzung z.B. herauskommt, dass die Uhr bei Sammlern 5000 Euro bringen kann - du aber in dem Moment oder auch für längere Zeit eben keinen Sammler finden kannst, der den "Wert" auch bezahlen würde?
Hat dein Onkel hingegen das Geld für den Umzug, dann stellt sich die Frage nicht. Will er die Uhr hingegen sowieso nicht behalten, ist es in jedem Fall "klug", diese auf diese Art zu entsorgen. Hier geht es nicht um einen "korrekten" Ausgleich, sondern um den Ausgleich der gegenseitigen Interessen! Wie könnte man hier über das Ohr gehauen werden? Selbst wenn die Uhr eine Millionen Wert wäre, würde dein Onkel dies aller Voraussicht nach dem Umzug niemals erfahren uns so keinen Gewinn aus der Uhr schlagen. Auf der anderen Seite könnte er die Umzugskosten um 50 Euro senken und sich diesen Betrag sparen. Würdest du - im Fall mit der Millionen von der er nie erfahren würde - in so einem Fall davon sprechen, "über das Ohr gehauen" worden zu sein?
Zunächst einmal sollte man sich fragen, ob man bestimmte Einrichtungsgegenstände überhaupt abgeben möchte. Dieses Angebot ist ja, falls überhaupt, nur dann interessant, wenn man sich von den entsprechenden Dingen auch trennen möchte. Falls man die Sachen unbedingt behalten möchte, sollte einem auch das beste Angebot reichlich egal sein.
Falls man die Möbelstücke grundsätzlich abgeben möchte, spielt es natürlich eine große Rolle, wie gut sich die Stücke verkaufen lassen und welchen Aufwand man dafür betreiben muss, um die Sachen loszuwerden. Je besser man sie mit einem guten Gewinn verkaufen kann, desto uninteressanter ist sicher auch das Angebot der Umzugsfirma. Falls die Gegenstände sich allerdings nur schwer verkaufen lassen, ist es natürlich praktisch, wenn jemand anbietet, sie sofort zu kaufen. In dem Fall hat der Verkäufer keinen Aufwand mit dem Verkauf der Sachen und bekommt schnell seinen Erlös oder, wie im geschilderten Fall, einen Rabatt auf die Rechnung.
Ob man übers Ohr gehauen wird, wenn man die Möbel an die Umzugsfirma abgibt, weiß ich nicht. Natürlich kaufen die keine Sachen aus reinem Altruismus an, sondern sie wollen damit auch noch Gewinn machen. Es ist daher anzunehmen, dass man weniger Geld dafür bekommt als die Sachen eigentlich wert sind. Aber man muss das Kosten-Nutzen-Verhältnis sehen. Man hat selbst keinen Aufwand und kann die Sachen problemlos abgeben. Es stellt sich einfach die Frage, welchen Aufwand man selbst erbringen möchte und ob man mit der gebotenen Summe zufrieden ist.
Es hört sich ja so an, als ob die Firma ungefragt auf deinen Onkel zugekommen ist. In dem Fall wäre davon auszugehen, dass der Onkel finanziell durchaus in der Lage ist, den Umzug auch ohne diesen Deal zu bezahlen. Davon gehe ich zumindest aus, denn warum sollte der Onkel sonst ein Unternehmen beauftragen und nicht einfach in der Familie um Hilfe fragen?
In dem Fall, wenn keine finanzielle Not vorhanden ist, würde ich so ein Angebot nicht so ohne weiteres annehmen. Wie hoch wäre denn der ominöse Nachlass? Wäre er wirklich ein gutes Angebot, zumindest vom Gefühl her? In welchem Zustand waren denn diese Uhr und der Stuhl?
Gerade Uhren können unter Sammlern gute Preise erzielen. Da wäre ich vorsichtig. Ich wäre auch vorsichtig, ein Angebot von einem anzunehmen, der beruflich viel mit solchen Gegenständen zu tun hat und vermutlich den Markt recht gut kennt. Man könnte zum Beispiel mit einem Foto zu einem Uhrmacher oder Antiquitätenhändler gehen und den um seine Einschätzung bitten, wie viel er etwa dafür zahlen würde, weil man sie gerne verkaufen würde. Wenn der dann deutlich mehr Geld nennt, dann kann man den Verkauf ja tatsächlich gleich beim Uhrmacher in die Wege leiten. Das ist keine fachmännische Schätzung, aber immerhin eine Orientierung.
Oder man sieht sich an, was vergleichbare Objekte bei ebay an Verkaufspreisen erzielen. Das ist eigentlich immer eine recht nette Orientierung, wenn auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Wenn es da einen guten Preis gibt, und dein Onkel an einem Verkauf interessiert ist, würde ich ihm das als Neffe so anbieten. Und das Geld, das durch so einen Verkauf in Eigenregie zusätzlich anfällt, das kann man sich ja nach Vereinbarung auch aufteilen.
Solche Kompensationsgeschäfte sind in diesen Kreisen nicht unüblich, aber bei solchen Vorschlägen kann man ziemlich sicher sein gründlich über das Ohr gehauen zu werden. Mittlerweile haben fast jedes Entrümpelungsunternehmen und auch die Umzugsfirmen einen angeschlossenen Laden wo die noch einigermaßen verwertbaren Gegenstände verkauft werden. Bei Ebay sind sie oft präsent und ihre Angebote bei den Antiquitäten sind oft sehr beachtlich. Auch arbeiten sie gerne mit Antiquitätensammlern zusammen, sie kennen also die wahren Preise die dafür gezahlt werden und sie haben auch sehr schnell die Abnehmer dafür.
Das halte ich auch nicht für verwerflich, letztendlich liegt es aber an dem Kunden ob er darauf eingeht. Sicherlich hängt es auch von dem Preisnachlass ab der angeboten wird. So wie das bei den beschriebenen Möbelstücken klingt müsste der eigentlich beträchtlich sein so dass der Kunde mit +/- Null aus dem Auftrag geht. Ich befürchte aber dass es nicht so ein wird. Was für Alternativen bestehen? Sicherlich nicht sehr viele. Wer nicht selbst über die Recherchemöglichkeiten im Internet verfügt und auch niemanden kennt der sich damit auskennt der hat es schwer alles zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen. Erschwerend ist natürlich auch der Zeitdruck, so wie ich es herauslese steht der Umzug unmittelbar bevor und die Zeit drängt damit. Bleibt also nur noch der Anruf beim Antiquitätenhändler der üblicherweise ungefähr ein Drittel des tatsächlichen Wertes bieten wird, wenn überhaupt. Leider tauchen da auch meistens dieselben Leute wieder auf wenn man dafür die in den Tageszeitungen annoncierenden Geschäftemacher anruft.
Ich finde es immer wieder bedauerlich wenn schöne alte Möbel derart verramscht werden und die Kunden so über den Tisch gezogen werden. Wenn in der neuen Wohnung kein Platz dafür ist oder man wirklich kein Interesse mehr daran hat, gut dann muss und kann man sich sicherlich davon trennen. Wenn nicht dann spricht doch nichts dagegen die Sache etwas ruhiger angehen zu lassen und alles erst einmal in die neue Wohnung mitzunehmen und in Ruhe den Wert und die Verkaufsmöglichkeiten auszuloten. Sind die Möbel sehr schön und man hat immer noch seine Freude daran, warum soll man sie dann quasi verschenken? Nur weil der Käufer von der Umzugsfirma so nett ist? Immerhin hängen meistens daran auch jede Menge Erinnerungen und gute Möbel waren auch in der Anschaffung nie billig. Natürlich würde ein adäquater Ersatz wie zum Beispiel eine Wanduhr auch Geld kosten, wahrscheinlich bedeutend mehr als man eigentlich dafür bekommen hat.
Schätzen lassen würde ich diese beiden Gegenstände auf jeden Fall, aber nur wenn es nicht so teuer ist. Manchmal reicht ja schon die Vorlage von ein paar Fotos um einen ungefähren Schätzwert zu bekommen. Dazu muss sich keiner der sogenannten Experten aus dem Laden bewegen. Das man den Schätzwert wahrscheinlich als Privatperson niemals bekommt ist eine andere Frage, aber man hat zumindest eine Hausnummer. Vielleicht ergeben sich ja auch andere Möglichkeiten. So werden in manchen Häusern regelmäßig Auktionen abgehalten und man bekommt dort einen guten Preis weil dort viele Interessenten sind oder man gibt es auf Kommissionsbasis ab.
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