Gaydar - Homosexuelle erkennen sexuelle Ausrichtung Fremder

vom 02.02.2014, 23:19 Uhr

Dass Schwule und Lesben andere homosexuelle Menschen erkennen würden, einfach vom Sehen her, ohne sich genauer mit ihnen zu beschäftigen oder sie auch nur im Geringsten zu kennen, wird oft behauptet. Umgangssprachlich nennt man diese Fähigkeit "Gaydar", was die Kurzform von "Gay Radar" sein soll. Der Begriff stammt wohl ursprünglich aus den USA, ist aber auch in Deutschland mittlerweile seit einigen Jahren bekannt.

Nun haben Wissenschafter zu dieser Thematik auch Tests durchgeführt. Es sollte darum gehen, herauszufinden, ob es so etwas wie ein "Gaydar" wirklich gibt. Interessanterweise kam bei den Tests wohl heraus, dass es diese Fähigkeit wirklich zu geben scheint. Genau genommen sollen sogar fast alle homosexuellen Menschen sie besitzen.

Mich würde interessieren, wie die Wahrnehmung genau funktioniert. Hat man bei der Studie auch herausfinden können, woran genau man als Homosexueller andere Homosexuelle erkennen kann, beziehungsweise wie man es schafft, nur vom Sehen her zu unterscheiden, ob ein Mitmensch wahrscheinlich homosexuell oder eher heterosexuell ist?

Die Frage stelle ich mir nämlich schon eine ganze Weile. Ich selber achte bei Menschen nicht so auf das Geschlecht und hatte daher bisher sowohl andersgeschlechtliche als auch gleichgeschlechtliche Partner. Tatsächlich scheine ich auch bei vielen Menschen vom Gefühl her richtig einschätzen zu können, ob sie homosexuell oder heterosexuell sind. Wie ich das mache, weiß ich aber selber nicht. So blöd es vielleicht klingen mag, es ist einfach eine Art Gefühl. Daher fände ich es schon interessant, zu lesen, wie sich das wissenschaftlich erklären lässt, und worauf diese offenbar oftmals korrekte Einschätzung eigentlich genau basiert.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich weiß genau was Du meinst liebe Wawa. Ich erkenne das bei fast allen Mädels und Jungen sofort, ob homosexuell oder nicht. Das hat besonders bei vielen Frauen was mit dem optischen Erscheinungsbild zu tun, aber vor allem auch mit kurzweiligen Verhaltensweisen. In der Straßenbahn usw. bekommt man das schließlich auch mit. Auch bei den Männern sieht es ähnlich aus. Doch die Optik kann natürlich auch trügen, weil viele lang verheiratete Paare zum Beispiel die Dame auch kurze Haare trägt. Es ist eben auch modern, pflegeleichter & Co. Daher achte ich schon stets genau, aber bis her lag ich wirklich zu 90 % richtig. Die anderen 10 % waren zum Beispiel bisexuell oder eben komplett falsch. Schon komisch, ob man solch ein Radar wohl bekommt, wenn man selber auf das Geschlecht keine Wertschätzung legt? Ich weiß es nicht.

Bei der Studie halte ich noch einiges für fragwürdig, wie will man so etwas Studien? Ich meine wissenschaftlich lässt sich ja mittlerweile so vieles belegen, aber ein vermeidliches Gayradar? Womöglich schauen sie auf Mimiken der Probanden, das optische Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften. Das würde ja als erstes ins Auge fallen und gäbe so für den Tester vielleicht Aufschluss über mögliche sexuelle Tendenzen. Doch mehr kann ich mir darunter nicht vorstellen, weil Impulse usw. sind, glaube ich hier eher irrelevant.

» Glasreinigerin » Beiträge: 1008 » Talkpoints: 0,10 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich weiß nicht, ob es wirklich mit der eigenen sexuellen Orientierung zu tun hat. Ich vermute eher, dass es etwas mit Sensibilisierung und Erfahrung zu tun hat. Wenn man viele Personen kennt, die eben nicht den althergebrachten sexuellen Weg einschlagen, kennt man vielleicht eher subtile Bewegungsmuster, Verhaltensweisen oder sogar spezielle Sprachvorlieben.

Einer meiner Freunde aus Schulzeiten war bei seinem homosexuellen Vater aufgewachsen, aber war selbst der Meinung, hetero zu sein. Er hatte auch eine erfüllte Beziehung mit einem Mädchen. Trotzdem sprachen ihn immer wieder und ungewöhnlich häufig homosexuelle Männer an, und machten ihm Anträge. Da fragt man sich schon, woher diese Irrtümer kamen. Hat er vielleicht von seinem Vater unbewusst Verhaltensmuster übernommen, die den Verdacht bei homosexuellen Männer nahe gelegt haben? Oder hatte das Gayradar doch recht? Ich habe den Kontakt zu ihm durch meinen Umzug quer durch die Republik verloren. Es ist immerhin denkbar, dass bei ihm einfach länger gedauert hat, bis er sich selbst seiner Orientierung bewusst geworden ist. Es gibt ja durchaus einige Männer, die das erst in reiferen Jahren merken, dass sie sich jahrelang selbst verleugnet haben.

Ich kenne auch jetzt noch einen Mann, der ausschließlich heterosexuell lebt und verheirateter Familienvater ist. Bei ihm gehe ich erst mal nicht davon aus, dass er homosexuell ist. Dafür glaube ich ihn zu gut zu kennen. Aber auch der hat ein recht gutes Gayradar und liegt meistens richtig. Da frage ich mich schon, ob das ausschließlich eine Fähigkeit ist, die man dann ausbildet, wenn man selbst sexuell besonders orientiert ist? Oder ist es eher eine Form von Empathie, die da zum Vorschein kommt? Es wäre schon spannend, das zu erforschen.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ich denke das man das nicht pauschalisieren kann. Da jeder Homosexuelle sich optisch anders gibt und es kommt mit Sicherheit auch auf die Sympathie an. Es flirtet ja auch nicht jeder heterosexuelle Mann mit jeder Frau der er begegnet. Nur wenn ein Mann sensibler wirkt oder sich mehr metrosexuell kleidet heißt das nicht, dass er auch homosexuell ist. Man denke auch an manch homosexuellen Prominenten. Beispiel, der Sedlmayr - keiner hätte diesen Ur-Bayer als schwul eingestuft.

» KnechtAlfred » Beiträge: 24 » Talkpoints: 6,76 »



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