Nachmietersuche als Rachefeldzug?
Ich habe in anderen Threads bereits erwähnt, dass wir Probleme mit unserer Nachbarin haben. Es handelt sich um eine Hausfrau die den ganzen Tag zu Hause rumsitzt und eigentlich nur darauf wartet, dass von uns irgendein Geräusch kommt, über das sie sich beschweren kann. Da ich die Wohnung auch so nicht optimal finde und gerne in eine eigene, etwas größere Wohnung ziehen möchte, habe ich mich daher auch auf die Suche nach einem Nachmieter gemacht, nachdem ich meinen Mietvertrag unterschrieben habe. Da meine Mitbewohnerin noch in der alten Wohnung bleiben möchte, haben wir uns eben nach Studenten umgeschaut, die eine WG beziehen möchten.
Gemeldet haben sich ziemlich viele und alle waren begeistert von der Wohnung, so dass wir jetzt eine ziemlich große Auswahl an Nachmietern haben. Meine Mitbewohnerin findet die meisten davon auch sympathisch und es ist ihr daher eigentlich relativ egal, wem zugesagt wird und wem nicht. Ich habe mich dann auch mit meinem Freund über das Thema unterhalten. Dieser war ganz angetan davon, dass eine der potentiellen Nachmieterinnen einen Hund mitbringen wollte und zudem auch sehr ''trittsicher'' war. Bei der Wohnung handelt es sich um einen Altbau und die Mieter unter uns behaupten, dass sie hören können, dass wir oben in der Wohnung hin und her laufen.
Da wir aber leider nicht fliegen können, muss man damit wohl leben und leider bekommen wir auch mehr von ihnen mit, als uns lieb ist. Im Vergleich zu den anderen Bewerbern, hatten wir bei der Bewerberin die mit Hund einziehen wollte das Gefühl, dass diese sehr fest mit der Ferse auftritt, was unten dann natürlich noch extra laut ankommt. Zudem würde der Hund natürlich Geräusche machen, besonders da in der Wohnung Laminat ausgelegt ist. Mein Freund fand den Gedanken ganz toll, dass wir uns für die Nachmieterin entscheiden, die den meisten Krach machen wird. Dadurch wird die Nachbarin erst merken, wie du sie es eigentlich mit uns hatte, zumal ich nur morgens und spät abends zu Hause war und an den Wochenenden weg war.
Generell fand ich den Gedanken auch recht angenehm, die Nachbarin hat uns das Leben mit ihren dauernden Beschwerden schon irgendwie schwer gemacht und war dabei selbst immer sehr laut. Die Mieter vor uns und auch andere Nachbarn im Haus sind laut eigener Aussage auch wegen besagter Nachbarn ausgezogen und da fand ich den Gedanken amüsant, dass die Nachbarn einfach mal merken, dass sie es mit uns eigentlich nicht schlecht hatten. Irgendwie müssen sie ja auch dazu lernen.
Findet ihr es gemein, wenn man sich trotz vieler potentieller Nachmieter für jemanden entscheidet, der bereits beim Besichtigungstermin überdurchschnittlich laut war und dann eben auch noch einen zusätzlichen Geräuschfaktor mitbringt, einen Hund? Wären mir die Nachbarn jetzt sympathisch oder so, würde ich mich eventuell auch für jemanden anderen entscheiden, aber da deren Vögel auch mehr als genug Lärm machen, fände ich es eigentlich albern auf jemanden zu verzichten, der gerne hier einziehen möchte und einem sympathisch ist, nur weil er laut ist. Würdet ihr euch in diesem Fall bewusst für jemanden entscheiden, der laut ist?
Na du scheinst deine bisherige Mitbewohnerin aber zu mögen. Mal ehrlich, es ist schon irgendwie nachvollziehbar, dass du dich über die Nachbarn geärgert hast, aber wenn du da nun jemanden einziehen lässt, der laut ist, dann tust du der Person dasselbe an, was du auch erleben musstest und ich denke nicht, dass man das machen sollte.
Irgendwie kann ich deinen Gedankengang schon verstehen, dass du dich so quasi an deiner Nachbarin rächen möchtest, indem du jemanden in die Wohnung holst, der wirklich lauter ist und auch noch einen Hund dabei hat, der vielleicht nicht immer ganz leise ist. Aber auf der anderen Seite ist es natürlich wichtig, dass deine Mitbewohnerin auch mit einem Nachmieter oder einer Nachmieterin zurecht kommt und nicht durch eben diesen Nachmieter noch mehr Probleme mit den Nachbarn bekommt als so schon.
Außerdem ist es für einen Nachmieter natürlich auch nicht ganz einfach, wenn er von den problematischen Nachbarn vorher nichts erfährt und dann nachher umso mehr Probleme mit ihnen hat, weil eben die Schritte so laut sind und der Hund vielleicht mal bellt. Ich würde dann eher darauf achten, dass der Nachmieter starke Nerven hat, damit er diesen Terror, der ja weitergehen wird, gut aussitzen kann.
Ich finde das sehr kindisch, wenn man dem Nachbarn jemanden reinsetzen will, der laut ist, weil dieser immer laut war und sich aufgeregt hat über andere und was auch immer. Erstmal kann man zwar versuchen einen Nachmieter zu bekommen, aber der Vermieter hat ja sowieso das letzte Wort. Außerdem ist das ziemlich unfair dem Nachmieter gegenüber, wenn dieser dann die gleichen Schwierigkeiten bekommt wie du und dann nur noch genervt ist.
Ist denn überhaupt ein Hund erlaubt in der Wohnung? Wenn nicht, kann das nämlich ganz schnell zum Eigentor für deine bisherige Mitbewohnerin und deine Nachmieterin werden. Denn es könnte dann ganz schnell die Kündigung kommen. Auch wenn sich die Nachbarin dann beim Vermieter über die Störungen beschwert, kann das für für die beiden Mieterinnen auch zum Problem werden.
Sicherlich kann man in einer solchen Situation an Rache denken. Aber man sollte dann eben nicht nur bis dahin denken, sondern auch die Folgen davon in Betracht ziehen. Wobei ich der bisherigen Mitmieterin die Entscheidung überlassen würde. Denn sie muss mit dem neuen Mitbewohner auskommen und nicht du.
In einer so schon "komplizierten" Situation würde ich nicht noch künstlich einen Unsicherheitsfaktor mit einbringen und außerdem würde ich einer Nachbarin, über welche ich mich über Jahre geärgert habe, nicht so viele Gedanken opfern. Wozu diese Sichtweise - wobei du da die Interessen deiner Mitbewohnerin auch völlig außen vor lassen würdest. Denn wer Lärm genug macht, um die Nachbarin unter sich zu ärgern hat auch das Potential die Mitbewohnerin unglücklich zu machen. Und wenn jetzt jemand mit Tier kommt - für jemanden der kein Tier hatte - ist das ja auch eine Verschlechterung für die bleibende Person.
Aber vielleicht sollte geklärt werden, wie du dazu gekommen bist, wirklich auch eine Nachmieterin oder einen Nachmieter für eine Wohnung suchen/bestimmen zu dürfen. Bei wem hast du deine Wohnung gekündigt? Gibt es mit dem Vermieter für eine Wohnung zwei Mietverträge? Oder sind "nur" die Zimmer vermietet? Denn wenn du die Nachmietersuche als Racheaktion verstehst, kann das schnell nach hinten losgehen. Denn wenn du einen potentiellen Nachmieter präsentierst und der tatsächlich einen "lauten Eindruck" erweckt, kann je der Vermieter abspringen und du stehst da und musst länger "doppelt Miete" zahlen.
Besinne dich bei der Aufgabe auf das wesentliche: du brauchst einen Nachmieter und du hinterlässt deine Mitbewohnerin die du vermutlich nicht belasten willst. Suche also nicht für deine Nachbarin, sondern so, dass du potentiell möglichst wenig Streitpunkte hinterlässt.
Was wirklich als legitimer Rachefeldzug gelten würde, ist vor ein paar Jahren bewiesen worden. Ein eher betuchter Anwalt hat in einer besseren Wohnanlage eine Wohnung im ersten Stock erworben. Nachdem es aber über Monate zu immer heftigeren Streitereien zwischen ihm und der ebenfalls gut betuchten Nachbarschaft gekommen ist, ist er ausgezogen, ohne die Wohnung zu verkaufen. Aber er hat sie anschließend an eine Familie mit vielen Kindern und einen "Wohnberechtigungsschein" vermietet (weit unter Wert!), weil er wusste, so für maximalen Ärger im Haus sorgen zu können. Und dafür hat er auch die finanziellen Verluste in Kauf genommen. Leider wurde nicht berichtet, wie die Sache weitergegangen ist.
Ich würde die laute Nachmieterin wählen. Es heißt doch "Rache wird kalt serviert". Damit hättest du tiefgekühlte Revenge für all die Zeit der Beschwerden. Man könnte meinen, dass du dir keinen Kopf um die Nachbarn machen sollst und so weiter, aber allein das Gefühl der Genugtuung ist es wert, die Hunde-Dame einziehen zu lassen.
Ich fände so eine Aktion schon extrem kindisch. Wenn mich eine Nachbarin nerven würde, würde ich das mit ihr persönlich klären oder mich an den Vermieter wenden oder ich würde sie auffordern das nächste mal doch bitte die Polizei zu rufen wegen der angeblichen Ruhestörung. Wenn die anrücken und dann gesagt bekommen, dass ich zu laut in meiner Wohnung herum laufe würde sich die Nachbarin ordentlich blamieren und sich in Zukunft wohl überlegen, ob sie nicht lieber die Klappe hält.
Ganz davon abgesehen - was hast du davon? Du bekommst ja nicht mal mehr mit, wenn sich die Nachbarin über die neue Mieterin aufregt. Wenn man an solchen kindischen Racheaktionen seinen Spaß hat möchte man doch sicher auch ein Ergebnis sehen.
Ich finde die Aktion nicht wirklich kindisch. Allerdings denke ich, der Nachmieter selbst wird dadurch ja auch Probleme bekommen. Und aus diesem Grund finde ich die Aktion nicht besonders angemessen. Sicher man hat die Nachbarin geärgert. Aber die Noch - Mitbewohnerin und die neue Mitmieterin werden da später eventuell ziemlich zu leiden haben.
Ich wäre sehr verärgert, wenn ich mitbekommen würde, dass man das freie Zimmer nur an mich vergeben hat, um die Nachbarin zu ärgern. Erst Recht wäre ich verärgert, wenn die Nachbarin nun ständig Terror hält, weil ich sie störe. Und es kommt mit Sicherheit raus, dass man mich als Mitbewohner wollte, um der Nachbarin eins auszuwischen. Keine sonderlich tolle Grundlage für eine Wohngemeinschaft!
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