Kennt ihr Satanisten? Was denkt ihr über Satanismus?

vom 06.02.2013, 16:37 Uhr

Ich war mal kurzzeitig mit jemandem zusammen, der sich selbst als Satanist bezeichnete. Ich hatte mich nun schon Jahre vorher mit dem modernen Satanismus beschäftigt, so dass mich diese Tatsache nicht abschreckte. Dennoch, sowohl als ich damals in der Schule ein Referat über dieses Thema hielt, erntete ich sparsame und erschrockene Blicke und als dann einige Jahre später heraus kam, dass ich mit "so jemandem" zusammen war und sogar schonmal die "satanische Bibel" gelesen hatte, kamen die wildesten Kommentare und Ängste seitens Freunden und Familie. Nach jeweiliger kurzer Aufklärung über das Thema waren dann alle wieder beruhigt.

Auch ich bin in dem Glauben aufgewachsen, Satanismus bedeute soviel wie Blut trinken, Tiere schlachten, Jungfrauen schänden, Gräber verunstaltet und schwarze Messen mit Teufelsanbetungen und Ritualmorden. Letzten Endes wird es ja auch weitestgehend genau so in den Medien dargestellt. Entsprechend positiv überrascht war ich dann nach der Lektüre besagter "satanischer Bibel".

Wie steht es um eure Aufklärung bezüglich des Themas? Welches Bild habt ihr von diesen Leuten? Habt ihr vielleicht schon persönliche Erfahrungen mit Satanisten gemacht?

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» CCB86 » Beiträge: 2025 » Talkpoints: 2,88 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich kenne keinen Satanisten und deswegen ist mein Bild davon genau so, wie du es beschrieben hast, was sicherlich nicht in jedem Fall zutreffend ist und sein kann. Es gibt da aber glaube ich auch Unterschiede und diese ganz extremen Typen wird es sicherlich auch geben.

Ich würde generell aber nichts gegen eine Bekanntschaft einzuwenden haben, da ich mir immer gerne selber in Bild von Leuten und ihren Glauben mache auch würde ich sicherlich eine satanistische Bibel lesen, weil ich darin nichts Schlimmes sehe. Man bildet sich im Prinzip ja auch nur weiter und erweitert seinen Horizont. Inwiefern das Geschriebene nun Mist ist oder nicht kann man ja dann immer noch entscheiden. Jemanden zu verurteilen und abzustempeln, weil man mal mit einem Satanisten zusammen war, finde ich schon irgendwie kindisch, wenn man nicht genau weiß, wie sich die Person verhält.

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» Ramones » Beiträge: 47746 » Talkpoints: 6,02 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Also ich muss sagen, dass ich keinen persönlichen Kontakt zu Satanisten habe und auch keine Ahnung von der satanistischen Bibel habe. Allerdings wäre ich zugegebenermaßen wahrscheinlich erst mal ziemlich misstrauisch, wenn ich wüsste, jemand wäre einer. Es hat doch einen sehr negativen Beiklang, wenn jemand sagt, er wäre Satanist.

Allerdings habe ich einen Kontakt auf Facebook, der mit mir in der Grundschule war uns sich nun als Satanist bekennt. Er postet manchmal Bilder von sich, auf denen er zum Beispiel einmal Mehl im Gesicht hatte und dann ein umgedrehtes Kreuz darauf. So etwas nehme ich nicht wirklich ernst und halte es eher für Wichtigtuerei. Trotzdem fände ich es interessant zu wissen, was das alles für einen Hintergrund hat.

» Tauglanz » Beiträge: 340 » Talkpoints: 8,65 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Mein Sohn hatte eine satanistische Phase, was mich zuerst erschrocken machte. Er hat mir dann erklärt, dass es um den freien Willen des Menschen gehe, der von keiner Religion beeinträchtigt werden solle und so weiter. Ich war dann beruhigt, dass es nichts Schreckliches ist, sondern dass er sich wirklich philosophische Gedanken macht. Die Phase ist vorbei, zumindest, was die Kleidung betrifft. Black Metal hört er immer noch gerne, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.

Unsere Diskussion ging hauptsächlich um den Begriff Satan. Denn meiner Meinung nach ist er schon mit Bedeutung belegt. Man kann nicht einfach irgendwelche Begriffe nehmen und sie umdeuten. Das wird ja auch oft mit Gott gemacht. Gott ist mit bestimmten Eigenschaften belegt. Da kann man nicht einfach sagen, dass man selber unter Gott aber etwas völlig anderes verstehe. Satan ist im Satanismus nicht der Satan der Kirche – zumindest so, wie ich es verstanden habe. Ganz klar sind mir die verschiedenen Strömungen des Satanismus aber nicht geworden.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich glaube, den Satanisten gibt es auch nicht - das wird in viele Richtungen gehen. So sind einige tatsächlich einfach frei, andere halten sich an "die satanischen Regeln", welche die "Magie" benutzen etc.

Wie Satan im Sinne der satanischen Bibel zu verstehen ist, kannst du beispielsweise hier nachlesen. Ich verstehe es so, dass es zwar durchaus um Gott und Satan geht, aber nicht als "Personen", sondern als "Denkweisen". Was ich an der satanischen Bibel so gar nicht toll fand, war, dass recht viel über die Christen und die Kirche gehetzt wird. Auch die Bezeichnung "Satanische Bibel" ist ja schon eine Art Provokation gegenüber der christlichen Bibel, dem Wort Gottes. Unter dem Link findet ihr auch die satanischen Regeln sowie Sünden. Gerade die Regeln entsprechen ja schon nicht dem Bild, das allgemein vermittelt wird.

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» CCB86 » Beiträge: 2025 » Talkpoints: 2,88 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Mit dem Thema Satanismus habe ich mich schon früh beschäftigt notgedrungen, da ich seit meinem 14. Lebensjahr aus Überzeugung als Gothic durch die Gegend laufe und mich dementsprechend ständig mit dem Klischee konfrontiert sehe, dass schwarze Kleidung auch Satanismus bedeutet. Auch kenne ich ein paar Leute, die sich selbst als Satanisten bezeichnen oder bezeichnet haben halbwegs ernstzunehmen war davon allerdings nur einer. Der Rest hat dies eher behauptet, um "so richtig böse zu sein" so eine typische Jugendphase eben.

Einen ernstgemeinten und durchdachten Satanismus respektiere ich, wie jede andere Religion und Weltanschauung auch, absolut vorausgesetzt, derjenige erspart seinem Umfeld Missionierungsversuche und schadet durch seine Ansichten und Handlungen keinen unschuldigen Menschen oder Tieren. Die Glaubensfreiheit (auch wenn es sich beim Satanismus ja weniger um einen klassischen Glauben handelt als um eine Weltanschauung) geht eben nur soweit, wie sie nicht die Rechte eines Anderen beschneidet.

Und hier bin ich bei meinem Kritikpunkt am Satanismus (nach La Vey, mit den anderen habe ich mich weniger befasst) angelangt, denn der legt teilweise durchaus Grausamkeit gegenüber Menschen nahe, wenn vorher eine Provokation stattgefunden hat. Allerdings findet sich so etwas ja auch in so ziemlich jeder Religion, so dass hier wohl wie schon erwähnt gilt: Religion nur soweit betreiben, wie sie niemandem schadet.

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» JaJaVogel » Beiträge: 74 » Talkpoints: 42,09 »


Ich selbst kenne keine einzige Person, die sich selbst als Satanist bezeichnet. Ebenso kenne ich mich persönlich absolut gar nicht in mit diesem Thema aus und habe mir auch noch nie sonderlich viele Gedanken darüber gemacht. Da ich noch nie mit dem Thema konfrontiert wurde, musste ich mir auch noch keine Meinung darüber bilden.

Ich muss sagen, dass ich mir unter Satanismus kaum etwas vorstellen kann. Ich habe weder Vorurteile, noch tue ich diese Einstellung gutheißen. Immerhin habe ich auch noch keine Klischees über diese Einstellung gehört, weshalb ich diesem Kult völlig neutral gegenüberstehe.

Ich hätte nichts dagegen, so einen Menschen einmal kennen zu lernen und von ihm über seine Art und Weise zu leben aufgeklärt werden. Ich finde es eigentlich sogar ganz spannend, Einblicke in verschiedene Menschen gewinnen zu können, um mich selbst weiterbilden zu können. Dabei muss ich allerdings auch dazusagen, dass ich auch sicherlich ein wenig abgeschreckt von solchen Leuten sein würde. Die schwarze Kleidung lässt einfach negative Stimmung aufkommen. Genauso ist es so, dass solche Leute auch sicherlich sehr in sich gekehrt und nicht besonders offen für andere Leute sind, womöglich auch deshalb, weil sie Angst haben, auf Abstoßung zu stoßen. Von daher würde ich mich auch gar nicht so richtig trauen, selbst auf solche Leute zu zu gehen und ein Gespräch anzufangen.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



Ich habe vor längerer Zeit mal LaVey gelesen und ich muss sagen, dass es Atheistin gibt, die eine wesentlich radikalere Philosophie verfolgen als er das getan hat. Im Grunde genommen war er ja ein Atheist, der sich das "church of satan" Label verpasst hat um damit seine Ablehnung der Kirche zu Ausdruck zu bringen und sicher auch, um sich ein gewisses Image zu verpassen und damit zu provozieren.

Die meisten anderen Sachen, die man zu dem Thema lesen kann, basieren ja oft auf irgendwelchen Mythen und Gerüchten oder sind ideologisch gefärbt und so etwas kann ich dann schon mal nicht als ernstzunehmende Quelle sehen. Ich habe darüber mal einen Bericht gesehen, wo ein Reporter versucht hat diesen Mythen von geschändeten Jungfrauen und so weiter auf den Grund zu gehen und er hat außer zwei Insassen einer Psychiatrie tatsächlich nichts gefunden.

Ich fühle mich also über diese, genau wie über viele andere philosophische Strömungen, durchaus aufgeklärt. Ich würde mich niemals einer einzigen Philosophie verschreiben, aber ich finde es interessant zu lesen, wie andere Menschen die Welt sehen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


Mir selbst sind über die Jahre einige selbsternannte Satanisten begegnet. Aber die, die es groß in alle Welt hinaus posaunen, die dann vielleicht auch noch groß mit irgendwelchen "Ritualen" angeben, das sind doch meist gerade keine "echten" Satanisten, sondern bloß Kinder, die Aufmerksamkeit suchen. Für solche Leute habe ich wenig übrig, insbesondere, wenn sie dann im Namen ihres angeblichen Glaubens auch noch irgendeinen schädlichen Blödsinn anstellen.

Ansonsten sind mir persönlich keine Satanisten bekannt. Was mich nicht wundert, weil man das wohl nicht unbedingt an die große Glocke hängt. Gut, bei einer Person könnte ich mir vorstellen, dass sie vielleicht ein philosophischer Satanist ist, aber wir sprechen nicht darüber. Nur eine leichte Ahnung habe ich aufgrund einiger Beobachtungen schon. So, wie man beispielsweise auch nicht darüber spricht, ob jemand Freimaurer ist, oder nicht. Aber wenn man bestimmte Zeichen kennt, dann kann man schon einschätzen, ob derjenige vielleicht zu einer Loge gehört, oder nicht. Wobei ich jetzt betonen möchte, dass Freimaurerei mit Satanismus absolut gar nichts zu tun hat! Nur die Verschwiegenheit ist ähnlich. Aber, wie gesagt, wir reden da nicht drüber. Ich finde es auch nicht schlimm, sollte diese Person wirklich philosophischer Satanist sein. Damit schadet sie niemandem.

Ich persönlich habe früher aus Interesse mal einige Werke von LaVey, dem Gründer der Church of Satan, und von Crowley gelesen und konnte damit wenig anfangen. Gerade LaVeys Beschreibungen erinnern mich eher an Zirkus oder Kabarett. Irgendwie kann ich das nicht ernst nehmen. Ebenso die Beschreibungen über Magie und Dämonen. Daran glaube ich einfach nicht, und daher kann ich mit der ganzen Religion auch nichts mehr anfangen.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ich habe mich immer als Atheist gesehen, da ich jede Form von Gottheiten ablehne. Irgendwann bin ich, vermutlich durch die Texte im Black Metal, auf den Gedanken gekommen, die satanische Bibel zu lesen und ich muss sagen, dass ich positiv überrascht war. Darin stand mehr oder weniger genau meine Religion beschrieben, die ich mir mit der Zeit gebildet habe. Somit ist ein moderner Satanist eigentlich nicht mehr als ein Atheist.

Natürlich gibt es noch immer traditionelle Satanisten, die Blut trinken und im Namen Satans Tiere töten, mit diesen Ritualen kann ich jedoch überhaupt nichts anfangen. Ich sehe Satan wie LaVey als Archetyp, in welchen sich jeder seinen eigenen Gott hineininterpretieren kann. Traditionelle Satanisten kenne ich nicht, aber es gibt bestimmt auch einige Vorurteile über jene, die nicht stimmen.

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» Krisibub » Beiträge: 518 » Talkpoints: 2,81 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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