Gab es früher auf Straßenfesten mehr Werbegeschenke?

vom 16.02.2014, 00:58 Uhr

Zurückblickend auf meine Kindheit war ich insbesondere im Sommer ganz gerne auf Straßenfesten. Gerade hier in der Stadt gab es immer ziemlich viele. Da gab es größere Volksfeste auf großen Plätzen, die massenhaft Buden und Fahrgeschäfte hatten, und die auch Eintritt kosteten, aber auch kleine Straßenfeste, die regional und auf eine einzelne Straße begrenzt stattfanden. Oftmals waren die Stände dort auch von den jeweiligen an der Straße ansässigen Unternehmen gesponsert worden, oder ganz einfache Werbestände.

Wenn ich an das kleine Straßenfest damals in meinem Viertel dachte, dann waren eigentlich neben dem Heimatmuseum wirklich nur benachbarte Geschäfte dort mit einem Stand vertreten. Der Optiker hatte einen Stand, der Juwelier, die Sparkasse, ein Autohaus, ein Reisebüro, und so weiter. Das klingt nicht wirklich spektakulär, aber die Leute machten sich schon enorm viel Mühe mit der ganzen Sache. Blumen wurden verschenkt, Gutscheine, es gab Gratis-Limonade und kostenloses Bier, Bonbons, Kekse, und eine Tombola wurde auch veranstaltet.

Vor allen Dingen aber gab es an jedem einzelnen Stand irgendwelche Werbegeschenke. Selbst, wenn es nur Kugelschreiber waren, irgendetwas gab es immer. Wenn ich als Kind einmal die Straße hoch und wieder runter lief, hatte ich danach immer einen ganzen Stoffbeutel voll mit Sachen. Darunter waren Frisbee-Scheiben, Jojos, Trillerpfeifen, irgendwelche Wurfbälle, Notizblöcke, Pins und Buttons, und so weiter. Bei dem einen ortsansässigen Juwelier bekam ich sogar mal ein kleines Glasfläschchen, in dem Goldflocken schwammen. Bei einem Sportgeschäft gab es kostenloses Glücksrad-Drehen, gewinnen konnte man dort beispielsweise kleine Fußball-Fanartikel, Armbanduhren und Pulsmesser oder bestimmte wetterfeste Sachen zum Wandern.

Insgesamt kommt mir das schon ziemlich spendabel vor. Wenn ich heute noch mal über ein Straßenfest laufe, dann wird überall für Lotterien, Glücksradddrehen oder irgendwelche anderen Glücksspiele Geld verlangt. Gratissachen zum Mitnehmen liegen auch nirgends mehr einfach auf den Tischen herum. Sicher habe ich heute in meinem Alter keinen wirklichen Bedarf mehr für massenhaft Frisbees oder Trillerpfeifen, aber dass einfach nicht mehr so viel ausliegt, wie früher, fällt mir eben schon auf. Den Freibierstand von damals gibt es heute übrigens auch nicht mehr, und es läuft auch keiner mehr mit einem Blech Kuchen herum und bietet jedem Passanten ein Stück an.

Ist das woanders auch so? Gibt es auf Straßenfesten heute allgemein weniger Gratisgeschenke, als früher? Oder war das, was ich in den 1990er Jahren hier erlebte, allgemein eher eine Ausnahme und so sonderlich viel verschenkt wurde auch früher normalerweise nicht? Was für Erfahrungen habt Ihr gemacht?

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich war früher nicht so oft auf Straßenfesten unterwegs, aber die Beobachtung, die du hier schilderst, kenne ich auch noch von anderen Situationen, wie zum Beispiel Messebesuchen, bei denen früher viel mehr verteilt wurde, als das heute noch der Fall ist. Aber ich kann mich auch an ein Straßenfest erinnern, von dem ich als Kind auch ganz stolz mit Jojos, Frisbees, Mousepads und solchen Dingen nach Hause kam. So scheint es heute allgemein nicht mehr zu sein, weil alle einfach sparen müssen.

» Barbara Ann » Beiträge: 28945 » Talkpoints: 58,57 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich weiß nicht welchen Zeitraum deine Beschreibung von früher umfasst. Aber ich kann dir die Entwicklung der letzten drei Jahre beschreiben. Denn ich habe erst jetzt bei vielen Firmen wegen Sachpreisen angefragt und ja unser Glücksrad durfte man auch nur drehen, wenn man einen Obolus bezahlt hat. Wobei ich denke, dass man mit 10 Cent pro Dreh nicht wirklich viel Geld investieren musste.

Aber insgesamt haben wir wesentlich weniger Zusagen für Sachpreise bekommen, als noch vor drei Jahren. Wobei ich dabei aber auch sagen darf, dass die Preise dabei hochwertiger geworden sind. Also insgesamt ist der Wert, wenn man es in Geld messen möchte, gleich geblieben, wenn nicht sogar gestiegen. Aber die Firmen haben halt auch nur ein bestimmtes Budget und wenn das ausgeschöpft ist, dann hat man eben Pech gehabt.

Dazu überlegen sie sich auch noch genauer, wo sie Sachpreise sehen wollen. Wo vor drei Jahren noch eine Brauerei spendabel war, verweist sie heute auf ihr Schwesterunternehmen, was sich dann gar nicht erst meldet, wenn man höflich nachfragt. Für Veranstalter, die für wenig Geld den Besuchern viel bieten wollen, ist es jedenfalls wesentlich schwerer geworden ausreichend Sachpreise zu organisieren.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Auch bei Ausstellungen bekommt man mittlerweile nicht mal mehr Aufkleber, früher vor ein paar Jahren, da war ich vielleicht 12 Jahre alt, sammelte ich Aufkleber, auch konnte man oftmals Süssigkeiten einpacken oder aber Kugelschreiber oder Kalender usw. Heutzutage kann man froh sein, wenn man noch einen gratis Kugelschreiber haben darf. Finde das relativ schade und daher besuche ich auch keine Ausstellungen/Messen/Strassenfeste mehr.

» Bascolo » Beiträge: 3586 » Talkpoints: 0,29 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



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